Start Aktuelles Japan aktuell: Hohe Strahlungswerte in Fukushima gemessen

Japan aktuell: Hohe Strahlungswerte in Fukushima gemessen

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AKW Fukushima am 09. September 2011 (Foto: TEPCO)
Gelände des AKW Fukushima am 09. September 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima am 09. September 2011 (Foto: TEPCO)
Gelände des AKW Fukushima am 09. September 2011 (Foto: TEPCO)

Nachdem sein Fehlverhalten Minister Yoshio Hachiro zum Rücktritt gezwungen hatte, will die die regierende demokratische Partei DPJ offenbar die Medienberichterstattung über Kabinettsminister einschränken und Fragen mehrheitlich nur noch in Pressekonferenzen beantworten um „inoffizielle“ Aussagen zu verhindern.

In der Tat gibt es etwa im Bezug auf die Auswirkungen am AKW Fukushima aktuell einiges zu melden. So wird das Problem der radioaktiven Belastung noch lange bestehen, wie eine Einschätzung zur Belastung des Meeres, sowie jetzt bekannt gewordene Zahlen zeigen. Das auch an Land einiges zu melden ist, zeigen die aktuellen Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. September 2011.

Hohe Cäsiumwerte aus dem Westen der Präfektur Fukushima gemeldet: Einem Artikel der Asahi Shimbun zufolge, sind in dem Dorf Minami-Aizu, 138km west-südwestlich des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi, sowie dem Dorf Tadami, 152km westlich des AKW hohe Ansammlungen von radioaktivem Cäsium-134 und Cäsium-137 gemessen worden.

Die zwischen dem 16. und 28. August durchgeführten Messungen belegen Belastungen von 30 000 Becquerel pro Quadratmeter in den Gemeinden Minami-Aizu, Tadami, Yugawa und weiteren. Das Wissenschaftsministerium veröffentlichte zudem eine Karte zur Belastung von Gebieten.

Zudem wurden auch die Ergebnisse genauer wiederholter Analysen von Meerwasserproben von der Küste der Präfektur Fukushima, die bislangals frei von „nachweisbaren“ Menge von Cäsium-137 bezeichnet worden waren, vorgestellt.  Diese Neuanalyse ergab das 268-fache des Wertes, der vor der  Fukushima Katastrophe gemessen worden war, teilte das Ministerium mit.

In 20-30 Jahren wird Cäsium wieder Japan erreichen: Bei einem Treffen der Geochemischen Gesellschaft Japans in Sapporo sagten Wissenschaftler, das radioaktive Cäsium das während der Fukushima-Krise ins Meer gelangte, werde Japan in 20 bis 30 Jahren in  einer Strömung im Uhrzeigersinn wieder erreichen. Cäsium-137 verfügt mit einer Dauer von 30 Jahren über eine vergleichsweise lange Halbwertszeit.

Der Betreiber TEPCO geht davon aus, dass durch Risse insgesamt 1000 Terabecquerel (1 Trillion Becquerel) ins Meer gelangten.

Schätzungen der Wissenschaftler kommen jedoch zu dem Schluss, dass alleine zwischen März bis Ende April der Wert an radioaktivem Cäsium-137 das direkt ins Meer gelangte, 3500 Terabecquerel entsprechen würde, so dass schätzungsweise durch die Übertragung durch die Luft ins Meer rund 10.000 Terabecquerel dort hineingelangt seien.

Damit sind die Berechnungen der Wissenschaftler über Cäsium-137 das sich im menschlichen Körper in Muskelgewebe ansammeln und Krebs verursachen kann, mehr als dreimal so hoch, vergleicht man sie mit den Annahmen von TEPCO. Das meldet die Nachrichtenagentur Kyodo.

Verteilung von Messgeräten an Einwohner gefordert: Das nationale Krebszentrum hat die Verteilung von passiven Glas-Dosimetern an die Einwohner der Präfektur Fukushima gefordert, nachdem eine Prüfung zwischen 1. und 31. Mai keinen Zusammenhang zwischen Dauer des Aufenthalts im Freien und der Höhe der radioaktiven Belastung ergeben habe.

Die 147 Mitarbeiter des Gesundheitsamtes hatten die passiven Glas-Dosimeter zur Messung der Radioaktivität mit sich geführt, wodurch der fehlende Effekt aufgefallen sei. Das meldet die Mainichi Shimbun.

NISA warnte vor tödlicher Strahlung in Fukushima-Reaktoren: Aus internen Dokumenten die der Asahi Shimbun aufgrund eines Informationsfreiheitsgesetzes zugänglich gemacht wurden geht hervor, dass die Atomaufsichtsbehörde NISA bereits einen Tag nach dem Tohoku-Erdbeben in einem Dokument die Aussage getroffen hatte, sollte keine erfolgreiche Entlüftung und Druckkabbau erfolgen, könnte Strahlung in Höhe von mehreren Sievert freigesetzt werden.

Erste Entlüftungsversuche von TEPCO am Morgen des 12. März waren aufgrund von Problemen mit einem Ventil fehlgeschlagen, doch schließlich habe der Druck doch noch rechtzeitig abgebaut werden können, da es nach Einschätzung der NISA andernfalls zu einer schweren Freisetzung hochgradig radioaktiven Materials gekommen wäre, das sich abhängig von den Wetterverhältnissen zwischen drei bis fünf Kilometern um das KKW Fukushima Daiichi verteilt hätte.

Neues von den nordkoreanischen Flüchtlingen: Nach Regierungsangaben geht dies aus mitgeführten Dokumenten hervor : Japanischer Fischer denen das Flüchtlingsboot am 13. September in der Bucht von Suzu aufgefallen war berichten, die Nordkoreaner hätten erschöpft gewirkt und um Wasser gebeten. Die Personen befinden sich jedoch alle in guter Verfassung und ihnen wurde am 14. September erlaubt an Land zu gehen.

Nach einer ersten Übernachtung bei der Küstenwache im Hafen von Kanazawa (Präf. Ishikawa) wurden sie heute mit einem Helikopter zum Flughafen Komatsu gebracht und von dort zum Flughafen Nagasaki geflogen. Von dort aus wurden sie mit einem Bus mit verhängten Fenstern und Begleitung durch Polizeifahrzeuge in das Omura Immigrationszentrum in der Präfektur Nagasaki überführt,  um dort ihren überwachten temporären Aufenthalt zu regeln.

Die vermutlichen Flüchtlinge gaben an, letzten Donnerstag ausgelaufen zu sein, ihr Ziel sei Südkorea gewesen. Nun werde mit Südkorea über eine Ausweisung verhandelt.

Der 18-jährige Anführer der Gruppe gab an, Mitglied der Volksarmee und Fischer zu sein. Bei der Entdeckung des Bootes habe er auch braune Militärkleidung getragen. Nach Einschätzungen der Küstenwache reichte der Benzinvorrat des Bootes bis nach Japan.

TEPCO zeigt Video mit Wasserpumpanlage: Wer der Ansicht ist, die Feuerwehrwagen die zu Beginn der Krise die Kühlung übernommen hätten, wären nun zwischenzeitlich ihrer ursprünglichen Bestimmung zugeführt worden, irrt.

Wie in einem Video des Kernkraftwerskbetreibers TEPCO zu sehen, sind die Pumpen die zur Einspeisung von Wasser dienen, außerhalb des Gebäudes auf einem eigenen LKW montiert. Von den drei Pumpen dort ist bislang aufgrund des geringen Bedarfs lediglich die zweite aktiv, falls erforderlich können jedoch auch die beiden anderen eingesetzt werden.  Gegenwärtig werden die Maße der Einpumpanlage genommen um sie als Grundlage für eine künftige stationäre Einrichtung einer Einspeisungspumpe nutzen zu können.

Als Schutz, falls alle drei Pumpen versagen sollten, stehen drei Löschfahrzeuge der Feuerwehr bereit, um die Wasserversorgung während eines Zwischenfalls zu gewährleisten. TEPCO weisst darauf hin, dass die Fahrzeug hoch genug stehen, um selbst bei einem schweren Tsunami nicht erfasst zu werden.

Die Wassereinspeisungspumpen sind auf dem Video wie folgt zu sehen (Bitte entschuldigen Sie die schlechte Qualität des Fotos):

Notfallpumpe, Dieselgenerator und Normalpumpe in Fukushima (TEPCO-Video vom 13.09.2011)
Notfallpumpe, Dieselgenerator und Normalpumpe in Fukushima (TEPCO-Video vom 13.09.2011)

Auf der rechten Seite befindet sich die Standardanlage mit den drei oben genannten Pumpen. Sie bezieht ihre Energie von einer Stromleitung die mit weiteren Verbunden ist um mehr Leistung zu bringen. Bei Problemen ist auch eine Versorgung über weitere möglich.  Ganz links die Notanlage und dazwischen der Dieselgenerator, der die Notfallpumpen auf der  linken Seite mit Strom versorgt.

Auch der weitere Verlauf des Videos dient dazu die Maßnahmen von TEPCO und die zusätzlich getroffenen Sicherheitsmaßnahmen zu illustrieren.

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