Start Aktuelles Japan aktuell: Hohe Strahlungswerte weisen auf neue Fukushima-Tanklecks hin

Japan aktuell: Hohe Strahlungswerte weisen auf neue Fukushima-Tanklecks hin

1066
0
TEILEN
AKW Fukushima: Kontrolle des Rings an Behälter 4 der Gruppe B im Bereich H3 am 22. August 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Wassertank: Verstärkte Kontrollen gegen Lecks an Leitungen und Behältern (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Kontrolle des Rings an Behälter 4 der Gruppe B im Bereich H3 am 22. August 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Wassertank: Neuer Strahlungsrekord an Wasserbehältern (Foto: TEPCO)

Sehr hohe Strahlungsanstiege an mehreren Stellen der Anlage lassen in Fukushima aktuell weitere Lecks an Tankbehältern befürchten.

Über Ursachen und den möglichen Umfang des Zwischenfalls machte der Betreiber des AKW Fukushima heute zunächst nur rudimentäre Angaben.

Einzelheiten zu diesen Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. September 2013

Unsere heutigen Sonderthemen:

  • Hohe Strahlungswerte deuten auf neue Tanklecks
  • Kühlwasser in Fukushima-Reaktoren könnte reduziert werden

Hohe Strahlungswerte deuten auf neue Tanklecks: Sehr hohe Strahlungswerte die am Samstag bei einem Kontrollgang an drei Lagertanks und einem Verbindungsrohr zwischen ihnen entdeckt worden waren, weisen auf die Möglichkeit schwerer Lecks an den Behältern hin.

AKW Fukushima: Strahlungskontrolle am unteren Ring von Tank Nr. 10 der Gruppe A im Bereich H3 am 22. August 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Wassertank: Hier waren zunächst nur 70 Millisievert nachgewiesen worden (Foto: TEPCO)

Obwohl in keinem der Behälter der Wasserstand sichtbar sank, stiegen die Strahlungswerte auf bis zu 1,8 Sievert (1.800 Millisievert) pro Stunde.

Dieser Wert war an einem von zwei Tanks gemessen worden. Zuvor hatte die Strahlung dort 100 Millisievert pro Stunde betragen.

Bei einem zweiten Behälter, an dem zuvor eine Strahlung von 70 Millisievert nachgewiesen wurde, stieg der Wert auf 220 Millisievert. Beide Tanks befinden sich im Bereich H3 und damit im gleichen Areal der Anlage

Bei den betroffenen Wassertanks handelt sich um Behälter in Schnellbauweise, die lediglich durch Bolzen und Gummierung abgedichtet werden. Bei dem ersten massiven Tankleck vergangene Woche, war ein baugleicher Tank betroffen.

An den beiden anderen Strahlungsherden, die sich an zwei weitere Standorten befanden, wurden ebenfalls hohe Werte gemessen.

So, betrug die Strahlung an einem Verbindungsstück zwischen zwei Behältern im Bereich H5 insgesamt 230 Millisievert pro Stunde. Nachdem ein Arbeiter auf einem Kontrollgang die Isolation der Verbindung gepresst hatte, war ein Tropfen Wasser ausgetreten

Im unteren Bereich eines Tanks im Bereich H4 wurden 70 Millisievert nachgewiesen.

Nach offiziellen Angaben von TEPCO sei davon auszugehen, dass kein radioaktives Wasser über die Betonabgrenzungen an den Tanks hinausgelangt sei. Auch wurden alle Ventile an den Barrieren geschlossen.

Ein namentlich ungenannter Kraftwerksarbeiter erklärte gegenüber der Kyodo, man habe die Behälter nach Ausbruch der Krise schnell zusammengebaut. Zeit sei ein wichtigerer Faktor gewesen als Sicherheit. Daher hätten bereits von Beginn an die Besorgnis bestanden, die Behälter könnten leckschlagen.

Die Atomaufsichtsbehörde stufte die erneuten Lecks auf der INES-Skala als Zwischenfall der Stufe 3 (Ernster Störfall) ein. Über die Ereignisse berichteten Kyodo, jiji, Asahi Shimbun und NHK.

Kühlwasser in Fukushima-Reaktoren könnte reduziert werden: Toyoshi Fuketa von Japans Atomaufsichtsbehörde NRA erklärte am vergangenen Freitag, die Behörde werde erwägen, die Kühlwassereinspeisung in die Reaktoren der Anlage zu reduzieren.

Reaktor 2: Aufnahme des Abklingbeckens vom 5. Stock am 13. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Aufnahme des Abklingbeckens vom 5. Stock am 13. Juni 2012 (Foto: TEPCO)

Seit dem Ausbruch der Krise im März 2011 habe sich die Hitze, die durch die geschmolzenen Brennelemete entstehe, soweit verringert, dass TEPCO theoretisch die Möglichkeit habe, auch die Menge an Kühlwasser zu reduzieren. Der Einsatz von Luftkühlung stelle ebenfalls eine Option dar.

Dieser Schritte könnte dazu beitragen, die Menge an radioaktivem Wasser auf der Anlage zu verringern, erklärte Fuketa im Rahmen des Treffens einer Arbeitsgruppe der Behörde. Das berichtete die jiji.

Die Verringerung von verstrahltem Wasser könnten sowohl das Problem der Einlagerung, als auch das Risiko weiterer Lecks aus undichten Behältern reduzieren, so offenbar die Überlegung innerhalb der Behörde.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here