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Japan aktuell: Hohe Werte an radioaktivem Cäsium aus Fukushima auch in entfernten Präfekturen

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Traditionelles Bauernhaus in Kiryu, Präfektur Gunma (Foto: Juyooh Tanaka, Lizenz: CC-by)
Traditionelles Bauernhaus in Kiryu, Präfektur Gunma (Foto: Juyooh Tanaka, Lizenz: CC-by)

Die heutigen Fukushima News die es aus Japan aktuell zu berichten gibt, sind erneut vor allem negativ geprägt. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass die eigentliche Katastrophe aus Erdbeben und Tsunami im März 2011 erwuchs. So sind etwa heute 1000 Beamte der Präfekturpolizei Miyagi an den Küsten unterwegs gewesen, um nach Vermissten zu suchen. Zudem gibt es aus Japan nach wie vor mehr zu berichten, als Geschehnisse die auf Naturkatastrophen oder den Atomunfall zurückzuführen sind.

Dennoch sind diese Meldungen natürlich von besonderem Interesse für Menschen außerhalb Japans, daher finden sie sich auch heute im Spreadnews Japan-Ticker vom 29. September 2011.

Hohe Wasserstoffkonzentration in Rohren von Fukushima Reaktor 1: Die Konzentration von Wasserstoff in den Verbindungsrohren von Reaktor 1 des AKW Fukushima Daiichi ist deutlich höher als zuletzt angegeben. Nach ersten Berichten am Ende vergangener Woche hiess es zunächst, es bestehe keine Gefahr, erst ab einer Wasserstoffkonzentration über vier, verbunden mit einer Sauerstoffkonzentration über fünf Prozent bestehe ein Risiko (Spreadnews berichtete). Nun meldet die NHK, der Betreiber habe jetzt deutlich höhere Werte gemessen.

Die Konzentration des Gases in den Rohren, das nach Ansicht von TEPCO nach der Explosion im März in den Rohren verblieben war, betrage nun zwischen 61 bis 63 Prozent. Eine Explosionsgefahr bestehe jedoch nicht, da kein Sauerstoff in den Rohren festgestellt wurde. Die Messungen waren am Mittwoch als Reaktion auf die Funde vergangener Woche aufgenommen worden. Am heutigen Donnerstag soll nun das Gas kontrolliert abgelassen werden.

Erdbeben der Stärke 5,6 mit Epizentrum vor Präfektur Fukushima: Die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet von einem Erdbeben der Stärke 5,6 dessen Epizentrum sich nach Angaben der nationalen Wetterbehörde im Nordosten Japans, vor der Küste der Präfektur Fukushima und damit 240 Kilometer nordöstlich von Tokyo befunden habe. Eine Sprecherin des Energiekonzerns TEPCO erklärte, es habe keine Probleme am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi gegeben.

Fukushima nähert sich dem Cold Shutdown durch Temperatursenkung: Nachdem nun auch die Temperatur im Druckbehälter von Reaktor 2 mit einem Wert von 99,7 erstmals seit dem Atomunglück unter 100° Celsius gesenkt werden konnte, befinden sich nun alle drei Krisenreaktoren unterhalb des kritischen Wertes. Die Reaktoren 1 und 3 waren bereits zuvor im August  auf unter 80° Celsius abgekühlt worden. Mit der Unterschreitung der Marke von 100° Celsius sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur stabilen Situation des so genannten „Cold Shutdown“ erreicht, meldet der Fukushima-Kraftwerksbetreiber TEPCO. Nun sei um so mehr ein erfolgreich arbeitendes Kühlsystem erforderlich, um die Werte konstant niedrig halten zu können. Auch japanische Medien, darunter die NHK und die Nachrichtenagentu Kyodo berichteten über diesen kleinen Erfolg.

Übergangslager für radioaktiv belastetes Material in acht Präfekturen geplant: Japans Vize-Umweltminister Hideki Minamikawa  legte bei einem Treffen in Koriyama (Präf. Fukushima) einen Plan vor der vorsieht,  neben dem bereits diskutierten Lager in  Fukushima, auch in weiteren sieben Präfekturen Übergangslager für radioaktiv belastete Erde und Schutt anzulegen. Der kontrovers diskutierte Vorschlag sieht temporäre Lager in den Präfekturen Chiba, Gunma und Ibaraki sowie Iwate, Miyagi, Tochigi und Tokyo vor.

Dass Präfekturen ihre eigenen Lager für radioaktiv belastetes Material anlegten sei notwendig für den landesweiten Fortschritt der Dekontamination, so die Meldung japanischer Nachrichtenagenturen und der NHK.

TEPCO soll 7.400 Stellen streichen: Der Regierungsausschuss, der sich mit der Situation von TEPCOs Managment und Finanzen befasst, wird in einem im Bericht den Energiekonzern dazu auffordern bis Ende März 2014  rund 7.400 der insgesamt 53.000  Beschäftigten zu entlassen. Die Experten sind sich weitgehend einig, dass eine massive Umstrukturierung des Unternehmens erforderlich ist, um sowohl Entschädigungszahlungen als auch ein Weiterbestehen der Stromversorgung sicherstellen zu können. Auch Lohn und Rentenzahlungen sollen gekürzt werden. Die Entlassungsforderung des Berichts, der am 3. Oktober veröffentlicht werden soll, würde 14 Prozent der Beschäftigten treffen, melden Asahi Shimbun und Yomiuri Shimbun.

Hohe Cäsiumwerte weit in der Präfektur Gunma entdeckt: Radioaktives Cäsium das beim Unglück am AKW Fukushima Daiichi freigesetzt wurde, hat sich über eine Strecke von mehr als 250 Kilometern nach Südwesten ausgebreitet und erreichte sogar die Präfektur Gunma, wie die Ergebnisse von Messungen in allen Präfekturen Ostjapans zeigen, die vom Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie unter Einsatz von Helikoptern der Präfekturen vorgenommen worden waren.

Die am Dienstag vorlegenten Messergebnis zeigen, dass sich der Großteil an radioaktivem Cäsium zunächst 60 Kilometer nordwestlich bewegt und dann seinen Kurs geändert habe, um sich dann bis zu den Präfekturen Tochigi und Gunma zu erstrecken.

Der höchste Wert an Cäsium-137 der in der Präfektur Gunma gemessen wurde, liess sich im nördlichen Bereich der Präfektur nachweisen. In einem, die Städte Midori und Kiryu umfassenden gebirgigen Gebiet, rund 180 Kilometer vom AKW Fukushima Daiichi entfernt, betrug die Belastung zwischen 100.000 und 300.00 Becquerel pro Quadratmeter

Allerdings wurde sogar im westlichen Bereich der Präfektur, der bereits an der Grenze zur Präfektur Nagano und damit  etwa 250km vom Kernkraftwerk entfernt liegt, der Wert von 30.000 Becquerel überschritten. Das berichtet die Asahi Shimbun.

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