Start Aktuelles Japan aktuell: Hohe Werte von radioaktivem Cäsium an Grundschule in Tokyo

Japan aktuell: Hohe Werte von radioaktivem Cäsium an Grundschule in Tokyo

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Tokyo Bezirk Suginami (Foto: Gonmi cc-by)
Tokyo Suginami-ku: Radioaktives Cäsium auf Schulgelände gefunden (Foto: Gonmi cc-by)
Tokyo Bezirk Suginami (Foto: Gonmi cc-by)
Tokyo Suginami-ku: Radioaktives Cäsium auf Schulgelände gefunden (Foto: Gonmi cc-by)

Eine Meldung die vermuten lässt, das radioaktives Material aus Fukushima aktuell tatsächlich Tokyo erreicht hat, beunruhigt vor allem Eltern. Sofern nicht in diesem Fall wieder mysteriöse Flaschen entdeckt werden, dürften derartige Werte nur schwer zu erklären sein.

Dennoch gibt es natürlich auch weitere Fukushima News zu melden und auch sonst gibt es interessante Informationen – im Spreadnews Japan-Ticker vom 13.12.2011.

Hoher Cäsiumfund an Grundschule in Tokyo: Bei Untersuchungen durch Angestellte der Verwaltung wurden auf einer Unterlegplane auf dem Gelände einer Grundschule in Tokyo, die im Bezirk Suginami liegt, eine extrem hohe Menge radioaktiver Belastung nachgewiesen. Insgesamt wurden 90.600 Becquerel pro Kilogramm an radioaktivem Cäsium gemessen. Damit liegt der Wert elfmal höher als der für unterirdische Lagerung geltende Grenzwert von 8000 Becquerel pro Kilogramm, berichtet die NHK. Das Schulgelände liegt etwa 230 Kilometer vom AKW Fukushima Daiichi entfernt.

Die Plane war zwischen dem 18. März und dem 6. April dazu verwendet worden, um den Rasen der Schule vor Frost zu schützen. Bis Anfang November war sie dann neben einer Turnhalle gelagert worden. Angestellte der Bezirksverwaltung die Radioaktivität in der Nähe maßen, stellten eine Belastung von 3,95 Mikrosievert pro Stunde in einem Abstand von einem Zentimeter zum Boden fest.

Während sich Eltern nun Sorgen machen, ob radioaktives Material aus dem Kernkraftwerk Fukushima tatsächlich bis nach Tokyo gelangt sei und eine Untersuchung der Schule und des Geländes fordern, überlegt die Bezirksverwaltung, wie mit der belasteten Plane weiter zu verfahren ist und erwägt, das kritische Objekt zusammen mit anderem Müll zu verbrennen.

Google Street View zeigt Katastrophenorte in Japan: Der Suchmaschinengigant Google hat Aufnahmen von insgesamt 82 Städten und Ortschaften in sechs nordöstlichen Präfekturen, darunter auch die Präfektur Fukushima, die im Juli aufgenommen worden waren veröffentlicht. Zusätzlich wurden Bilder die vor den Zerstörungen gemacht wurden, eingebunden.

Nach eigenen Angaben will das US-Unternehmen damit zum einen das Ausmaß der Verwüstung durch das Tohoku-Erdbeben und den Tsunami zeigen und hofft zum anderen, das Material könne beim Wiederaufbau helfen und als Erinnerung für künftige Generation dienen, berichtet die NHK.

Feuer im AKW Tsuruga: Wie die NISA mitteilte, war am gestrigen Montag im AKW Tsuruga (Präf. Fukui) ein Feuer ausgebrochen. Nach Angaben der NHK sowie der Nachrichtenagentur Kyodo ereignete sich der Brand in einer Wasseraufbereitungseinheit von Reaktor 1. Die Flammen seien jedoch von den Arbeitern gelöscht worden. Bei dem Zwischenfall habe es keine Verletzten gegeben.

Wie der Betreiber, die Japan Atomic Power Company (JAPC) erklärte, sei die Ursache vermutlich Funkenflug während eines Kurzschlusses gewesen. Radioaktivität ist Betreiberangaben zufolge nicht in die Umwelt gelangt –  zumal sich der Reaktor zum Zeitpunkt des Zwischenfalls aufgrund von standardmäßig durchgeführten Überprüfungen in heruntergefahrenem Zustand befinde.

Allerdings ist es nicht das erste Mal, dass es im AKW Tsuruga zu einem Feuer kam – zwischen März 2010 und September 2011 war es bereits zu drei Bränden gekommen. Seinerzeit waren Schweissarbeiten, bzw. Gasbrenner die Ursache. Noch am 30. November waren Berichte zur Brandprävention und zur Verhinderung derartiger Unfälle von der JAPC eingereicht worden.

Einspruch gegen Todesstrafe für Giftgas-Sektenmitglied abgelehnt: Auch wenn die Prozesse gegen Mitglieder der religiösen Gruppierung Omu Shinrikyo, die sich wegen des Sarin-Anschlags auf die U-Bahn von Tokyo im Jahr  1995, sowie weiterer Verbrechen vor Gericht verantworten müssen, nach dem 16 Jahre währenden Verlauf durch mehrere Instanzen, bereits offiziell beendet sind, musste Japans höchster Gerichtshof noch eine weitere Entscheidung im Fall der außerhalb Japans meist fälschlich „Aum-Sekte“ bezeichneten Organisation, fällen.

Am Montag lehnte der Gerichtshof einen am 1. Dezember eingereichten Einspruch gegen die Todesstrafe für Seiichi Endo (51) ab und bestätigte somit das Todesurteil. Neben Endo wurde auch der frühere Sektenführer Shoko Asahara, der mit bürgerlichem Namen Chizuo Matsumoto heisst, sowie elf weitere Personen zum Tode verurteilt. Bis zur Vollstreckung von Todesurteilen vergehen in der Regel mehrere Jahre.

Ermutigung und Probleme bei Arbeiten der Freiwilligen
: Auch wenn man in der Bevölkerung den Versprechungen der Regierung in Tokyo über eine Lösung der Probleme immer weniger Glauben schenkt, so versuchen die Japaner, Motivation und Problemlösung selbst in die Hand zu nehmen, wie in verschiedenen japanischen Medien zu lesen ist.

Während in Kamaishi (Präf. Iwate) eine Gedenkglocke die auch zum Wiederaufbau ermutigen soll fertiggestellt wurde, schuf ein Einwohner von Minamisoma mit weihnachtlichen Lichterketten, einen leuchtenden Motivationssatz außerhalb seines Hauses. Die  bislang bedeutendste Gedenkstätte dürfte jedoch nun das „Licht der Hoffnung“ sein – eine Gaslaterne deren Flamme an jener eines Monuments in Kobe entzündet wurde, dass an die Opfer des Hanshin-Erdbebens 1995 in der Stadt Kobe erinnern soll.

Bei den konkreten Aufbauarbeiten gibt es jedoch Probleme. Da die Gemeinden bei der Aufteilung des Etats für den Aufbau oft die Wiederherstellung von Grabstätten und Tempeln nicht berücksichtigten, ist dies nun eine Aufgabe die von Bürgern durch freiwillige Spenden, die Bereitstellung von Landflächen für Friedhöfe und tatkräftige Arbeiten bewältigt wird.

Unterdessen sinkt allerdings die Zahl der Freiwilligen bei Aufbauarbeiten in den Krisenregionen der Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi, wie die Asahi Shimbun berichtet. Von den im Mai erreichte Spitzenwerten von 54.000 freiwilligen Helfern in einer Woche konnte man im November nur noch träumen, betrug die Zahl der Hilfskräfte nur noch 7.000 Personen, was sicher auch den kälter werdenden Temperaturen zu schulden ist.

2 KOMMENTARE

  1. Wundert sich da wirklich jemand, wenn Radioaktivität in Tokio vorhanden ist in hohem Ausmaß! Wie klein ist Japan und wie weit hat sich Tschernobyl ausgewirkt!

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