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Japan aktuell: Internationale Freigabe von Fukushima-Material gefordert

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Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Arbeiten an Kühlsystem des AKW Fukushima Daiichi (Symbolfoto: TEPCO)
Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Erkenntnisse der Fukushima-Krise sollen weltweit geteilt werden (Foto: TEPCO)

Während das AKW Fukushima heute lediglich Studienobjekt ist, kam es an Japans derzeit einzig aktivem Kernkraftwerk zu einem Zwischenfall.

Dieses Ereignis macht deutlich, dass die potentielle Gefahr durch Atomenergie nicht allein auf die Fukushima News reduziert werden kann.

Doch auch die Bedrohung durch Naturkatastrophen ist heute erneut Thema. Somit also neben der Krise am AKW Fukushima heute weitere Meldungen, wie immer im Spreadnews Japan-Ticker vom 6. Januar 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Experten fordern Veröffentlichung von Fukushima-Material
  • Mobile Autopsie-Einheiten für Katastrophenfälle
  • Kurzer Stromausfall am AKW Oi
  • Japan ruft Tsunami-Warnung nach Salomonen-Erdbeben aus
  • Erster Salomonen-Tsunami erreicht Japan
  • Militärische Aspekte im Senkaku-Konflikt bekannt geworden
    • USA über Chinas Radareinsatz besorgt
    • US-Aufklärung in Luftaktion mit China und Japan verwickelt
    • Japan ermittelt Befehlskette

Experten fordern Veröffentlichung von Fukushima-Material: Ein Ausschuss von Experten, der sich aus den Teilnehmern an mehrere Untersuchungsgruppen zur Fukushima-Katastrophe setzt, forderte die Regierung heute dazu auf, Berichte über die Reaktorkatastrophen zusammenzustellen und weltweit zugänglich zu machen. 

Die Experten stammen dabei aus unterschiedlichen Gruppen die zum Teil von der Regierung, dem Parlament, oder der Privatwirtschaft beauftragt worden waren.

Die Gruppe traf sich nach Angaben der jiji um in einem vorläufigen Bericht die Regierung zur Untersuchung des Hergangs und der Schäden, sowie zur Verbreitung der Informationen auch außerhalb Japans aufzufordern.

Eine endgültige Fassung des Berichts und der damit verbunden Forderungen soll dann dem Parlament übermittelt werden.

Mobile Autopsie-Einheiten für Katastrophenfälle: Die Präfekturpolizei Tokyo hat heute zwei große Lastwagen präsentiert, die im Fall von schweren Naturkatastrophen, wie etwa dem erwarteten Nankai-Erdbeben, für Autopsien genutzt werden könen. Das berichtet die jiji unter Berufung auf  informierte Quellen.

Die 5,1 Tonnen schweren Trucks kosten jeweils 14 Millionen Yen und haben eine Ladekapazität von 2,8 Tonnen. Sie sollen zunächst dazu dienen, Zelte und Geräte zur Wasserreinigung zu transportieren, so dass in den Zelten bis zu drei Leichen parallel obduziert werden können. Eine Anschaffung weiterer dieser mobilen Autopsie-Einheiten ist geplant.

Mit der Anschaffung reagiert man auf die Erfahrungen während des Tohoku-Erdbebens. Damals war aufgrund der Zerstörung von Kliniken und der mangelnden Verfügbarkeit von Wasser zur Reinigung der Leichen die Identifikation der Toten nur langsam vorangegangen.

Kurzer Stromausfall am AKW Oi: Wie der Betreiber Kansai Electric mitteilte, kam es heute gegen 14:30 Uhr zu einem einminütigen Stromausfall an Japans derzeit einzig aktivem AKW. Der Elektrizitätskonzern meldete den Ausfall den Behörden der Präfektur, sowie der Regierung in Tokyo.

Der Betrieb der Reaktoren 3 und 4 war durch den Zwischenfalls nicht beeinträchtigt worden, auch wenn es zu einem kurzen Anstieg der Wasserpegel im Druckhalter des Kühlwassers gekommen war. Es handelt sich um den ersten Verstoß gegen die Sicherheitsrichtlinien seit dem Neustart der Anlage im Juli 2012.

Ursache war laut Kyodo nach Betreiberangaben das Missgeschick eines Auszubildenden, versehentlich an den Schalter der Batterie, die für den Notfall-Dieselgenerator und das Motorventil zuständig ist, gekommen war. Die NHK berichtet dagegen, ein Angestellter habe während einer Ausbildungsübung versehentlich den Knopf gedrückt.

Japans Atomaufsicht NRA führte kurz darauf eine Kontrolle vor Ort durch und bestätigte, dass der Stromausfall keine schädlichen Auswirkungen außerhalb der Anlage gehabt habe, berichtete die Kyodo.

Japan ruft Tsunami-Warnung nach Salomonen-Erdbeben aus: Nachdem die Salomonen-Inseln im Südpazifik von einem Erdbeben der Magnitude 8,0 erschüttert worden war, rief Japans Wetterbehörde um 14:41 Uhr eine Warnung für Japans gesamte Pazifikküste, von der nördlichsten Hauptinsel Hokkaido bis zur Präfektur Okinawa aus.

Tsunami-Warnplakat (Foto. Copyright by Andreas Teichert/DTRG e.V.)
Tsunami-Warnplakat (Foto. Copyright by Andreas Teichert/DTRG e.V.)

Es müsse mit einem Tsunami von bis zu 50 Zentimetern gerechnet werden und das Erreichen der Ogasawara-Inseln vor Tokyo gegen 16:30 Uhr prognostiziert. Die Bevölkerung wurde angewiesen die Küste zu meiden und wies darauf hin, dass die erste Welle nicht notwendigerweise die höchste sei.

Für Donnerstagmorgen müsse auch mit einem Eintreffen des Tsunami an der Insel Amami (Präf. Kagoshima) gerechnet werden. Mittlerweile wurde die Tsunami-Warnung für das gesamte Land aufgehoben. Über die Ereignisse berichteten etwa Kyodo, jiji und NHK.

Erster Salomonen-Tsunami erreicht Japan: Kurz vor 18:00 Uhr wurde dann vor der Insel Chichijima, die zur Ogasawara-Kette gehört, ein Tsunami von zehn Zentimetern Höhe gesichtet. Dies scheint gering, doch Simulator-Versuche der Hafen- und Flughafen-Forschungsinstituts in Yokosuka aus dem Jahr 2006 zeigen die Gefährlichkeit auch niedriger Tsunami.

Ein Tsunami von 50 Zentimetern höhe reisst bereits einen Menschen von den Beinen, bei 70 Zentimetern ist das Stehen unmöglichlich. Die Wucht eines ein Meter hohen Tsunami entspricht dem Zusammenstoß mit einem Kleinwagen bei 30 km/h. Der an den Salomonen-Insel entstandene Tsunami hatte dort eine Höhe von 91 Zentimetern.

Militärische Aspekte im Senkaku-Konflikt bekannt geworden: Nachdem bekannt geworden war, das China im Januar einen Zerstörer und einen Helikopter der Selbstverteidigungsstreitkräfte ins Visier genommen hatte, folgen nun weitere Informatione – wie immer für Sie zusammengefasst:

USA über Chinas Radareinsatz besorgt: Das US-Außenministerium verurteilte die Erfassung eines japanischen Zerstörers durch das Waffenzielsystem eines chinesischen Schiffes.

Derartige Aktionen könnten zur Eskalation, Fehleinschätzungen und Zwischenfällen führen. Die USA betrachten die Senkaku durch das Abkommen mit Japan gedeckt.

US-Aufklärung in Luftaktion mit China und Japan verwickelt: Wie jetzt bekannt wurde, führte der Flug einer Maschine der AWACS-Luftraumaufklärung in der Nähe der Grenzlinie zwischen China und Japan am 19. Januar zum Einsatz von Lufteinheiten beider Staaten. China fürchtete offenbar, die USA könnten an Informationen über Militäreinrichtungen an der Küste gelangen.

Zunächst habe China zwei Jian-10 Kampfjets entsand, welche die AWACS-Maschine beobachteten. Diese Aktivitäten hätten dazu geführt, das Japan ebenfalls Kampfjets in das Gebiet schickte. Später wurde ein japanischer SDF-Helikopter von einem chinesisches Zielsystem erfasst.

Japan ermittelt Befehlskette:  Bislang äußerte sich China weder zu den Vorfällen, noch zur Beschwerde Japans. Japan versucht nun zu ermitteln, auf welcher Entscheidungsebene der Befehl zur Anpeilung der japanischen Einheiten erfolgte. Das chinesische Außenministerium machte jedoch offenbar Andeutungen, der Befehl sei von militärischer Seite erfolgt.

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