Start Aktuelles Japan aktuell: Jodbelastung bei Fukushima-Einwohnern angeblich nicht gesundheitsschädigend

Japan aktuell: Jodbelastung bei Fukushima-Einwohnern angeblich nicht gesundheitsschädigend

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Japan-Karte: Präfektur Fukushima (Karte:pd)
Fukushima Gefahr durch radioaktives Jod vernachlässigbar (Grafik: pd)
Japan-Karte: Präfektur Fukushima (Karte:pd)
Fukushima Gefahr durch radioaktives Jod vernachlässigbar (Grafik: pd)

Auch wenn am AKW Fukushima aktuell einige Arbeiten vorgenommen werden, so gibt es bislang von TEPCO keine ausführlichen Erklärungen hierzu. Diese können in dem kommenden Tagen erwartet werden.

Die im Bezug auf die Strahlungsbelastung durch das Unglück von Fukushima heute gemachten Angaben von Experten sind dagegen verfügbar und zeichnen ein Bild einer vergleichsweise geringen Gesundheitsgefährdung durch radioaktives Jod.

Details zu den Fukushima News, sowie weitere Meldungen, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 28. Januar 2013.

Unsere heutigen Meldungen:

  • Experten über Verwerfung am AKW Tsuruga weitgehend einig
  • Kirschbaum-Großpflanzungsprojekt in Fukushima
  • Neue Erdbeben-Sicherheitstest für Hiroshima-Atombombendenkmal geplant
  • Senkaku-Ereignisse am Wochenende
    • Chinesische und taiwanesische Schiffe in Senkaku-Grenzgebiet

Schilddrüsenwerte von Fukushima-Bewohnern unbedenklich: Auf einem Symposium, das am Sonntag in Tokyo stattfand erklärten japanische Wissenschaftler, durch Auswertung von Schilddrüsentests die zeitnah nach dem Unglück in 12 Gemeinden durchgeführt worden waren, habe man errechnet, dass die Bevölkerung nicht gefährdet sei.

Schilddrüse (Grafik: pd)
Fukushima: Angeblich keine Gefährdung durch radioaktives Jod (Foto: pd)

Die Wissenschaftler erläuterten, man habe zusätzlich die aufgenommene Menge aus Gebieten errechnet, die einer Simulation zufolge besonders von radioaktivem Jod aus dem Kraftwerk betroffen waren. Auch die Daten aus Schilddrüsenuntersuchungen von 1.000 Kindern aus der Präfektur wurden in die Schätzungen einbezogen.

Das Fazit lautet: Die Einwohner der Präfektur Fukushima waren keiner gesundheitsgefährdenden Dosis ausgesetzt, welche die Schilddrüse geschädigt hätte.

Die stärkste Belastung der Einwohner sei in Futaba, Iitate und Iwaki nachgewiesen worden. Den Schätzungen der Forscher zufolge, wiesen einjährige Kinder eine Belastung von bis zu 30 Millisievert auf. Der international zulässige Wert beträgt 50 Millisievert. Erst bei Überschreitung müssen prophylaktisch Jodtabletten ausgegeben werden.

Auch wenn eine Schilddrüsenbelastung nicht lange nachweisbar ist, so gehe man davon aus, dass wahrscheinlich niemand durch die Fukushima-Katastrophe einer Belastung über den zulässigen Wert ausgesetzt worden sei. Hierüber berichteten Kyodo und NHK.

Experten über Verwerfung am AKW Tsuruga weitgehend einig: In einem vorläufigen Bericht vom heutigen Treffen erklärten Experten, die im Auftrag NRA entsprechende Untersuchungen am AKW Tsuruga durchgeführt hatten, dass die Verwerfung unter Reaktor 2 der Anlage wahrscheinlich als aktiv zu werten sei.

Die entdeckte „K-Verwerfung“ ist wahrscheinlich ein Ausläufer der „D-1“ direkt unter dem Reaktor. Laut dem bisherigen Bericht sollten beide geologische Formationen als aktive Verwerfungen gehandhabt werden. Eine endgültige Festlegung soll jedoch erst nach Rücksprache mit anderen Experten, die ähnliche Untersuchungen durchführen, erfolgen.

Der Betreiber fordert nun von der Atomaufsicht NRA eine genaue Erklärung, wie man zu diesem Schluss gekommen sei. Von Bedeutung dürfte der Umstand sein, dass auch jüngere geologische Verwerfungen als relevant für die Sicherheit betrachtet werden. Hierüber berichteten jiji, Kyodo und NHK.

Kirschbaum-Großpflanzungsprojekt in Fukushima: Die Nonprofit-Organisation „Happy Road Net“ begann am Samstag im Rahmen eines großen Baumpflanzungsprojekts entlang der Nationalstraße 6 in der Nähe der Verwaltungsbüros der Ortschaft Shinichi. Insgesamt 100 Setzlinge wurden gepflanzt.

Somei Yoshino Sakura (Foto: Takamura, cc-by)
Präfektur Fukushima: Kirschblütenaktion für Wiederaufbau (Symbolbild, Takamura, cc-by)

Weitere Pflanzungen sollten in Ortsteilen von Iwaki, Minamisoma und Naraha erfolgen. Insgesamt würden etwa 160 Kilometer Küstenregion der Präfektur mit 20.000 Bäumen verschiedener Kirschbaumgattungen bepflanzt werden.

Für dieses Jahr wird die Pflanzung von 1.600 Bäumen geplant, die in vier bis fünf Jahren blühen werden.

Die Pflanzungen sollen jährlich voon Januar bis März erfolgen, bis die geplante Gesamtzahl an Bäumen erreicht ist.

Nach Wunsch der Initiatoren, die das Projekt nach den Katastrophen fast aufgegeben und die Organisation sich auf Aufräumarbeiten beschränkt hatte, sollen künftige Generationen stolz auf dieses  Projekt sein, den Willen zum Wiederaufblühen der Region symbolisieren und das Vergessen der Katastrophe verhindern, meldet die Yomiuri Shimbun.

Neue Erdbeben-Sicherheitstest für Hiroshima-Atombombendenkmal geplant: Das frühere Gebäude der Handelskammer von Hiroshima, das weltweit als „Atombombenkuppel“ bekannt wurde und dessen Gerüst seit dem Atombombenabwurf auf Hiroshima 1945 dort als Friedensdenkmal steht, soll für den Fall von Großbeben gesichert werden.

Das Gebäude überstand zwar bereits einige Erdbeben, doch bei einem schweren Beben, dass auf der siebenstufigen japanischen Skala den Wert 6- erreicht, könnten Teile des Gebäudes zum Einsturz bringen, berichtet die Asahi Shimbun. Seit 2007 werden Merkmale des Gebäudes überwacht (Spreadnews berichtete etwa am 9. Dezember 2011).

Die bisherige numerische Analyse ist der Stadtverwaltung jedoch nicht genug, so dass ab Januar 2013 Gebäudeproben entnommen und analysiert werden sollen. Abhängig von den Ergebnissen und den eingeholten Expertenmeinungen, werde man Strukturverstärkungsmaßnahmen durchführen.

Senkaku-Ereignisse am Wochenende: Auch während der vergangenen Tage kam es zu mindestens einer Sichtung chinesischer Aktivitäten in der Nähe der Senkaku-Inselgruppe und auch Taiwan zeigte Präsenz. Die aktuellen Meldungen für Sie zusammengefasst:

Chinesische und taiwanesische Schiffe in Senkaku-Grenzgebiet: Am Samstag sichtete Japans Küstenwache zum dritten Tag in Folge chinesische Schiffe, die innerhalb des Grenzgebiets navigierten. Am Donnerstag war dort noch ein taiwanesisches Schiff gesichtet worden, das jedoch die Gewässer wieder verliess.

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