Start Aktuelles Japan aktuell: Katastrophe von Fukushima führt zu umstrittenen Belastungstests an Japans AKW

Japan aktuell: Katastrophe von Fukushima führt zu umstrittenen Belastungstests an Japans AKW

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Banri-Kaieda: Japans früherer Minister für Industrie Handel und Wirtschaft. (Foto: TEPCO)
Ex-Industrieminister Banri Kaieda wusste vom Deal (Foto: TEPCO)
Banri-Kaieda: Japans Minister für Industrie Handel und Wirtschaft. Foto: TEPCO
Banri Kaieda Japans Industrieminister plant Stresstests für AKW. Foto: TEPCO

Die überraschend vom japanischen Ministerium für Industrie  erlassene Anordnung zur Durchführung von Belastungstests der Kühlsysteme aller Nuklearanlagen Japans tritt auf unterschiedliche Reaktionen – es wird jedoch deutlich,  dass nicht nur der Zustand des AKW Fukushima aktuelle Nachrichten zur Situation der japanischen Kernkraftwerke bietet, auch wenn der Unfall im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi natürlich der Auslöser für das plötzliche Interesse am Zustand japanischer AKW ist .

Weitere Meldungen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 07. Juli 2011

Stresstests für AKW Kühlsysteme geplant: Banri Kaieda, Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie hat angekündigt, man werde die Kühlsysteme aller Reaktoren mit Stresstests und deren Auswertungen auf ihre Sicherheit im Bezug auf Naturkatastrophen wie Erdbeben und Tsunami überprüfen.

Damit folgt Japan dem Beispiel der EU, die bereits im Juni eine entsprechende Maßnahme begangen hatten. Ziel dieser Großaktion sei es, die Befürchtungen und Ängste in der Bevölkerung angemessen zu respektieren und durch die Überprüfungen diese zu zerstreuen.

Diese Entscheidung trifft jedoch auch auf Unverständnis, da vor weniger als drei Wochen die japanische Nuklearsicherheitsbehörde NISA erklärt hatte, alle Reaktoren die vorschriftsmäßig gewartet und kontrolliert werden, seien sicher.

Die neue Maßnahme der Regierung könnte auch als Signal der Unsicherheit in die Angaben der NISA missverstanden werden.

Präfekturen Irritiert über Stresstests: Nach Angaben der Nachrichtenagentur Jiji zeigten sich sowohl Tokihiro Nakamura der Gouverneur der Präfektur Ehime als auch sein Amtskollege der Präfektur Niigata, Hirohko Izumida,  irritiert über die Prüfungen an Atomkraftwerken. Während Izumida fragte, weshalb derartige Tests nicht bereits früher erfolgten, sprach Nakamura davon, diese Maßnahmen würde Misstrauen gegenüber der Atompolitik der Regierung schüren.

Yasushi Furukawa, Gouverneur der Präfektur Saga, in der sich das AKW Genkai befinden, ist einem Artikel der Mainichi Shimbun zufolge, unzufrieden über die Pläne der Regierung, Stresstests an allen AKW durchzuführen, kurz nachdem er Bereitschaft gezeigt hatte, dem Neustarts am Atomkraftwerk zuzustimmen.

Hideo Kishimoto, Bürgermeister der Stadt Genkai in dessen unmittelbarer Nähe sich auch das gleichnamige Kernkraftwerk befindet, hat nach bekanntwerden der Pläne für Stresstests seine Zustimmung zur Wiederaufnahme des Reaktorbetriebs zurückgezogen, so ein Bericht der Mainichi Shimbun. Als einen der Gründe nannte er die Manipulationsversuche der Kyushu Electric, und starkes Misstrauen gegenüber der unklaren Haltung der Regierung, so die Nachrichtenagentur Kyodo

Zwei Reaktoren ohne Abnahme in Betrieb: In zwei Kernkraftwerken – dem AKW Oi (Präf. Fukui) und dem AKW Tomari (Präf. Hokkaido) – war vier Monate lang jeweils ein Reaktor in Betrieb, ohne die nach Sicherheitschecks normalerweise übliche Ausgangsprüfung durch die japanische Atomaufsichtsbehörde NISA durchlaufen zu haben.

Die Betreiberfirmen Kansai Electric bzw. Hokkaido Electric haben mit diesem Vorgehen jedoch nicht gegen Gesetze verstoßen, da die eigentliche Sicherheitsüberprüfung abgeschlossen war und lediglich die Endprüfung durch die NISA nicht erfolgt sei. Diese wiederum erfolge nur auf Anfrage des Unternehmens, es besteht prinzipiell keine Aufforderung durch die NISA, das Atomkraftwerk dieser zu unterziehen. Das meldet die Asahi Shimbun.

Skandal um Neustartspläne des AKW Genkai:
  Japanische Medien berichten von der Aufdeckung eines Manipulationsversuchs bei der Unterstützung der Wiederinbetriebnahme von zwei Reaktoren am Atomkraftwerk Genkai. Ein Mitarbeiter der Betreiberfirm Kyushu Electrics hatte per E-Mail Kollegen, deren Familien und weitere Personen dazu aufgefordert, sich bei einem Fernsehsender positiv über die Pläne zu äußern.

Auf diese Weise sollte der Eindruck erweckt werden, der Neustart der Reaktoren des AKW Genkai verfüge über breite Unterstützung aus der Bevölkerung. Ob der Präsident des Energiekonzers, Toshio Manabe, aufgrund dieses Skandals seinen Hut nehmen wird, ist jedoch noch nicht entschieden.

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