Start Aktuelles Japan aktuell: Kontamination des Pazifik durch stark radioaktives Fukushima-Grundwasser befürchtet

Japan aktuell: Kontamination des Pazifik durch stark radioaktives Fukushima-Grundwasser befürchtet

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Goishi-Küste am Pazifik (Foto: estel, cc-by)
30 Billionen Becquerel an Cäsium und Strontium in Pazifik gelangt (Foto: estel, cc-by)
Goishi-Küste am Pazifik (Foto: estel, cc-by)
Radioaktive Verseuchung an der Pazifikküste befürchtet (Foto: estel, cc-by)

Die Strahlungswerte des radioaktiv stark belasteten Grundwassers steigen weiter an. Das zeigen die neusten Messwerte, die vom Betreiber des AKW Fukushima heute präsentiert wurden.

Die Behörden halten eine drohende Kontamination des Meeres durch die Anlage in Fukushima aktuell für sehr wahrscheinlich.

Tatsächlich bricht die radioaktive Belastung erneut wieder Rekorde. Positive Meldungen stehen hinter diesen Entwicklungen zurück. Einzelheiten zu den Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. Juli 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Kontamination des Pazifiks durch Fukushima-Grundwasser befürchtet
  • Zweiter Anstieg der Grundwasser-Strahlungswerte in Folge
  • Arbeitsgruppe soll Meereskontamination verhindern helfen
  • Ursache vor Ölleck an Fukushima-Kran geklärt

Kontamination des Pazifiks durch Fukushima-Grundwasser befürchtet: Wie die Atomaufsicht NRA am heutigen Mittwoch mitteilte, bestehe der starke Verdacht, das hochgradig kontaminiertes Wasser aus den Reaktoren in den Boden gelangt, dort das Grundwasser radioaktiv belastet und nun den Pazifischen Ozean kontaminiert.

Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Grundwasser-Kontamination nahe des Hafens (Symbolfoto: TEPCO)

Auch wenn Kraftwerksbetreiber TEPCO nach eigenen Angaben noch keine signifikanten Auswirkungen auf die Umwelt festgestellt hat, müsse man die Ursache der Kontamination schnell ausfindig machen und der Durchführung von Gegenmaßnahmen höchste Priorität einräumen, erklärte Shunichi Tanaka, Vorsitzender der Atomaufsicht.

Die NRA vertritt zudem den Standpunkt, dass die Öffnung, durch die im April 2011 hochgradig radioaktives Wasser ins Meer gelangt war, möglicherweise nicht die einzige Quelle der Kontamination darstellen könnte. Bei einem heutigen Treffen brachte die Behörde auch Seitengräben, die Turbinengebäude mit dem Meer verbinden, als zusätzliche Quellen ins Gespräch.

Über die Neubeurteilung berichteten Kyodo, jiji und Asahi Shimbun

Zweiter Anstieg der Grundwasser-Strahlungswerte im Folge: Die Konzentration an radioaktiven Substanzen, die in Wasserproben nachgewiesen können, steigt weiter an – und die genauen Umstände des plötzlichen Anstiegs sind bislang weiter nicht geklärt.

Montag-Dienstag: Am gestrigen Dienstag waren die Werte der am Montag entnommenen Proben veröffentlicht und Belastungen von 9.000 Becquerel radioaktivem Cäsium-134 und 18.000 Becquerel radioaktivem Cäsiium-137 pro Liter Wasser festgestellt worden. Somit betrug die Cäsium-Gesamtbelastung 27.000 Becquerel.

Dienstag-Mittwoch: Die am heutigen Mittwoch vorgestellten Proben, die am gestrigen Dienstag entnommen wurden, weisen eine noch höhere Belastung auf. Dort wurden 11.000 Becquerel an Cäsium-134 und 22.000 an Cäsium-137 pro Liter nachgewiesen. Die heute veröffentlichte Cäsium-Gesamtbelastung beläuft sich somit auf 33.000 Becquerel.

Auch in diesem Fall werden die Grenzwerte erneut überschritten. Im Fall von Cäsium-134 um das 180-fache und bei Cäsium-137 sogar um das 240-fache des zulässigen Maximalwerts. Die derzeitige Entwicklung entspricht einem Anstieg von 20 Prozent pro Tag.

Beide Proben waren am selben Grundwasser-Kontrollpunkt in der Nähe des Turbinengebäudes von Reaktor 2 entnommen worden. Dieser Standort befindet sich nur 25 Meter vom Hafen der Anlage entfernt. Über die erneuten Strahlungsrekorde berichteten Kyodo, jiji, Asahi Shimbun und NHK.

Arbeitsgruppe soll Meereskontamination verhindern helfen: Eine Arbeitsgruppe soll sich ab sofort mit Möglichkeiten befassen, die eine Kontamination des Meeres durch radioaktives Grundwasser verhindern könnten. Das beschloss Japans Atomaufsicht NRA nach Angaben der NHK auf einer heutigen Sitzung.

Atomsymbol
NRA will Kontamination des Pazifik durch Fukushima verhindern (Grafik: pd)

Ein wichtiger Punkt wird dabei die Lokalisierung der Leckstellen sein, durch die das Wasser gelangt.

Die bisher von TEPCO genannte Möglichkeit sei nach einer ersten Einschätzung als alleinige Kontaminationsursache unwahrscheinlich.

Eine Verbreitung von anderen Punkten ausgehend durch das Erdreich wird vermutet.

Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi erklärte, man werde die Einschätzungen der Behörde für die eigene Arbeit berücksichtigen.

Ursache vor Ölleck an Fukushima-Kran geklärt: Am 4. Juli entdeckte der Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 13:05 Uhr, dass Öl aus einem 25-Tonnen-Fahrzeugkran auf dem Gelände der Baustelle der Verbrennungsanlage zur Volumenreduzierung von Feststoffen, nördlich von Fukushima-Reaktor 6 austrat (Spreadnews berichtete am selben Tag).

Wie TEPCO gestern bekannt gab, wurde später festgestellt, dass das Öl aus dem Zylinderhohlraum ausgetreten war. Aus diesem Grund wurde am folgenden Tag dort ein Hydraulikschlauch gelöst. Am Montag war dann bestätigt worden,, dass kein Öl mehr austrat. Nun sollen Reparaturarbeiten folgen.

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