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Japan aktuell: Kranschäden am AKW Fukushima geben Rätsel auf

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AKW Fukushima: Kranausleger am Boden, am 10. September 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Kranausleger am Boden, am 10. September 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Kranausleger am Boden, am 10. September 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Kranausleger am Boden am 10. September 2013 (Foto: TEPCO)

Der unterirdische Verlauf des radioaktiven Grundwassers aus unsicheren Behältern, sorgt beim Betreiber des AKW Fukushima aktuell für Stirnrunzeln.

Weitere Rätsel gibt jetzt aber auch die Entwicklung an einem Kran innerhalb des Kraftwerksgeländes auf.

Zu den weiteren Meldungen, die neben der Anlage des AKW Fukushima heute von Interesse sind, gehören entscheidende Mängel in den Katastrophenpräfekturen, sowie die Bekanntgabe einer Demontage. Einzelheiten der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. September 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Kranschäden am AKW Fukushima geben Rätsel auf
  • Katastrophengebiete medizinisch weiter unterversorgt
  • TEPCO zieht bei Wasserproblem nun US-Experten hinzu
  • Demontage des angespülten Schiffs begonnen

Kranschäden am AKW Fukushima geben Rätsel auf: TEPCO veröffentlicht heute Fotos von den Arbeiten an einem Kran auf der Anlage. Der Ausleger des Krans war demontiert worden, nachdem man am 5. September eine Abwärtsneigung entdeckt hatte (Spreadnews berichtete).

AKW Fukushima: Kranausleger vor Abschluss der Arbeiten am 10. September 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Kranausleger vor Abschluss der Arbeiten am 10. September 2013 (Foto: TEPCO)

In einer Pressekonferenz vergangener Woche hatte der Kraftwerksbetreiber erklärt, erst im Juni wären die jährlichen visuellen Kontrollen des Krans durchgeführt worden. Auch die tägliche Kontrolle vor Betriebsbeginn hatte keine Auffälligkeiten ergeben.

Der Ausleger befand sich ursprünglich über dem Gebäude von Fukushima-Reaktor 3, war jedoch vor den erforderlichen Maßnahmen zunächst per Fernsteuerung zur Seite gedreht worden.

Nun da das Gerät am Boden ist, soll untersucht werden, wie es zum ungewöhnlich schnellen Verschleiß am Verbindungsstück des Kranauslegers kommen konnte.

Das Unternehmen räumte zwar ein, dass hohe Strahlungswerte zwar zur Materialermüdung von Metall führen könnten, allerdings sei die Strahlung in diesem Fall nicht hoch genug. Das Gerät war seit Augsut 2011 im Betrieb und hat im Normalfall eine Lebensdauer zwischen 15 und 25 Jahren.

Katastrophengebiete medizinisch weiter unterversorgt: Selbst zweieinhalb Jahre nachdem das Tohoku-Erdbeben und der damit verbundene Tsunami schwere Schäden in den  Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi hinterlassen hatte, ist die Zahl der medizinischen Einrichtungen immer noch zu gering.

Japanisches Rotes Kreuz: Fahrzeug beim Tohoku-Einsatz 2011 (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)
Japanisches Rotes Kreuz: Fahrzeug beim Tohoku-Einsatz 2011 (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)

Trotz Maßnahmen der Regierung sind nicht nur vielerorts noch Reparaturen und Bauarbeiten notwendig, sondern auch der Mangel an medizinischem Personal und Pflegekräften macht der Region Tohoku zu schaffen, die bereits vor der Katastrophe über Engpässe im Gesundheitswesen klagte.

Sowohl der Umstand, dass der Wiederaufbau weiterhin Zeit benötigt, als auch die Tatsache, dass andere medizinische Einrichtungen bereits dauerhaft schlossen führt dazu, dass viele Einwohner es aufgegeben haben, weiterhin medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dies führt zu Sorgen über den Gesundheitszustand der Bevölkerung.

In Rikuzentakata (Präf. Iwate) sind zwischenzeitlich 13 der ursprünglich 20 medizinischen Einrichtungen wieder im Einsatz, einige der übrigen sind geschlossen worden.

Aufgrund des Mangels an Fachkräften ist ein Präfekturkrankenhaus dazu übergegangen, auch Ärzte außerhalb der Präfektur zu beschäftigen. Dennoch ist noch nicht absehbar, ob die Gesundheitsversorgung tatsächlich gesichert werden kann. Das berichtet die jiji.

Einen Eindruck über die Situation in den Präfekturen in den Monaten unmittelbar nach der Katastrophe bietet unsere Artikelserie „Katastrophenhelfer in Japan

TEPCO zieht bei Wasserproblem nun US-Experten hinzu: Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi gab heute bekannt, man werde mit Lake H. Berret einen Nuklearexperten der USA hinzuziehen, um die Probleme durch das radioaktive Wasser zu bewältigen.

Berret verfügt nach Meldung der Kyodo bereits über Erfahrung mit kritischen Situationen an Atomkraftwerken, war er doch beim Unfall an der US-Anlage Three Mile Island  im Jahr 1979 an der Kontrolle der damaligen Situation beteiligt.

Im Rahmen von Gesprächen, die mit den Mitgliedern einer TEPCO-Expertengruppe, die seit August ausschließlich mit Planungen zur Lösung des Wasserproblems der Anlage betraut ist, wird Berret sich zunächst ein Bild der Lage machen, um sich dann weiter in den Entscheidungsfindungsprozess einzubinden.

Demontage des angespülten Schiffs begonnen: Das Wrack der 330 Tonnen schweren „Kyotoku Maru Nr. 18“, dass im März 2011 von den Wogen des Tsunami ganze 750 Meter in ein Wohngebiet im Landesinneren gespült worden war, sieht nun seinem Ende entgegen. Das Schiff war weltweit zum Symbol für die zerstörerische Kraft des Tsunami geworden.

Kesennuma (Präf. Miyagi): Wrack der Kyotoku Maru Nr. 18 am 20. August 2013  (Foto: jetalone cc-by
Kesennuma (Präf. Miyagi): Wrack der Kyotoku Maru Nr. 18 am 20. August 2013 (Foto: jetalone cc-by

Nachdem sich bei einer Abstimmung im August 2013 die Mehrheit der Einwohner von Kesennuma gegen die Möglichkeit entschieden hatten, das Fischereischiff als Denkmal zu erhalten, begannen gestern die Arbeiten zur Verschrottung.

Im August war zuvor ein Arbeitsloser aus Ichinoseki (Präf. Iwate) mit seinem Wagen gegen das Wrack gefahren.

Die Demontage der Einzelteile des Schiffs soll bereits am 19. Oktober abgeschlossen sein. Das berichteten Asahi Shimbun und NHK.

Als Begründung für den Wunsch zur Entsorgung des Schiffes nannten die Überlebenden, der Anblick des Wracks sei zu schmerzlich für sie. In Kesennuma sind etwa 930 Personen durch die Naturkatastrophen getötet, weitere 604 gelten noch als vermisst.

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