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Japan aktuell: Kurzfristiger Ausfall an Fukushima-Reaktorkühlsystem

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AKW Fukushima: Trennschalter für Stromversorgung der Turbine in Reaktor 1
AKW Fukushima: Kurzer Ausfall der Stromversorgung einer Turbine
AKW Fukushima: Trennschalter für Stromversorgung der Turbine in Reaktor 1
AKW Fukushima: Kurzer Ausfall der Stromversorgung einer Turbine (Foto: TEPCO)

Wenn am AKW Fukushima heute eine Stromausfall gemeldet wird und sich der Taifun „Danas“ vom Süden Japans aus nach Norden bewegt, dann wird dies manchen an überzogen formulierte Gefahrenszenarien erinnern.

Dass ein Leck und die Verletzung eines Arbeiters für die Angestellten am AKW Fukushima aktuell von größerer Bedeutung sind, als derartige Spekulationen, dürfte verständlich sein.

Einzelheiten der tatsächlichen Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. Oktober 2013.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • Kurzer Ausfall am Fukushima-Kühlsystem
  • Kleines Wasserleck in Fukushima-Reaktor
  • Fukushima-Arbeiter verletzt sich bei Kranreparatur
  • 20 Prozent der Feuerwachen nicht erdbebensicher
  • Baumpflanzung auf Fukushima-Damm

Kurzer Ausfall am Fukushima-Kühlsystem: Am heutigen Montag löste ein Sicherheitssystem gegen 9:45 Uhr einen Alarm aus. Ein TEPCO-Angestellter im erdbebensicheren Aufenthaltsgebäude bemerkte daher einen Stromausfall im zweiten Stock des Turbinengebäudes von Reaktor 1.

AKW Fukushima: Versehentliche Abschaltung einer Kühlpumpe (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Versehentliche Abschaltung einer Kühlpumpe (Foto: TEPCO)

Aufgrund des Stromausfalls kam es zu einem kurzen Halt einer Pumpe, die Kühlwasser in den Reaktor pumpt. Die Versorgung wurde einige Sekunden später wieder hergestellt, als eine andere Pumpe. die auf anderem Weg mit Elektrizität versorgt wurde, die Aufgabe übernahm.

Wie der Kraftwerksbetreiber mitteilte, habe es praktisch keine Temperaturänderung im Reaktorbehälter gegeben. Auch habe es durch den Stromausfall einen Stopp des Systems zur Dekontamination radioaktiver Gase in den Sicherheitsbehältern 1 und 2 gegeben. Doch auch hier seien umgehend die Notfallsysteme angesprungen.

Bei der Ermittlung zur Ursache gelangte die japanische Atomaufsichtsbehörde NRA zu dem Schluss, dass menschliches Versagen zum Zwischenfall geführt hatte.

Bei einer Kontrolle habe ein Angestellter irrtümlich die falsche Taste betätigt und so zum Stopp der Pumpe geführt.

Dies ist nicht der erste Zwischenfall dieser Art. Im März hatte ein Kurzschluss durch eine Ratte zu einem 29 Stunden dauernden Ausfall der Kühlung eines Abklingbeckens geführt (Spreadnews berichtete erstmals am 18. März 2013).

Um eine Wiederholung eines derartigen Ereignisses auszuschließen, sollen Tasten und Knöpfe, die zur Unterbrechung von Stromkreisläufen führen, umgehend besonders gekennzeichnet werden. Zusätzlich geplant sind eine bessere Schulung der Angestellten und bessere Vorgaben zum Ablauf derartiger Kontrollen genauer festlegen, kündigte TEPCO an.

Auch werde man sowohl die Zahl der Arbeiter, als auch die der Ruhemöglichkeiten für die Beschäftigten erhöhen.

Kleines Wasserleck in Fukushima-Reaktor: Am heutigen Montag entdeckte ein Angestellter gegen 11:45 Uhr bei Arbeiten am Druckablasssystem der Anlage zur Steuerung der Kontrollstäbe im dritten Stock von Reaktor 6, einige Wasserspuren.

Aus einem Ablasschlauch an dem sich offenbar Risse befanden, tropfte Wasser auf den Boden, so dass sich eine Pfütze von etwa  3cm x 5xm bildete.

Diese gelangte jedoch nicht nach draußen und der Wasseraustritt wurde gestoppt.

Das Unternehmen kündigte zunächst an, die Umstände des Lecks zu prüfen. Es habe keine nennenswerten Veränderungen der Messwerte gegeben. Später ergänzte das Unternehmen diese Informationen um Angaben zu den Strahlungswerten der Wasserproben.

Demnach habe das Wasser lediglich Werte aufgewiesen, die der dortigen Hintergrundstrahlung entsprechen, so dass keine radioaktive Kontamination durch das herabtropfende Wasser entstand.

Fukushima-Arbeiter verletzt sich bei Kranreparatur: Gegen 11:00 Uhr verletzte sich der Angestellte eines Partnerunternehmes beim Auswechseln von Teilen des Krans, der im Normalfall zur Trümmerräumung an Reaktor 3 eingesetzt wird. Offenbar aufgrund einer Unachtsamkeit quetschte er sich den rechten Zeigefinger.

AKW Fukushima: Blick auf den abgelegten Kranausleger (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf den abgelegten Kranausleger im September 2013 (Foto: TEPCO)

Aufgrund der Notwendigkeit einer medizinischen Behandlung wurde er zunächst ins medizinische Notfallzentrum gebracht und die Feuerwehr Tomioka als Krankentransport alarmiert. Bei keinem der beteiligten Arbeiter wurde radioaktive Kontamination festgestellt.

Der Ableger des Krans war abmontiert und heruntergeholt worden, nachdem zuvor eine Neigung des Bauteils festgestellt wurde (Spreadnews berichtete erstmals am 5. sowie dem 10. und 24. September 2013).

20 Prozent der Feuerwachen nicht erdbebensicher: Wie die Behörde für Feuer- und Katastrophenschutz heute mitteilte, sind von landesweit 6.415 Feuerwachen insgesamt 1.360 Gebäude nicht erdbebensicher. Diese Zahlen vom März 2012 entsprechen einem Wert von 21,2 Prozent.

Feuerwache der Stadt Shinshiro, Präf. Aichi (Foto: pd)
Feuerwache der Stadt Shinshiro, Präf. Aichi (Foto: pd)

Da insbesondere das Große Nankai-Erdbeben, dass für die kommenden Jahre erwartet wird, voraussichtlich zeitgleich mehrere schwerwiegende Brände verursachen wird, sind Schäden an Feuerwachen eine besondere Gefährdung für die Sicherheit, da sie die Einsatzfähigkeit der Rettungskräfte drastisch verringern würden.

Auch die Abdeckung der Regionen durch erdbebensichere Feuerwachen ist problematisch. Während in der Präfektur Aichi 94,4 Prozent der Feuerwehreinrichtungen als erdbebensicher gelten und im Großraum Tokyo 93,5 Prozent der Anlagen als  ausreichend sicher angesehen werden, sieht die Lage in der Regionen Tohoku und Chugoku anders aus.

In der Präfektur Fukushima wurden lediglich 54,3 Prozent der Feuerwachen als erdbebensicher eingestuft. Noch geringer war die Präfektur Yamagata, in dernur 41,4 Prozent der Feuerwehrgebäude als sicher vor Erdbeben beurteilt wurden. In insgesamt 15 Präfekturen lag der Anteil sicherer Gebäude für Rettungskräfte bei weniger als 70 Prozent.

Mit einer Erdbebensicherheit von durchschnittlich 78,8 Prozent liegen die Einrichtungen der Feuerwehr zwar noch vor den medizinischen Einrichtungen, von deren Gebäude 77,4 Prozent als sicher gelten, stehen jedoch hinter Schulen und anderen Bildungseinrichtungen zurück. Deren Strukturen gelten durchschnittlich zu 83,7 Prozent als sicher.

Da die jeweiligen Städte und Gemeinden für die Erdbebensicherheit von Feuerwehrgebäuden verantwortlich sind, hängt deren Umfang vom jeweiligen risikobewusstsein und den Finanzmitteln der Stadtverwaltung oder Gemeinde ab. Das berichtet die Asahi Shimbun.

Baumpflanzung auf Fukushima-Damm: Bei einer Bepflanzungsaktion am gestrigen Sonntag, die von der Stadt Minamisoma und Freiwilligengruppen organisiert worden war, pflanzten etwa 3.000 Personen auf einem neu errichteten Damm insgesamt 20.000 Baumsetzlinge. Zu den Helfern gehörten auch Mitglieder der beliebten Popgruppe AKB48.

Der aus Trümmern der Tohoku-Katastrophe geschaffene Damm verläuft etwa 200 Meter von der Küste entfernt. Die dort gepflanzten Setzlinge sollen in einem Zeitraum von zehn Jahren eine Höhe von mehr als zehn Metern erreichen. Über diese Aktion berichtete die NHK.

1 KOMMENTAR

  1. bis heute wurde das Desaster in Fukushima von Tepco und der politk arg verharmlost. nun wird um Hilfe gebeten was mich zu der Frage veranlasst: wieviele der 1.300 brennelemente sind denn bisher so vor sich hingeschmolzen?

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