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Japan aktuell: Lageranlage für stark radioaktiven Abfall in Fukushima fertiggestellt

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Fukushima: Zwischenlager für Behälter mit herausgefiltertem Cäsium (Foto: TEPCO, Anfang Dezember 2011)
Fukushima: Zwischenlagerung für Behälter mit herausgefiltertem Cäsium (Foto: TEPCO, Anfang Dezember 2011)
Fukushima: Zwischenlager für Behälter mit herausgefiltertem Cäsium (Foto: TEPCO, Anfang Dezember 2011)
Fukushima: Zwischenlagerung für Behälter mit herausgefiltertem Cäsium (Foto: TEPCO, Anfang Dezember 2011)

Wenn im Zusammenhang mit dem AKW Fukushima Daiichi über radioaktiven Abfall gesprochen wird, geht es meist entweder um Erdreich und Schutt, oder aber um kontaminiertes Wasser aus Kellern und Kühlung. Am Kraftwerk selbst fällt jedoch noch zusätzlicher Abfall an. Dieser ist eines der heutigen Themen in den Fukushima News.

Doch nicht nur der Energiekonzern TEPCO hat seine Probleme mit radioaktivem Material, sondern auch bei der Konkurrenz  sorgt es für Überraschungen.

Mehr Nachrichten über die jüngere Vergangenheit des Atomkraftwerks und wie sich die Entwicklungen am AKW Fukushima aktuell darstellen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. Dezember 2011.

Fertigstellung von Lager für kontaminierten Abfall: Auf dem Gelände des AKW Fukushima wurde am gestrigen Mittwoch eine Einheit zur Lagerung von radioaktiven Abfällen fertiggestellt, die vor allem dazu dienen soll, das bei der Dekontamination von Reaktorkühlwasser anfallende Cäsium sichern zu lagern. Noch am selben Tag wurde mit dem Transport mehrerer Behälter von einem bisherigen Standort begonnen.

Sowohl das von der US-Firma Kurion hergestellte Wasserdekontaminationssystem, als auch das japanische, von Toshiba hergestellte System namens SARRY verwenden mehrere zylindrische Behälter, die Bimssteine enthalten, da diese radioaktive Substanzen binden. Die Behälter sind zwischen 2,4 und 3,5 Metern hoch, haben einen Durchmesser von etwa 1,4 Metern und müssen mehrmals wöchentlich ausgewechselt werden, sobald das Strahlungsniveau in den Behältern einen gewissen Wert erreicht.

Da die Lagerungskapazität des bisherigen Standorts noch zu Beginn kommenden Jahres erschöpft sein wird, errichtete man nun dieses neuen Lager, die maximal 744 dieser Behälter aufnehmen kann und somit für etwa ein Jahr Speicherplatz bietet.

Die 210 Meter lange und 40 Meter breite Einheit verfügt über einen 30 Zentimeter dicken Betonboden und ist zudem mit jeweils 2,40 Meter hohen und 1,6 Meter breiten Sandsäcken umgeben, um potentielle Strahlungslecks zu verhindern und die Strahlungsdosis am Rand des Geländes unter einem Millisievert pro Jahr zu halten. Über diese Maßnahmen berichteten die Mainichi Shimbun sowie die Asahi Shimbun.

Chubu Electric unerlaubt im Besitz von radioaktivem Material: Tauchten anderswo Behälter mit radioaktivem Radium auf, so meldete der Energiekonzern Chubu Electrics heute den Fund von radioaktivem Material am AKW Hamaoka – und musste einräumen, dass durch das Ministerium für Wissenschaft und Technologie keine Erlaubnis zum Besitz des Materials vorliegt.

Sieben der Objekte fanden sich in einem Schrank im Turbinengebäude von Reaktor 2. Bei dem Material soll es sich unter anderem auch um Uranpellets aus natürlichem Uran handeln. Die an der Oberfläche gemessene Strahlung der sieben Objekte variierte zwischen 0,1 bis 8,5 Mikrosievert pro Stunde. Gesundheitliche Beeinträchtigungen seien bei einer derart niedriger Strahlung unwahrscheinlich –  zudem hätten keine Zivilpersonen Zutritt gehabt.

Zur Herkunft wird angenommen, dass die Gegenstände in den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts im alten PR-Zentrum des Kernkraftwerks Hamaoka ausgestellt worden waren, bevor ein Neubau erfolgte.

Direktor nicht über Kühsystemabschaltung am AKW Fukushima informiert: Ein Ausschuss der die Umstände des Unglücks am  Atomkraftwerk Fukushima Daiichi untersucht, erklärte heute, es habe offenbar Kommunikationspannen während der Akutphase der Krise gegeben.

So sei am 13. März eines der Notkühlsysteme am Fukushima Reaktor 3 irrtümlich angehalten worden, da man befürchtete, die Batterieleistung könne nachlassen. Die alternative Verwendung einer Feuerlöschpumpe scheiterte allerdings, da es keine Stromversorgung gab, welche die Ventile am Reaktor hätten öffnen können. Daher war sowohl ein Druckabbau als auch die Einspeisung von Wasser unmöglich. Ein versuchter Neustart des zuvor angehaltenen Notfallkühlsystems schlug fehl.

Erst sieben Stunden später, in deren Verlauf sich Hitze und Druck in Reaktor 3 immer weiter aufbauten, konnten die Ventile unter Nutzung von Autobatterien elektrisch geöffnet werden. Die Kernschmelze und die Explosion durch die Wasserstoffverpuffung erfolgten dann am folgenden Tag.

Dass der Direktor erst mehr als eine Stunde nach dem Anhalten der Notkühlung informiert wurde, wirkt nicht nur seltsam – möglicherweise handelt es sich nicht nur um einen Einzelfall wie der Ausschuss im Bezug auf das Krisenmanagement am Reaktor 1 erklärte.

In einem vorläufigen Bericht, der am kommenden Montag herausgegeben werden soll, wird der Ausschuss auf die fehlende Kommunikation zwischen den Verantwortlichen vor Ort und der Zentrale hinweisen, die zu einer Verzögerung bei der Beherrschung der Krise geführt habe. Das meldete die NHK.

Mangelnde Bewegung als Gesundheitsrisiko für Kinder: Einem Artikel der Asahi Shimbun zufolge, sorgen sich Eltern um Gesundheit und Verhalten ihrer Kinder. Aus Angst vor radioaktiver Belastung, ist es ihnen oft nur erlaubt in Innenräumen zu spielen, wo lediglich das Fernsehen und Spielekonsolen etwas Unterhaltung und Spieltrieb ermöglichen. Auch ein Professor betont die Wichtigkeit ausgedehnter körperlicher Betätigung und fordert, Schulen sowie andere Einrichtungen müssten entsprechende Aktivitäten ermöglichen, selbst wenn dies nur in Räumen (wie Sporthallen) geschehe.

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