Start Aktuelles Japan aktuell: Lagerung von radioaktiv belastetem Erdreich in Fukushima weiterhin unklar

Japan aktuell: Lagerung von radioaktiv belastetem Erdreich in Fukushima weiterhin unklar

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Fukushima Reaktor 1: Entnahme von Proben am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima Reaktor 1: Entnahme von Proben am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima Reaktor 1: Entnahme von Proben am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima Reaktor 1: Entnahme von Proben am 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)

Nach der großen Demonstration im März 2011 kommt die Asahi Shimbun zu dem Schluss, die Anti-Atomkraftproteste seien deshalb so populär, da sie nicht dem Schema einer normalen Demonstration folgen und sich besonders junge Menschen spontan zur Teilnahme entscheiden würden. Es bleibt abzuwarten wie die geplanten Aktionen zur „Occupy Japan“ Kampagne beurteilt werden.

Was Fukushima aktuell angeht, so hat sieben Monate nach der Katastrophe  erstmals der reguläre Betrieb an drei Schulen in Iwaki (Präf. Fukushima) wieder begonnen. Um Schulen geht es unter anderem auch im weiteren Verlauf dieses Artikels – denn diese und weitere Fukushima News finden sich wie üblich im heutigen Spreadnews Japan-Ticker vom 11. Oktober 2011.

Untersuchungsausschuss für Naturkatastrophen eingeführt: Die japanische Regierung hat am heutigen Dienstag einen Untersuchungsausschuss vorgestellt, der sich mit umfangreichen Maßnahmen zum Katastrophenschutz befassen soll, darunter auch Schritte zur Handhabung von Mega-Erdbeben und sintflutartige Regenfälle.

Neben Experten auf den jeweiligen Gebieten sollen auch Kabinettsminister, etwa  Tatsuo Hirano, Minister für Katastrophenschutz und  Chefkabinettssekretär Osamu Fujimura im Ausschuss mitwirken, berichtet die Nachrichtenagentur jiji. Ein endgültiger Bericht, der auch die Lektionen aus den Naturkatastrophen vom März 2011 berücksichtigen wird, soll im Sommer 2012 vorgelegt werden.

Flüchtlingslager in der Präfektur Miyagi werden aufgelöst:  Am heutigen Dienstag wird die Stadt Ishinomaki (Präf. Miyagi) alle Auffanglager und ähnliche Einrichtungen schließen. Da mittlerweile ausreichend Übergangshäuser gebaut wurden, besteht keine Verwendung mehr für diese Einrichtungen und können wieder ihren ursprünglichen Zwecken, etwa als Turnhalle zugeführt werden. Die Stadt hatte zuvor 250 Notunterkünfte mit mehr als 50.000 Bewohnern beherbergt.

Bei der Schließung dieser Unterkünfte bleiben mitunter einige Flüchtlinge bis zum Schluss, so auch in Ishinomaki, Hier blieben 15 Überlebende der Naturkatastrophen bis zum Dienstagmorgen, bevor sie ihre Habseligkeiten packten und saubermachten, bevor sie ein letztes Mal zusammen aßen. Während die meisten Flüchtlinge entweder Unterkunft in einem Übergangshaus finden, oder in ihre Häuser zurückkehren, bleiben in Ishinomaki jedoch 70 Personen zurück, die keine der beiden Optionen haben. Hier hat die Stadt zwischenzeitlich vier Einrichtungen ähnlich der Notunterkünfte für sie gefunden.

In der Ortschaft Onagawa begann man bereits gestern mit dem Umzug in Übergangshäuser. Bislang leben noch rund 220 der Einwohner in Flüchtlingslagern. Da der Ort von Bergzügen umschlossen ist, verfügt man nur über begrenzten Platz zum Aufbau. Der Architekt Shigeru Ban entwarf zwei- und dreistöckige Übergangshäuser die aus Transportcontainern gebaut werden. Insgesamt wurden bislang 189 Einheiten auf einem Baseballfeld aufgebaut. Man hofft, durch die mehrstöckigen Gebäude auch weniger provisorisch zu wirken und die Bewohner so etwas aufzuheitern. Das berichten NHK und Mainichi Shimbun.

Schulen sollen Erdbeben-Warnsystem erhalten: Unter dem Eindruck des Tohoku-Erdbebens vom März 2011 will das Bildungsministerium nun landesweit für alle Schulen Erdbeben-Alarmsysteme einführen. Bislang verfügen nur wenige Schulen über eine derartige Vorrichtung, lediglich die Oberschulen und Sonderschulen in Tokyo sind seit 2008 vollständig ausgestattet.

Die Anschaffung ist für die meisten der 52.000 landesweiten staatlichen, sowie  Orts- und Privatschulen vor allem ein Kostenproblem, berichtet ein Artikel der Asahi Shimbun. Das Warnsystem der japanischen Wetterbehörde kann zumindest kurzfristig warnen, an Schulen fallen jedoch die üblichen Warnmöglichkeiten per Fernsehen und Radio weg.

Auch soll es vermehrt Katastrophenübungen für Schüler geben, da Untersuchungen nach dem Beben ergeben hatten, dass die Evakuierung in Schulen wo das Verhalten für derartige Notfälle eingeübt wird, die Evakuierung ruhiger und geordneter verlief. Auch könnten künftig Verletzungen, etwa durch berstende Fensterscheiben durch richtiges Verhalten vermieden werden. Zu den Maßnahmen zählen etwa das Schutzsuchen unter Tischen, der Schutz des Kopfes mit einem Kissen, das Abschalten von Herden und die Sicherstellung der Evakuierung durch öffnen der Türen.

Senioren sollen Hilfen zur Gesundheit erhalten: Das japanische Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales kündigte heute an, im Verlauf dieses Monats würden Pflegekräfte die Senioren in den schwer getroffenen Gebieten aufsuchen und dort Gesundheitsberatungen durchführen. Insgesamt 3000 Fachkräfte sollen als „Unterstützer für gesundes Leben“ tätig werden und unter anderem ältere Menschen zu ermutigen, öfter ihre Übergangshäuser zu verlassen und ins Freie zu gehen.

Die Kosten in Höhe von 3,7 Milliarden Yen sollen durch  Gelder der Arbeitsplatzförderung finanziert werden, auch Beratungsstellen  an über 60 Opferhilfestellen und Übergangskliniken sind geplant. Das berichtet die Nachrichtenagentur jiji.

Übergangslager für radioaktiv belastete Erdreich noch unklar: Bislang haben bislang lediglich zwei der insgesamt 59 Städte und Gemeinden der Präfektur Fukushima einen Entschluss darüber gefasst, wo die geforderten Lagerstätten für radioaktiv belastetes Erdreich angelegt werden sollen. Das ergab eine Umfrage der Asahi Shimbun. Als Hauptgründe werden zum einen die Ablehnung der Bevölkerung und zum anderen auch die Sorge genannt, man wolle nicht Standort eines mittelfristigen Großlagers werden. Die Regierung sucht nach einem Ort an dem das Material aus den temporären Lagern dann final gelagert werden soll.

Kindertagesstätte in Minamisoma wiedereröffnet: Insgesamt 18 Kinder zwischen zwei Monaten und fünf Jahren haben mit ihren Eltern heute die wieder eröffnete Kindertagesstätte besucht. Die Einrichtung liegt etwa zwanzig Kilometer vom AKW Fukushima Daiichi entfernt und gehörte bis zu ihrer Aufhebung zur Evakuierungszone des Kraftwerks.

Nachdem die Beschränkung aufgehoben wurde,  habe man Dekontaminierungsmaßnahmen unternommen und etwa die oberen Erdschichten auf Spielplätzen abgetragen, bevor die Entscheidung der Stadt zur Neueröffnung umgesetzt wurde. Der Leiter der Kindertagesstätte sagte, die Eltern seien verständlicherweise dennoch besorgt, daher müsse man alles unternehmen, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten, heisst es in einem Bericht der NHK.

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