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Japan aktuell: Leck an Behälter für aufbereitetes Fukushima-Wasser

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AKW Fukushima: Behälter für aufbereitetes Wasser an den Reaktoren 5 und 6 am 17. Mai 2013
AKW Fukushima: Behälter für aufbereitetes Wasser an den Reaktoren 5 und 6 am 17. Mai 2013
AKW Fukushima: Behälter für aufbereitetes Wasser an den Reaktoren 5 und 6 am 17. Mai 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Behälter für aufbereitetes Wasser an den Reaktoren 5 und 6 am 17. Mai 2013 (Foto: TEPCO)

TEPCO hat weiterhin Probleme damit, Lecks an der Anlage zu verhindern – das zeigt die vom AKW Fukushima heute veröffentlichte Meldung über einen Wasseraustritt an einer anderen Stelle des Geländes.

Allerdings bleiben auch die Meldungen über Entwicklungen an anderen japanischen Kernkraftwerken, abseits der Reaktoren in Fukushima aktuell, weiterhin von Interesse.

Daher gibt es mit dem nahenden Wochenende neben den Fukushima News auch weitere Nachrichten, wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. Mai 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Leck an Behälter für aufbereitetes Fukushima-Wasser
  • Vorläufiger Bericht bestätigt aktive Verwerfungen unter AKW Higashidori
  • Leiter des Betreibers des Monju-Reaktors tritt zurück
  • Verwaltungen ignorierten Radioaktivität von Aal aus Fluss in Tokyo
  • Senkaku und Trostfrauen bleiben harte Streitthemen
    • Drei chinesische Schiffe in Senkaku-Gewässern
    • Hashimoto im Kreuzfeuer

Leck an Behälter für aufbereitetes Fukushima-Wasser: Gegen 8:55 Uhr entdeckte ein Angestellter des Elektrizitätskonzerns TEPCO der sich auf Arbeiten vorbereitete, austretendes Wasser, das aus dem oberen Bereich des Behälters für bereits aufbereitetes Wasser der Reaktoren 5 und 6 stammte. Der Wasseraustritt endete nach dem Schließen des Ventils um 9:00 Uhr.

AKW Fukushima: Leckstelle am Behälter für aufbereitetes Wasser am 17. Mai 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Leckstelle am Behälter für aufbereitetes Wasser am 17. Mai 2013 (Foto: TEPCO)

Ausgehend von den gestrigen Daten zum Wasserstand des Wassertanks geht man davon aus, dass etwa 27,5 Kubikmeter Wasser ausgetreten sind. Der betroffene Bereich umfasst etwa 3m x 20m. Dort sei das Wasser durch den Kies aufgesaugt worden.

Da sich vor Ort kein Seitengraben befindet und der Standort der Behälter mehr als 100 Meter vom Meer entfernt liegt, gilt eine Umweltkontamination als unwahrscheinlich.

Ausgehend von Wasserproben, die gestern entnommen wurden, ging TEPCO zunächst davon aus, dass sich die Dichte von Gamma- und Betastrahlung unterhalb des Nachweiswerts befinden würden. Heute durchgeführte Tests bestätigen nach Angaben des Betreibers diese erste Einschätzung.

  • Nachweiswert für Cäsium-137 (Gammanuklide): 1,5×10-3 Becquerel pro Kubikzentimeter
  • Nachweiswert aller Betanuklide: 2,4×10-2 Becquerel pro Kubikzentimeter

Als Ursache wird ein Fehler beim Umschalten zwischen dem Wasserbehälter D7, wo das Wasser austrat, auf den Behälter D8 angenommen. Insgesamt gibt es dort acht Behälter für aufbereitetes Wasser, die als D1 bis D8 bezeichnet werden. Weitere Angaben sollen auf einer Pressekonferenz gemacht werden.

Vorläufiger Bericht bestätigt aktive Verwerfungen unter AKW Higashidori: Nach der Bestätigung einer aktiven Verwerfung unter dem AKW Tsuruga, kommt ein Expertenteam der japanischen Atomaufsichtsbehörde NRA in einem vorläufigen Bericht zu dem Schluss, dass es sich auch bei einigen  der geologischen Bruchzonen unter dem AKW Higashidori ebenfalls um aktive Verwerfungen handelt.

Bei der Vorstellung des Berichts bei einem Treffen der NRA mit Vertretern des Reaktorbetreibers Tohoku Electric wiederholten letztere ihre Einschätzung, es handele sich bei der F-3, der F-9 und weiteren Bruchzonen ausdrücklich nicht um aktive Verwerfungen, die eine mögliche Stilllegung der Anlage erforderlich machen könnten. Das berichtet die jiji.

Die NRA-Experten wollen vor der Veröffentlichung ihres Schlussberichts noch die Meinung weiterer Experten in die Beurteilung einfließen lassen.

Leiter des Betreibers des Monju-Reaktors tritt zurück: Atsuyuki Suzuki, Präsident der Japanischen Atomernergiebehörde (JAEA) ist am Freitag von seinem Amt zurückgetreten. Damit übernimmt er die Verantwortung für die Mängel bei der Durchführung von Inspektionen am Forschungsreaktor Monju (Präf. Fukui).

Auf einer Pressekonferenz erklärte Hakubun Shimomura, dessen Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie (MEXT) der Behörde vorsteht, er habe das Rücktrittsgesuch akzeptiert. Shimomura betonte, um verlorenes Vertrauen der Öffentlichkeit zurückzugewinnen, sei man zu umfangreichen Änderungen bereit und werde die Probleme verantwortungsbewusst angehen.

Am Mittwoch hatte Japans Atomsicherheitsbehörde NRA angeordnet, die JAEA müsse alle Vorbereitungen auf einen möglichen Neustart des Monju-Reaktors einstellen, bis nicht ein überzeugendes Sicherheitskonzept vorgelegt und ausstehende Kontrollen durchgeführt habe. Über den Rücktritt berichteten Kyodo, jiji und Asahi Shimbun.

Verwaltungen ignorierten Radioaktivität von Aalen aus Fluss in Tokyo: Fast zwei Monate lang verschwiegen die Verwaltungen von Tokyo und Chiba die Entdeckung von radioaktivem Cäsium in Aalen aus dem Edogawa, der als Fluss bei Freizeitfischern beliebt ist, und leiteten in diesem Zeitraum auch keine Gegenmaßnahmen ein.

Edogawa in Nagareyama, Präfektur Chiba (Foto: pd)
Edogawa in Nagareyama, Präfektur Chiba (Foto: pd)

Am 9. März 2013 hatte eine Frau beim Angeln im Tokyoter Bezirk Katsushika einen Aal gefangen und diesen aufgrund von Strahlungsbedenken, an einen Professor für Umweltanalysen an die Kinki-Universität (Präf. Osaka) geschickt. Dort wurden 147,5 Becquerel an radioaktivem Cäsium nachgewiesen – was über dem Lebensmittelgrenzwert von 100 Becquerel liegt.

Obwohl Professor Hideo Yamazaki den Fund Ende März an die Fischereibehörde weiterleitete und sowohl die Verwaltung des Großraums Tokyo, als auch die Präfekturleitung Chiba in Kenntnis setzte, da der Edogawa durch beide Präfekturen fliesst, erfolgte selbst nach Aufforderung durch die Fischereibehörde bis zum 16. Mai 2013 keine Untersuchung oder sonstige Maßnahmen.

Als Gründe werden von der Verwaltung in Tokyo genannt, dass der Aal nicht von Berufsfischern gefangen worden sei, ausschließlich Fisch der in den Vertrieb geht, geprüft werde, und auch die offizielle Saison für den Fang von Aalen noch nicht begonnen habe. Die Präfekturverwaltung Chiba erklärte, der Aalfang in der Präfektur diene nicht dem Broterwerb.

Obwohl Professor Yamazaki in insgesamt drei von vier Aaalen, die von der selben Anglerin im April und Mai gefangen worden waren, Grenzwertüberschreitungen bis zu 129,6 Becquerel pro Kilogramm nachweisen konnte, kommt Professor Yukio Koibuchi, der die Auswirkungen von Cäsium auf Meereslebewesen nahe der Mündung des Edogawa untersucht, zu dem Schluss, es handele sich um Einzelfälle.

Da die Aale nahe der Flussmündung gefangen wurden, wo sich radioaktives Cäsium besonders anlagere und Fische in Flüssen eine besondere Tendenz aufwiesen radioaktives Cäsium aufzunehmen, sei es naheliegend, dass Aale, die als Omnivoren diese Fische fressen würden, eine höhere Belastung aufweisen könnten. Allerdings räumte er ein, es wären genaue Untersuchungen notwendig. Das berichtet die Asahi Shimbun.

Senkaku und Trostfrauen bleiben harte Streitthemen: Während die Entschuldigung von Toru Hashimoto, er habe bei dem Vorschlag, die US-Soldaten sollten das japanische Rotlichtangebot nutzen, nicht die Mentalität der Amerikaner berücksichtigt weitgehend verpuffte, fährt China damit fort, Grenzverletzungen zu begehen. Die aktuellen Meldungen für Sie zusammengefasst:

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

Drei chinesische Schiffe in Senkaku-Gewässern: Zum 25. Mal in diesem Jahr drangen chinesische Schiffe in japanische Gewässer ein. Nach der Sichtung um 14:30 Uhr befanden sich die Schiffe noch bis mindestens 17:00 Uhr dort. Shinsuke Sugiyama, Leiter des Büros für asiatische und ozeanische Angelegenheiten des Außenministeriums legte telefonisch Protest bei der chinesischen Botschaft ein..

Hashimoto im Kreuzfeuer: Innerhalb der eigenen Partei, von Seiten des US-Außenministeriums, von Frauenrechtlerinnen und den asiatischen Nachbarn, gibt es immer stärkere Kritik am Vorsitzenden der Partei Isshin no Kai für seine jüngsten Äußerungen. Hashimoto wehrte sich gegen die US-Vorwürfe und will sich am 25. Mai mit früheren Trostfrauen zu Gesprächen treffen.

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