Start Aktuelles Japan aktuell: Leck im AKW Tokai entdeckt

Japan aktuell: Leck im AKW Tokai entdeckt

883
0
TEILEN
Mitarbeiter der IAEA im AKW Tokai am 26. Mai 2011 (Foto: Greg Webb/IAEA)
Mitarbeiter der IAEA im AKW Tokai am 26. Mai 2011 (Foto: Greg Webb/IAEA)
Mitarbeiter der IAEA im AKW Tokai am 26. Mai 2011 (Foto: Greg Webb/IAEA)
Mitarbeiter der IAEA im AKW Tokai Daini am 26. Mai 2011 (Foto: Greg Webb/IAEA)

Nachdem in den letzten Wochen neben dem AKW Fukushima aktuell auch immer wieder die Abwehr von Cyber-Attacken in Japan diskutiert worden war – nicht zuletzt aufgrund des Angriffs auf Mitsubishi – wurde nun bekannt, dass die Angreifer die offenbar von Rechnern in der VR China aus operierten uneingeschränkten Zugriff auf das Netzwerk des japanischen Unterhauses hatten.

Doch der kompromittierte Rechner über den die Angreifer eindrangen, ist nicht die einzige undichte Stelle in Japan – denn in einem dortigen Kernkraftwerk fand sich ein Wasserleck. Weiteres über die Auswirkungen von Erdbeben, Tsunami und die Fukushima News nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. Oktober 2011.

Wasserleck in Reaktor von AKW Tokai: Offenbar aufgrund eines Missgeschicks trat aus dem Druckbehälter des seit dem Erdbeben wegen Überprüfungen heruntergefahrenen Reaktors am AKW Tokai (Präf. Ibaraki) Wasser durch ein Leck aus. Wie die japanische Atomsicherheitheitsbehörde NISA mitteilte wurde gegen 10:20 Uhr Ortszeit ein Alarm ausgelöst. Arbeiter stellten daraufhin fest, dass Wasser aus einem Rohr am unteren Ende des Druckbehälters austrat. Das Leck sei kurz nach 13:00 Uhr geschlossen worden erklärte die Behörde und fügte hinzu, das Wasser sei nicht außerhalb des Gebäudes gelangt. Das berichtet die Nachrichtenagentur jiji.

Ursache war offenbar menschliches Versagen: Arbeiter hatten bei Arbeiten am Kontrollstabantrieb irrtümlich das Rohranschlussstück gelockert.

Kartonbetten für die Flüchtlinge Die Idee der vom Kartonhersteller JPacks Co kostenlos an die Evakuierungslager versandten Betten aus Karton, wird nun von einem Seniorenpflegedienst in Rikuzentakata (Präf. Iwate) weitergeführt, wie die Mainichi Shimbun berichtet. Anstatt nach der Auflösung vieler Auffanglager die Kartonbetten zu entsorgen,  können nun auch die Einwohner der Stadt und besonders die Bewohner von Übergangshäusern kostenlos derartige Betten erhalten. Ein Bett, dass im Vergleich zu Futonmatratzen auf dem Boden auch als Wärmedämmung dient, besteht aus 24 Teilen Hartkarton, ist zwei Meter lang, 90 Zentimeter breit und darauf ausgelegt eine Person bis zu 100 Kilogramm Gewicht zu tragen.

Schüler weisen inkorporierte Radioaktivität auf: Der Gedanke, radioaktiv belastete Asche als Bestandteil von Zement zu verwenden mag aus Sicht vieler Menschen nicht besonders vertrauenserweckend scheinen –  und so zeigt auch ein im September hochgeladenes  privates YouTube Video offenbar einen kritischen Wert von 2,5 Mikrosievert pro Stunde, der anscheinend auf einen Zementblock zurückzuführen ist. In Anbetracht der Tatsache, dass dieses Material vermutlich landesweit verwendet wird, scheint Skepsis durchaus verständlich – auch wenn derartige Messungen natürlich weder repräsentativ, geschweige denn offiziell bestätigt sind.

Offiziell ist dagegen, dass die Hälfte der Schüler von Grund- und Mittelschule von Minamisoma und damit 527 Personen, die seit Ende September Strahlungskontrollen durchlaufen hatten, eine geringe Belastung mit radioaktivem Material aufweisen, berichtet dies doch die Asahi Shimbun. Bei insgesamt 199 Schülern wurde eine Belastung mit radioaktivem Cäsium-137 unter 10 Becquerel pro Kilogramm Körpergewicht gemessen.

Werte zwischen zehn bis 20 Becquerel wurden bei 65 Schülern festgestellt. In drei Fällen lag die Belastung zwischen 20 bis 30 Becquerel und zwischen 30 bis 35 Becquerel in einem Fall. Das teilte das Krankenhaus von Minamisoma mit. Man ist sich jedoch noch nicht klar darüber, ob die Strahlung durch die Einatmung, oder durch die Nahrung zugeführt wurde.

Zur Beruhigung wird der Umstand angeführt, dass Cäsium zwar eine Halbwertszeit von 30 Jahren hat, jedoch durch den Stuhlgang und andere Körperfunktionen ausgeschieden wird. Während dies bei Erwachsenen etwa 100 Tage dauert, benötigt der Körper von Schülern der ersten bis zur dritten Klasse lediglich 30 Tage aufgrund der schnelleren Verstoffwechselung.

Damit wäre jedoch von Interesse, wann die Kinder das radioaktive Material aufgenommen haben – hätten sie es beim AKW-Unglück im März inkorporiert, müsste es der offiziellen Erklärung nach längst ausgeschieden worden sein.

Über eine mögliche Belastung mit Strontium gibt es im Artikel ebenfalls keine Angaben – ob keines nachgewiesen, oder aber gar nicht darauf getestet wurde, ist somit nicht klar.

Zudem ist sehr wenig über die Auswirkung geringer Mengen inkorporierter Strahlung bekannt, da es weder von den Atombomben 1945  noch der Tschernobyl-Katastrophe 1986 entsprechende Daten hierüber gibt. Wiederholte Prüfungen in den folgenden Monaten könnten hierzu erste Erkenntnisse bringen. Zudem ist in dem Artikel lediglich von Cäsium-137 nicht aber die Menge an Cäsium-134 angegeben. Die vollständige Belastung durch Cäsium könnte also höher liegen

Von Nahrungsmittel-Strahlungsmessungen  und Nudelsuppen:  Die Naturkatastrophen vom März 2011 und die Atomkatastrophe am AKW Fukushima haben Japan aktuell in eine schwierige Lage gebracht – auch im Bezug auf die Lebensmittelindustrie. Während die Bürger der attestierten Unbedenklichkeit nicht vertrauen, versuchen die Produzenten eben jenes wiederzugewinnen. So verwundert es nicht, dass auf der gegenwärtig stattfindenden Messe für Lebensmittelsicherheit die Geräte für die schnelle Prüfung von Produkten, sowohl bei Unternehmen als auch bei Verbrauchern auf besonderes Interesse stoßen. Kleingeräte kosten rund 9000 US-Doller/6.500 Euro, so eine Meldung der NHK.

In eine andere Richtung stößt Nissin Foods, „Mutter“ der Instant-Nudelsuppen. Nachdem das Unternehmen nach dem Erdbeben die Bevölkerung unter anderem durch Lebensmittelspenden unterstützt hatte, wird nun mit den „Namie Yakisoba“ ein Produkt vorgestellt, bei dem es sich um die Instant-Version einer lokalen Nudelspezialität aus dem Ort Namie (Präf. Fukushima) handelt.

Die ursprünglichen Initiatoren, eine  Jugendgruppe von Namies Gesellschaft für Handel und Industrie, hatte vor drei Jahren die Popularisierung der Nudelspezialität gefördert um Menschen anzuziehen – nach dem Tohoku-Erdbeben hat Namie jedoch wenig anziehendes. Man sei daher zwar über die Umstände der Einführung nicht froh, hoffe aber, so bei Flüchtlingen wieder das Gefühl für Heimat zu wecken und sie daher  nach den Aufbauarbeiten zurückkehren werden. Das berichtet die Asahi Shimbun.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here