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Japan aktuell: Leck in Entsalzungseinheit eines Abklingbeckens im AKW Fukushima

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Leck in Umkehrosmose-Membran im Fukushima-Reaktor 4 am 8. November 2011
Fukushima Reaktor 4: Ausgetretenes Wasser am Leck der Umkehrosmose-Membran am 8. November 2011 (Foto: TEPCO)
Leck in Umkehrosmose-Membran im Fukushima-Reaktor 4 am 8. November 2011
Fukushima Reaktor 4: Ausgetretenes Wasser am Leck der Umkehrosmose-Membran am 8. November 2011 (Foto: TEPCO)

Am Montag berichtete Spreadnews über die Absicht des AKW- Betreibers, die Radioaktivität im Wasser des Abklingbeckens zu reduzieren um eine bessere Entsalzung des Wassers zu ermöglichen  – nun gibt es offenbar Probleme mit der Entsalzung an einem Abklingbecken.

Doch auch mit radioaktiv belastetem Abfall gibt es weiterhin Schwierigkeiten. Die Höhe der radioaktiven Belastung und die Menge des Materials sind immer noch problematisch.

Doch auch wenn mit Neuigkeiten aus Japan vor allem Informationen über die Folgen der Fukushima-Katastrophe verbunden werden, sollte man nicht vergessen, dass auch die Opfer von Tsunami und Erdbeben weiterhin unter zusätzlichen Belastungen leiden. Was daher neben den Ereignissen um Fukushima aktuell geschieht, findet sich – natürlich ebenso wie die Fukushima News – im Spreadnews Japan-Ticker vom 09. November 2011.

Störung bei Entsalzungsanlage des Abklingbeckens von Reaktor 4: Am gestrigen Dienstag stoppte die Umkehrosmose-Membraneinheit der Entsalzungsanlage im Abklingbecken für abgebrannte Kühlstäbe von Reaktor 4 aufgrund eines Alarms, der auf ein Leck hinwies. Als Reaktion auf den Alarm stellte TEPCO nach eigenen Angaben sicher, dass alle Sicherheitsabsperrventile der einzelnen Einheiten durch die Verriegelung geschlossen waren. Aufgrund der Tatsache, dass alle Stellen mit potentiellem Leckrisiko mit Auffangbehältern ausgestattet sind, in denen die gesamte Flüssigkeit der jeweiligen Einheit aufgefangen werden könnte, schätze TEPCO die Wahrscheinlichkeit einer Freisetzung außerhalb der Entsalzungseinheiten als gering ein. Der Betrieb des Zirkulationskühlsystems sei nicht betroffen gewesen und laufe weiterhin.

Im Anschluss habe man sich davon überzeugt, dass der Austritt stoppte. Die gesamte aufgefangene Menge belaufe sich auf etwa fünf Liter. Zudem sei noch eine Spur vom Pumpengehäuse der Umkehr-Osmose Einheit vorhanden gewesen. Mittlerweile wurde die ausgetretene Flüssigkeit entfernt und der Alarm wieder zurückgestellt. Die genauen Hintergründe würden nun Untersucht, heisst es im Bericht des Betreibers TEPCO .

Angaben über die Höhe der dabei freigesetzten Strahlung gab es jedoch nicht.

Verbrennung radioaktiv belasteter Pflanzen wieder aufgenommen: Nach einem dreimonatigen Stopp hat eine Müllverbrennungsanlage in Kashiwa (Präf. Chiba) die Verbrennung von pflanzlichem Material wieder aufgenommen. Die Arbeiten waren eingestellt worden, als der Gehalt an radioaktivem Cäsium in der Asche das Limit von 8000 Becquerel pro Kilogramm übertraf. Dass die Anlage nun wieder läuft, liegt an dem mangelnden Platz zur Lagerung des Rohmaterials.

Um den Gehalt an Radioaktivität in der anfallenden Asche zu verringern, hat man die pflanzlichen Überreste mit anderem Müll in einem Verhältnis von 10 bis 20 Prozent mit anderem Abfall gemischt.  Asche mit Werten oberhalb des Grenzwerts darf nicht auf eine Müllhalde ausgelagert werden, sondern muss auf dem Gelände der Müllverarbeitung verbleiben. Die jetzigen Verbrennungsmaßnahmen sollen mindestens einen Monat andauern, so der Bericht der Mainichi Shimbun.

Leiche eines Tsunami-Opfers in Autowrack entdeckt: Die Leiche eines Tsunami-Opfers, das seit den Naturkatastrophen vom 11. März 2011 als vermisst galt,  wurde nun acht Monate später in einem Wagen, der im August gefunden und ohne seinen Inhalt zu durchsuchen, auf einem provisorischen Schrottplatz in Kamaishi gelagert worden war entdeckt, berichten Asahi Shimbun und Mainichi Shimbun. Seine Ehefrau identifizierte die Überreste ihres 35 Jahre alten Ehemannes aus der Stadt  Kamaishi (Präf. Iwate) anhand seines Führerscheins sowie weiterer Gegenstände.

Die Familie hatte auf ihrer Suche der  Präfekturbehörde unter anderem auch das Kennzeichen des Wagens genannt. Die Stadtverwaltung räumte nun Mängel ein. Man habe zwar die Kennzeichennummern der aufgefundenen Automobile erfasst, jedoch nicht mit der Liste der von Angehörigen zur Suche eingesandten Kennzeichen abgeglichen.

Wie der Körper über die Zeit hinweg im Wagen, der unter mehreren anderen Autowracks begraben war so lange unentdeckt bleiben konnte, ist sowohl Polizei als auch Stadtverwaltung ein Rätsel. Die Frau befürchtet nun, dass es weitere Fälle dieser Art geben könnte.

Insgesamt werden in der Präfektur Iwate weiterhin 1.400 Personen seit den Naturkatastrophen vermisst. Als Reaktion auf den aktuellen Fund, wollen Verwaltung und Polizei nun das Innere von insgesamt 3.000 Autowracks in der Stadt überprüfen.

Japanische Schüler mit Dankeskonzert für internationale Hilfe: Als Zeichen der Dankbarkeit für die internationale Hilfe nach dem Tohoku-Erdbeben und dem damit verbundenen Tsunami, hatten Schülerinnen und Schüler aus den Krisengebieten sowie Musiker rund 120 ausländische Botschafter zum gestrigen Konzert in Tokyo geladen.

Neben einer 85-köpfigen Blaskapelle der Ueda Junior High School in Iwaki (Präf. Fukushima), trat auch ein gemischter Chor aus Schülern der Grundschulen Okirai, Sakihama und Horei in Ofunato (Präf. Iwate) auf und trug Lieder vor, die zwei Monate lang eingeübt und geprobt worden waren.

Unterstützt wurden die jungen Musiker bei ihrem Auftritt in der Suntory Hall im Tokyoter Stadteil Akasaka beim Spielen klassischer Stücke durch Freiwillige des berühmten NHK-Sinfonieorchesters. Zum Abschluss des Konzerts sangen die Teilnehmer den melancholischen Pop-Song „Ue wo muite arukoo“,  der unter dem völlig sinnentstellenden Namen „Sukiyaki“ weltweit bekannt wurde. Über diesen Dankesauftritt berichteten unter anderem die NHK sowie die Asahi Shimbun.

Das Außenministerium teilte mit, bis Mitte September habe Japan Spenden und Hilfsgüter aus 126 Ländern erhalten. Mehr als 20 Länder und internationale Organisationen hatten medizinische Hilfsteams und anderes Personal in die Katastrophenregionen geschickt.

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