Start Aktuelles Japan aktuell: Lockere Bolzen gefährden Fukushima-Lagertanks

Japan aktuell: Lockere Bolzen gefährden Fukushima-Lagertanks

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AKW Fukushima: Gelockerte Bolzen an Lagertank 5 im Bereich H4 am 19. September 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Gelockerte Bolzen an Lagertank 5 im Bereich H4 am 19. September 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Gelockerte Bolzen an Lagertank 5 im Bereich H4 am 19. September 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Gelockerte Bolzen an Lagertank 5 im Bereich H4 am 19. September 2013 (Foto: TEPCO)

TEPCO kann vom AKW Fukushima heute Einzelheiten über die Ursachen eines Lecks berichten, bei dem mehrere Tonnen radioaktiven Wassers austraten.

Allerdings bleiben vorerst noch einige Fragen offen, da es weiterhin ungeklärte Zusammenhänge gibt.

Ähnliche Probleme könnten daher auch an Lagertanks des gleichen Bautyps auftreten.

Das Problem des radioaktiven Wassers bleibt daher in Fukushima aktuell weiter eines der wichtigsten Themen. Einzelheiten zu den Fukushima News, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. September 2013.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • Gelockerte Bolzen gefährdeten Fukushima-Lagertank
  • Kronprinzenpaar besucht Katastrophenopfer

Gelockerte Bolzen gefährden Fukushima-Lagertank: Zu Beginn des Wochenendes gab TEPCO, Betreiber des AKW Fukushima Daiichi bekannt, dass man Hinweise auf die Ursache des Austritts von 300 Tonnen radioaktiven Wassers aus einem Lagertank entdeckt habe. Allerdings gibt es auch andere Punkte am Behälter zu klären.

AKW Fukushima: Verschleiß im Lagertank 5 im Bereich H4 am 19. September 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Verschleiß im Lagertank 5 im Bereich H4 am 19. September 2013 (Foto: TEPCO)

Der Konzern hatte die Arbeiten zur Demontage des Tanks noch am Wochenende vorangetrieben und dabei im Bodenbereich des Wassertanks fünf lockere Bolzen entdeckt.

Daher ist es nach Ansicht von TEPCO wahrscheinlich, dass die Lockerung die Ursache für das Großleck gewesen sei.

Die Basis des Tanks wird nach Angaben von TEPCO aus fünf Stahlblechen gebildet, die untereinander mit 300 Bolzen verbunden sind.

Um diesen schnell zu errichtenden Behältertyp  tatsächlich dicht zu halten, werden diese Bolzen durch Dichtungen mit einer Gummierung abgesichert.

Die gelockerten Bolzen fanden sich auf der östlichen Seite der Tankbasis. Dort war es zum Herausfallen einiger Dichtungen an den Bolzen gekommen. Es sei wahrscheinlich, dass sich dort auch die Leckstelle befinde. Allerdings wolle man das Ende der Untersuchungen abwarten.

Auf derselben Tankseite habe man für Untersuchungszwecke zwei Gruben ausgehoben, die jeweils eine Tiefe von zwei Metern haben. In einer Tiefe von 30 Zentimetern habe man dabei eine Betastrahlung von bis zu 1,7 Millisievert pro Stunde festgestellt. Auf der Westseite des Tanks konnte keine Strahlung festgestellt werden.

TEPCO erklärt, möglicherweise war radioaktives Wasser durch Risse im Betonboden in die Erde gelangt. Diese Umstände werde man jedoch erst abschließen, wenn tatsächlich alle Teile des Behälters entfernt wurden.

Fukushima-Lagertank mit herausquellendem Dichtungsmaterial am 28. August 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Lagertank mit herausquellendem Dichtungsmaterial am 28. August 2013 (Foto: TEPCO)

Neben den Dichtungen an den Bolzen selbst, wirft der Tank auch weitere Fragen auf.

In acht Bereichen war die Dichtungsmasse zwischen den Berührungspunkten der Stahlbleche sichtbar ausgequetscht und aufgequollen.

TEPCO hatte bereits zu Beginn des Monats versucht, die Strahlungslecks an den Wassertanks ohne offensichtlichen Wasseraustritt, durch das herausquellende kontaminierte Dichtungsmaterial zu erklären (Spreadnews berichtete am 3. September 2013).

AKW Fukushima: Bodenabsenkung am Lecktank am 23. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Bodenabsenkung am Tank am 23. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Im Zusammenhang mit diesem Problem wird ermittelt, ob der wiederholte Zusammenbau der Behälter ursächlich sein könnte.

Einige der Tanks waren bereits an anderer Stelle genutzt worden, jedoch aufgrund einer Bodenabsenkung demontiert und im Bereich H4 wieder aufgebaut worden.

Dabei könnten nach Einschätzung von TEPCO unabsichtlich Verformungen entstanden sein, die beim erneuten Zusammenbau die Abdichtung beeinträchtigten (Spreadnews berichtete am 26. August 2013). Neben dem Betreiber TEPCO befassten sich auch Asahi Shimbun, jiji und NHK mit dem Thema.

Insgesamt gibt es noch etwa 350 baugleiche Wassertanks auf dem Gelände, bei denen ähnliche Komplikationen auftreten könnten. Daher hat TEPCO die Kontrollen in diesen Bereichen verstärkt.

Kronprinzenpaar besucht Katastrophenopfer: Während die Gattin des japanischen Premierministers für ihre Versuche den Kulturaustausch zwischen Japan und Südkorea zu fördern kritisiert wurde, besuchten Kronprinz Naruhito und Kronprinzessin Masako am Sonntag die Stadt Koriyama (Präf. Fukushima). Es ist der zweite Besuch der Präfektur seit Juli 2011.

Japans Kronprinz Naruhito im Jahr 2008 (Foto: Antonio Cruz/ABr cc-by)
Kronprinz Naruhito im Jahr 2008 (Foto: Antonio Cruz/ABr cc-by)

Der Reise war am Freitag ein Gespräch mit Shunichi Tanaka, dem Vorsitzenden der japanischen Atomaufsichtsbehörde vorangegangen.

Während ihres Besuchs in Koriyama sprachen sie mit einigen Bewohnern der dortigen Übergangshaussiedlung. Neben dem Tohoku-Erdbeben und dem Tsunami, waren es vor allem die Kernschmelzen am AKW Fukushima Daiichi, die zur Evakuierung der Ortschaft Futaba führten. Das Kronprinzenpaar drückte Mitgefühl und Beileid für die Betroffenen aus.

Im weiteren Verlauf der Reise besichtigten sie auch eine Lebensmittelkontrollstelle, die ausschließlich der Strahlungskontrolle von Produkten der Präfektur dient und den stark geschädigten Ruf der Landwirte von Fukushima bessern soll. Auch ein Gebäude, das als Erlebniszentrum für Kinder einen überdachten Spielplatz darstellt, war Teil des royalen Besuchs. Dort trafen sie auf etwa 240 Kinder und Eltern.

Ende August hatten Kronprinz Naruhito und seine Gemahlin zunächst die Präfektur Miyagi besichtigt, die nach wie vor schwer von den Naturkatastrophen des 11. März 2011 gezeichnet ist. Über die neuste Reise berichtete die Kyodo.

 

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