Start Aktuelles Japan aktuell: Lügen von Unternehmen im Fukushima-Umweltskandal belegt

Japan aktuell: Lügen von Unternehmen im Fukushima-Umweltskandal belegt

1148
0
TEILEN
Atomabfallfässer (Foto: Iwan Gabovitch cc-by)
Lügen in Berichten zum Fukushima-Umweltskandal (Symbolbid: Iwan Gabovitch cc-by)
Atomabfallfässer (Foto: Iwan Gabovitch cc-by)
Lügen in Berichten zum Fukushima-Umweltskandal (Symbolbid: Iwan Gabovitch cc-by)

Wie aktuelle Erkenntnisse aus Fukushima heute zeigen, waren nicht einmal die Angaben in den Berichten der drei Fälle von illegaler Entsorgung kontaminierten Materials, die dem Umweltministerium gemeldet wurden, wahrheitsgemäß.

Mittlerweile geht die Behörde von etwa 40 Verstößen aus, die von den Behörden bislang nicht aufgedeckt worden waren.

Wie bereits vorausgesagt, dürfte der Umweltskandal von Fukushima noch einige Zeit lang, vermutlich mindestens bis zur geplanten Veröffentlichung des Untersuchungsberichts am 18. Januar, ein wiederkehrendes Thema der Berichterstattung sein.

 

Somit bleibt auch heute Fukushima aktuell – wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. Januar 2013.

  • Aufnahmen belegen Lügen im Fukushima-Umweltskandal

Aufnahmen belegen Lügen im Fukushima-Umweltskandal: Die Journalisten der Asahi Shimbun, denen es gelungen war, die illegale Entsorgung von kontaminiertem Material durch Videoaufnahmen, Fotografien und die Befragung von Arbeitern zu dokumentieren, berufen sich nun gezielt auf dieses Material um Unternehmen der Lüge zu überführen.

  • In Tamura, für dessen Dekontamination die Kajima Corporation zuständig ist, wurde ein Vorarbeiter fotografiert, als er kontaminiertes Laub in den Fluss trat. Das Unternehmen schrieb im Bericht an das Umweltministerium, der Arbeiter habe dort eine Harke geborgen und legte ein Foto der Harke und der rekonstruierten Bergung vor.

Die Journalisten belegten in einer Reihe von 27 aufeinanderfolgenden Fotos, dass weder vor, noch nach den drei Bildern die den Arbeiter zeigen, irgendein Arbeitsgerät im Fluss vorhanden war. Die Behauptung, der Rechen sei die Böschung herabgerutscht, wurde durch Aufnahmen ebenfalls widerlegt. Kajima versuchte das Ministerium somit offenbar vorsätzlich zu täuschen.

  • In Naraha, dessen Dekontamination unter der Leitung der Maeda Corp. steht, räumte das Unternehmen zwar ein, illegalerweise einen Balkon mit Hochdruckreinigern gesäubert zu haben, was nur für Rinnsteine und Beton zulässig ist, bestreitet jedoch eine Dekontamination des Daches auf diese Weise

Ein Video der Journalisten zeigt dagegen, wie nach den Aktivitäten auf dem Balkon ein weiterer Angestellter auf dem Dach mit einem Hochdruckreiniger arbeitet. In beiden Fällen wurden keine Schutzmaßnahmen getroffen, um zu verhindern, dass das kontaminierte Wasser in die Umwelt gelangt.

  • In Iitate, wo die Taisei Corporation die Dekontamination leitet, wurden Arbeiter dabei gefilmt, als sie bei der Hochdruckreinigung eines Parkplatzes nicht verhinderten. Das Untenehmen behauptet, die Arbeiter seien nicht darüber informiert worden und es sei ihnen auch nicht bewusst gewesen.

Mit der Videoaufzeichnung eines Gesprächs konnten  die Journalisten jedoch belegen, dass sie deutlich auf das Abfliessen des Wassers im Rinnstein hingewiesen hatten. Der Arbeiter erklärte in dem Video zunächst, er sei kein Gruppenleiter und entfernte sich, als er nachdrücklich auf das Wasser hingewiesen wurde.

Diese Ereignisse machen deutlich, dass nicht einmal die drei Zwischenfälle, die dem Umweltministerium gemeldet worden waren, gänzlich der Wahrheit entsprachen, da sie Fakten verschwiegen. Im Fall der kajima Corp. könnten durch die Harkenfotos sogar bewusste Täuschung vorliegen.

Zwischenzeitlich äußerten sich die Unternehmen zu den Vorwürfen.

  • Die Kajima Corporation verweist im Bezug auf die Laubentsorgung in Tamura nun darauf, man habe den Bericht in dieser Form inklusive der Fotos an das Umweltministerium versandt, da man den Angaben des Gruppenleiters geglaubt habe.
  • Die Maeda Corporation erklärte heute im Zusammenhang zur  illegalen Reinigungsmethode, der Bericht an das Umweltministerium sei das Ergebnis der eigenen Untersuchungen.
  • Die Taisei Corp.beharrt im Falll der fehlenden Sicherung des kontaminierten Wassers vorerst darauf, dass der Bericht an das Umweltministerium wahrheitsgemäß sei.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here