Start Aktuelles Japan aktuell: Manipulationsvorwürfe gegen Fukushima-Schlussbericht von TEPCO

Japan aktuell: Manipulationsvorwürfe gegen Fukushima-Schlussbericht von TEPCO

1066
0
TEILEN
Tokyo: TEPCO-Gebäude im Juni 2007 (Foto: yoppy cc-by)
TEPCO will Videomaterial veröffentlichen (Foto: yoppy cc-by)
Tokyo: TEPCO-Gebäude im Juni 2007 (Foto: yoppy cc-by)
Erste Kritik an TEPCO-Bericht (Foto: yoppy cc-by)

Der zur Nuklearkatastrophe von Fukushima aktuell vorgelegte Endbericht des Betreibers sei schlampig und in Teilen unwahr. So lauten die Vorwürfe die kurz nach dessen Veröffentlichung laut wurden.

Während sich Japan von den Sturmböen des jüngsten Taifun erholt und für Freitag heftige Regenfälle vorhergesagt werden, hat nicht nur TEPCO mit neuen Vorwürfen zu kämpfen. Nun steht der Verdacht im Raum, die japanische Atombehörde könnte doch im Besitz der US-Strahlungskarten gewesen sein und diese nicht genutzt haben.

Neben den Fukushima News und Meldungen zur Entsorgung von Katastrophentrümmern finden sich auch heute weitere Informationen – wie üblich auch heute im aktuellen Spreadnews Japan-Ticker vom 21. Juni 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Manipulationsvorwürfe gegen TEPCO-Schlussbericht
  • NSC hatte US-Strahlungsdaten womöglich vorliegen
  • Kitakyushu akzeptiert Katastrophentrümmer aus Präfektur Miyagi
  • Arbeiten zum Neustart am AKW Oi begonnen
  • Notizbuch von Giftgas-Sektenmitglied enthält Sarin-Informationen

Manipulationsvorwürfe gegen TEPCO-Schlussbericht: Wie erwartet, hat der vom Betreiber TEPCO veröffentlichte 352 Seiten umfassende Abschlussbericht zur Fukushima-Krise zu Kritik von verschiedener Stelle geführt. Verwaltungen von Städten und Gemeinden in der Präfektur Fukushima werfen dem Unternehmen Manipulation vor und wehren sich gegen die Behauptung, die Krise sei auf die unerwartete Schwere der Ereignisse und die Einmischung der Regierung zurückzuführen.

Tamotsu Baba, Bürgermeister von Namie, wirft dem Kraftwerksbetreiber sowohl Schlampigkeit als auch die Verfälschung von Informationen im Bericht vor. So beinhaltet das Dokument die Aussage, Beauftragte von TEPCO hätten am 13. März 2011 Namie aufgesucht um die Verwaltung über Hintergründe zu informieren. Der Bürgermeister bestreitet jedoch vor Ende des Monats von TEPCO gehört zu haben und plant eine Klage gegen den Energiekonzern aufgrund der verspäteten Warnmeldungen, das einen Verstoß gegen schriftliche Vereinbarungen darstellt.

Yoshihiro Koyama, Leiter der Abteilung für Atomsicherheitsmaßnahmen der Präfektur Fukushima lässt Ausflüchte des Unternehmens nicht gelten. TEPCO hätte sich selbst fragen müssen, wieso man nicht über wirksame Tsunami-Richtlinien verfügte und ob man die Gelegenheit hierzu gehabt hätte. Zudem sei, neben anderen unklaren Informationen immer noch nicht bekannt, was genau in den Reaktorkernen der Reaktoren 1 bis 3 im Verlauf der Fukushima-Krise geschehen sei.

Soweit die Meldung der Mainichi Shimbun. Dies sind sicher nicht die letzten Vorwürfe und Kritiken zum TEPCO-Endbericht gewesen.

NSC hatte US-Strahlungsdaten womöglich vorliegen: Auf einer Pressekonferenz erklärte Yutaka Kukita, stellvertretender Vorsitzendes von Japans Atomsicherheitskommission NSC, dass die Behörde möglicherweise doch im Besitz von US-Kartenmaterial zur Verbreitung der Radioaktivität unmittelbar nach der Fukushima-Katastrophe gewesen sein könnte.

Bislang hatte der Vorwurf gegen die NISA und das Wissenschaftsministerium bestanden, von der USA dreifach zugeschicktes Echtzeit-Kartenmaterial nicht an das Büro des Premierministers und die NSC weitergeleitet und hierdurch Fehlentscheidungen bei der Evakuierung verursacht zu haben.

Nun räumte Kukita die Möglichkeit ein, dass die wichtigste Atomaufsichtsinstanz des Landes eventuell zum Zeitpunkt der Veröffentlichung durch die USA am 23. März 2011, vielleicht Einsicht in die Berechnungsdaten gehabt habe. Um diese Spekulationen konkretisieren zu können, versucht die NSC nun zu ermitteln, wann die Behörde in den Besitz der Daten gelangt sei und diesbezüglich eine Erklärung abgeben, erklärte Kikuta der Nachrichtenagentur jiji zufolge.

Kitakyushu akzeptiert Katastrophentrümmer aus Präfektur Miyagi: Der Bürgermeister von Kitakyushu gab gestern bekannt, dass seine Stadt bereit sei, 39.500 Tonnen Katastrophentrümmer der Stadt Ishinomaki (Präf. Miyagi)  die meisten davon aus Holz, zu übernehmen, diese zu verbrennen und für die sichere Lagerung der Asche zu sorgen.

Sollte die Stadtversammlung dem Beschluss zustimmen, wird das Material alle zwei Tage mit vier Spezialschiffen geliefert werden. Wie Bürgermeister Kenji Kitahashi erklärte, werde das Material an drei Müllverbrennungsanlagen geliefert und die anfallende Asche in Wakamatsu, einem Ortsteil von Kitakyushu gelagert. Der früheste Termin für die Übernahme von Trümmern ist der August.

Auf einer außerordentlichen Sitzung im Juli sollen die Einzelheiten wie Kosten und die Planung einer Zentrale, die mit der Bekämpfung negativer Gerüchte beauftragt wird, geklärt werden. Das berichtet die Yomiuri Shimbun.

Arbeiten zum Neustart am AKW Oi begonnen: Am heutigen Donnerstag begannen die Arbeiten mit der Reinigung von Leitungen, die mit der Turbine von Reaktor 4 verbunden sind. Für diese Aufgaben werden zwei Wochen angesetzt. Der Betreiber Kansai Electric wird die dann folgenden zehn Tage mit dem Testen der Kontrollstäbe des Reaktors sowie der Überprüfung der Leitungen verbringen.

Für den Reaktor 3 ist der Neustart am 1. Juli geplant und der volle Betrieb für den 8. Juli 2012 vorgesehen. Am Reaktor 4 soll der Neustart am 17. Juli, der Vollbetrieb am 24. Juli erfolgen. Das berichtet die NHK

Notizbuch von Giftgas-Sektenmitglied enthält Sarin-Informationen: Nachdem die Fahnder in der Wohnung von Naoko Kikuchi in Sagamihara (Präf. Kanagawa) zunächst handgeschriebene Notizen zur Lehre der Sekte gefunden hatten, wurde nun bekannt, dass bei der Durchsuchung auch ein Notizbuch beschlagnahmt worden war, das Informationen zur Herstellung des chemischen Kampfstoffs Sarin enthält.

Foto von Naoko Kikuchi auf Omu Shinrikyo Fahndungsplakat (Foto: KJ)
Omu Shinrikyo: Notizbuch von Naoko Kikuchi sichergestellt (Foto: KJ)

Kikuchi hatte bislang sowohl behauptet, sich von den Glaubensinhalten der Sekte befreit, als auch nicht gewusst zu haben, dass sie bei ihrer Labortätigkeit Sarin herstellte. Diese Aussage war jedoch bereits durch die Schilderung bereits inhaftierter Ex-Mitglieder in Zweifel gezogen worden, da Kikuchi bei der Arbeit dort stets Schutzkleidung getragen hatte.

Die Polizei geht davon aus, dass die Informationen des Notebooks eine wichtige Rolle als Beweismittel spielen könnten, um ihr die Beteiligung an der Herstellung nachzuweisen. In ihren jüngsten Angaben gegenüber den Ermittlern soll sie eingeräumt haben, dass ihr bewusst gewesen sei, dass dort gefährliche Substanzen hergestellt würden, behauptet jedoch weiterhin, nicht von der gezielten Herstellung des Giftgases gewusst zu haben.

Die Behörden gehen davon aus, das Kikuchi auf Anweisung von Masami Tsuchiya (47) früherer Leiter der Abteilung für chemische Waffen bei der Sekte, verschiedene Substanzen und Laborgeräte beschafft habe. Man vermutet, dass Kikuchi Einzelheiten über die Experimente in einem Notizbuch festgehalten habe und es sich bei dem gefundenen Buch um diese Dokumentation der Arbeit handelt. Das berichtet die Mainichi Shimbun.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here