Start Aktuelles Japan aktuell: Maßnahmen zur Grundwasserdämmung am AKW Fukushima laufen

Japan aktuell: Maßnahmen zur Grundwasserdämmung am AKW Fukushima laufen

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AKW Fukushima: Maßnahmen zur Grundwasserdämmung am 6. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Maßnahmen zur Grundwasserdämmung am 6. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Maßnahmen zur Grundwasserdämmung am 6. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Maßnahmen zur Grundwasserdämmung am 6. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

TEPCO dokumentierte am AKW Fukushima aktuell Maßnahmen, durch deren Einsatz die Gefahr einer Kontamination des Meeres durch radioaktives Grundwasser verhindert werden soll. Wirkliche Neuigkeiten bietet der Konzern dabei jedoch nicht. Unterdessen bemühte sich der Betreiber des AKW Fukushima heute um Verständnis für die Neustartpläne.

Das ein Neustart nicht mit unwesentlichen Hürden verbunden ist, zeigt der Forschungsreaktor Monju. Einzelheiten zu den Fukushima News und den sonstigen Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. Juli 2013.

Unsere heutigen Meldungen:

  • TEPCO zeigt chemische Grundwassermaßnahmen am Uferschutz
  • Meerwasserbelastung nahe Fukushima-Reaktor 3
  • TEPCO auf Stimmenfang für Kashiwazaki-Neustart
  • NRA-Team beginnt Kontrolle der Verwerfungen am AKW Monju

TEPCO zeigt chemische Grundwassermaßnahmen am Uferschutz: Waren es gestern unkommentierte fotografische Aufnahmen, veröffentlichte der Kraftwerksbetreiber TEPCO nun ein am 6. Juli aufgenommenes Video, auf dem die Maßnahmen zum Schutz vor vordringendem Grundwasser wie sie im Uferbereich erfolgen, gezeigt werden.

AKW Fukushima: Einpumpen der Chemikalien zur Bodenhärtung am 6. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Einpumpen der Chemikalien zur Bodenhärtung am 6. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Die den Medien bereitgestellten Videoaufnahmen verfügen über keine Tonspur, zeigen aber deutlich das Vorgehen am Uferschutz zwischen dem Wasserzulaufkanal der Reaktoren 1 und 2.

Die durchgeführten Arbeiten sind aufgrund der großflächigen Beleuchtung vor Ort gut nachzuvollziehen.

AKW Fukushima: Technisches Gerät bei der Aushärtung des Bodens am 6. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Technisches Gerät bei der Aushärtung des Bodens am 6. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Die Aufnahme zeigt, wie die Kraftwerksangestellten die Öffnungen im Boden über Schläuche mit der Aushärtungssubstanz füllen, die über Geräte hineingepumpt wird.

Diese Maßnahme soll durch das Härten des Bodens, unter Zuhilfenahme von entsprechenden Chemikalien verhindern, dass dort radioaktives Grundwasser hindurchgelangt.

Der Nutzen dieser Maßnahme wird von der NRA weiterhin als fraglich angesehen.

Meerwasserbelastung nahe Fukushima-Reaktor 3:
In einem Bericht macht TEPCO Angaben zu Meerwasserproben, die am Montag innerhalb des Schlickzauns nahe Reaktor 3 entnommen worden waren.

Dabei wurden folgende Werte nachgewiesen:

  • Cäsium-134 von 350 Becquerel pro Liter
  • Cäsium-137 ein Wert von 770 Becquerel pro Liter
  • Betastrahlung gesamt: 1.000 Becquerel pro Liter

TEPCO spricht in diesem Zusammenhang davon, dass die Werte im Vergleich zu früheren Messungen zwar höher lagen, aber keine signifikanten Änderungen aufwiesen. Diese Formulierung ist jedoch sehr diplomatisch formuliert, denn auch wenn diese Belastung im Vergleich zu den  Grundwasserproben gering erscheint, stellen die 1.000 Becquerel an Betastrahlung den bisher höchsten nachgewiesenen Wert dar.

Wie es zu dem Anstieg kam ist nicht bekannt, da bislang keine Bestätigung für radioaktive Kontamination durch Grundwasser vorliegt.

TEPCO auf Stimmenfang für Kashiwazaki-Neustart: Um die Zustimmung der örtlichen Verwaltungen zu erhalten, besuchte TEPCO-Präsident Naomi Hirose heute die Ortschaft Kariwa und die Stadt Kashiwazaki (Präf. Niigata).

AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)
TEPCO-Neustartkandidat: Das Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)

Sein Ziel: Die dortigen Stellen über die geplanten Sicherheitskontrollen durch die Atomaufsicht NRA als Vorbedingung für den Neustart des AKW Kashiwazaki-Kariwa in Kenntnis zu setzen.

Außerdem berichtete Hirose von den derzeitigen Arbeiten an einem Filtersystem, das beim Druckausgleich im Fall eines schweren Störfalls die Freisetzung von radioaktivem Material im Wasserdampf verringern soll.

Ein 15 Meter hoher Schutzdamm ist in der Lage, Tsunami von bis zu sechs Metern standzuhalten. Auch Verwerfungen unter der Anlage stelle keine Gefahr da.

Das Unternehmen plant den Neustart der Reaktoren 6 und 7 des Kraftwerks. Die Anlage verfügt insgesamt über sieben Reaktoren.

Neben der Genehmigung durch die NRA, die eine Einhaltung der neuen Sicherheitsrichtlinien bestätigen muss, benötigen die Betreiber von Kernkraftwerken auch die Genehmigung durch die Behörden der Städte und Gemeinden, auf deren Gelände die Anlagen stehen. Ein erstes Gespräch mit Hirohiko Izumida, Gouverneur der Präfektur Niigata, war gescheitert. Nun soll ein Zweites folgen.

Nach Angaben der jiji und NHK reagierten die Mitglieder der jeweiligen Verwaltungen mit gemischten Gefühlen.

NRA-Team beginnt Kontrolle der Verwerfungen am AKW Monju: Heute machte sich ein Expertenteam der NRA auf den Weg, um am Monju-Reaktor in Tsuruga (Präf. Fukui), die Möglichkeit aktiver geologischer Verwerfungen unter dem Forschungsreaktor zu überprüfen.

Blick auf die Stadt Tsuruga, Standort des AKW Monju (Foto: pd)
Blick auf die Stadt Tsuruga, Standort des AKW Monju (Foto: pd)

Die zweitägige Untersuchung ist Teil einer Reihe von Kontrollen an den sechs Kernkraftwerken des Landes unter denen geologische Verwerfungen verlaufen.

Von Interesse sind am Monju-Reaktor dabei sowohl die mit 70 Metern längste der acht Bruchzonen unter dem Reaktor, als auch die bereits als aktiv klassifizierte Shirataki-Nyu Verwerfung, die sich 500 Meter westlich der Anlage befindet und möglicherweise bei einem Erdbeben weitere Bewegungen in den anderen Zonen zur Folge haben könnte.

Sollte das fünfköpfige Team zu dem Schluss gelangen, eine der acht Bruchzonen sei aktiv und könne damit ein Erdbeben auslösen, oder auf Bewegungen einer andere Verwerfungen reagieren, wäre eine Stilllegung des Reaktor-Prototyps unvermeidlich. Auch die als L-2 bezeichnete Geofraktur in einem Berg südöstlich der Anlage ist bei der Beurteilung von Interesse.

Die Anlage gilt bereits wegen mehrerer Zwischenfälle in der Vergangenheit als Problemkind der Atomindustrie des Landes und hat aufgrund der nachlässigen Sicherheitskontrollen des Betreibers derzeit ohnehin ein Startverbot. Über die Kontrolle berichteten Kyodo, jiji und NHK.

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