Start Aktuelles Japan aktuell: Meeresorganismen nahe Fukushima über Grenzwert belastet

Japan aktuell: Meeresorganismen nahe Fukushima über Grenzwert belastet

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Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Arbeiten an Kühlsystem des AKW Fukushima Daiichi (Symbolfoto: TEPCO)
Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Weniger gravierend als Tschernobyl? (Foto: TEPCO)

Die heutigen Meldungen zeigen, dass die Probleme rund um das AKW Fukushima aktuell bleiben. So finden sich etwa Berichte über die Auswirkungen auf die Umwelt und mögliche Unsicherheiten bei der Lagerung der radioaktiv belasteten Abfälle. Bildmaterial und Videoaufzeichnungen gibt es dagegen von TEPCO, dem Betreiber des havarierten Kernkraftwerks. Weitere Fukushima News und sonstige Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. März 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Meeresorganismen nahe Fukushima über Grenzwert belastet
  • Ausschuss setzt Grenzwerte für Ausfuhr radioaktiv kontaminierten Gesteins
  • Chloridionen in Abfallentsorgung für radioaktives Material entdeckt
  • Eintrittskarten für Einzelbesucher des Tokyo Sky Tree erhältlich

Meeresorganismen nahe Fukushima über Grenzwert belastet: Ein Forscherteam, darunter auch Takashi Ishimaru, Professor  für Meereswissenschaften und -Technologie hatten im Juli 2011 an mehreren Stellen, darunter auch in 10 Kilometer Distanz zur Küste von Iwaki (Präf. Fukushima) Proben vier verschiedener Meereslebewesen, darunter auch Sandwürmer, entnommen. Dabei entdeckten sie, dass in mehreren Fällen der provisorische Grenzwert von 500 Becquerel pro Kilogramm überschritten wurde.

In Herzigeln (echinocardium cordatum) entdeckten sie 854 Becquerel an radioaktivem Cäsium pro Kilogramm und wiesen in Sandwürmern eine Belastung von 471 Becquerel pro Kilogramm nach. Eine vergleichbare Untersuchung im Oktober 2011 hatte noch 582 Becquerel pro Kilo in den Herzigeln und 328 Becquerel in den Sandwürmern ergeben. Diese Ergebnisse wurden nun am 21. März 2012 bekannt gegeben.

Diese Entdeckungen sind von  besonderem Interesse, werfen sie doch etwas mehr Licht auf die Verbreitung der freigesetzten radioaktiven Substanzen aus dem AKW Fukushima Daiichi und ihren Weg in die Nahrungskette – gehört doch etwa der Sandwurm zu den Nahrungsmitteln der Flunder.

Die Vereinigung der Fischereikooperativen der Präfektur Fukushima, zu der sechs örtliche Kooperativen zählen, hatten bereits nach dem Ausbruch der Krise freiwillig den Fischfang eingestellt. Das berichtet die Mainichi Shimbun.

Ausschuss setzt Grenzwerte für Ausfuhr radioaktiv kontaminierten Gesteins: Wie die Regierung der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge am heutigen Donnerstag mitteilte, hat ein Expertenausschuss einen Grenzwert für den Versand von Kies und zerkleinertem Gesteinsmaterial aus der Präfektur Fukushima, die mit radioaktivem Cäsium belastet sind, festgelegt.

Wie das Ministerium für Wirtschaft, Handelt und Industrie erklärte, betrage der voraussichtlich ab Mai geltende Maximalwert für Strahlungsbelastung bei diesen Produkten 100 Becquerel pro Kilogramm. Nun gelte es Richtlinien für geeignete Strahlungsmessungen zu erlassen, und Ende des Monats die Präfekturalverwaltungen über diese Maßnahmen zu unterrichten.

Chloridionen in Abfallentsorgung für radioaktives Material entdeckt: Die Präfekturverwaltung von Chiba gab jetzt den Fund hochkonzentrierten Chloridionen in einem Aushub nahe einer Müllhalde für radioaktiv kontaminierte Abfälle bekannt. Damit liegt die Vermutung nahe, dass in der Anlage aufbewahrtes Wasser ausgetreten ist. Der Zwischenfall war im Januar bemerkt worden, als man an der Entsorgungsstätte für radioaktive Abfälle in der Stadt Kiritsu  zwischen 250  bis 580 Milligramm an Chloridionen pro Liter Wasser an einem untersuchten Bohrloch maß. Damit liegen die Werte deutlich über den vom Betreiber  Arax Group im Dezember 2011 gemessenen 26 bis 31 Milligramm.

Chloridionen sind zwar nicht sonderlich schädlich, dennoch hat die Präfekturverwaltung alle Schritte eingeleitet, um die aktuelle Situation zu analysieren und zieht dabei auch in Betracht, dass möglicherweise auch radioaktives Cäsium aus der Lagerstätte ausgetreten sein könnte. Als erste Reaktion wurden alle Lieferungen an die Einheit gestoppt, und das Betreiberunternehmen zur Untersuchung der Umstände angewiesen.

Wie bei diesen Lagern üblich, so ist auch in diesem Fall,  der größten Anlage der Präfektur, der Boden der Lagergrube mit wasserdichten Planen ausgekleidet, die einen Austritt von Material in die Umwelt außerhalb der Anlage verhindern sollen. In ihr wird radioaktives Material, darunter  Schlamm und Asche aus den Katastrophen-Gebieten des 11. März 2011.

Stellen der Arax Group erklärten, möglicherweise sei etwas von dem Enteisungsmittel dass an den Leitungen genutzt wurde, möglicherweise in die Fundstelle gelangt und auf diese Weise für die hohen Werte verantwortlich sei.

Unter Berufung auf eng mit der Angelegenheit vertraute Quellen berichtet die Mainichi Shimbun, eine entsprechende Untersuchung durch Präfektur und Betreiber habe festgestellt, dass an mehreren Stellen in der Nähe der Leitungen, an denen Enteisungsmittel zum Einsatz kam, die Werte and Chloridionen sehr gering waren. Daher geht die Führung der Präfektur eher von der Möglichkeit eines Austritts der Substanz aus.

Ein Leck durch einen Riss in einem der wasserabschirmenden Planen scheint unwahrscheinlich, da ein Sensor am Boden der Anlage keinerlei Abweichung festgestellte habe, erklärte die Präfektur. Dennoch schließe man nicht aus, dass sich ein Leck an einer Stelle ereignet haben könnte, in deren Bereich sich kein Sensor befand.

Tokyo: Blick auf den Tokyo Sky Tee von Asakusa aus (Foto: KJ)
Blick auf den Tokyo Sky Tee von Asakusa aus (Foto: KJ)

Eintrittskarten für Einzelbesucher des Tokyo Sky Tree erhältlich: Für die Eröffnung des neuen Wahrzeichens von Japans Hauptstadt Tokyo am 22. Mai 2012 sind ab heute Eintrittskarten erhältlich. Die Karten für die Aussichtsplattform in 350 Metern Höhe zwischen dem 22. und 31. Mai sind jetzt zwischen Donnerstag und kommendem Mittwoch sowohl über das Internet als auch in den 44 Filialen der Reiseagentur Tobu Travel zu buchen. Der Preis hierfür liegt bei  2.500 Yen für Erwachsene und für Kinder zwischen 12 und 17 Jahren bei 2.000 Yen pro Person.

Zwischen dem 22. Mai und dem 10. Juli 2012 wird es zudem Karten für Einzelbesucher geben –  diese jedoch beschränkt auf 8.000 Karten pro Tag. Insgesamt 6.000 von ihnen sollen über das Internet verkauft werden, die verbleibenden 2.000 dagegen konventionell über den Tresen gehen.

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