Start Aktuelles Japan aktuell: Mehr als einhundert Flussufer nicht ausreichend gesichert

Japan aktuell: Mehr als einhundert Flussufer nicht ausreichend gesichert

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Fluss Katsura (Foto: もんじゃ cc-by)
Viele Ufer nicht ausreichend gesichert (Foto: もんじゃ cc-by)
Fluss Katsura (Foto: もんじゃ cc-by)
Viele Ufer nicht ausreichend gesichert (Foto: もんじゃ cc-by)

Wie neue Ergebnisse zeigen, ist die Präfektur Fukushima aktuell nicht die einzige ihrer Art, die sich besser auf Naturkatastrophen vorbereiten muss.

Doch auch atompolitisch ist ebenfalls einiges in Bewegung und rückt Anlagen wie das Atomkraftwerk Fukushima heute in ein etwas anderes Licht. Somit also neben Fukushima News vor allem weitere Neuigkeiten, wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. September 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Ufer von über 100 Flüssen nicht ausreichend gesichert
  • Termin für Start neuer Atomaufsicht bekannt geworden
  • Kontrollpläne für AKW Mihama und AKW Monju vorgelegt
  • Osaka-Erdbebenwarnung per E-Mail versandt
  • Atomkraftwerke dienen militärischer Abschreckung
  • Senkaku-Konflikt durch Kaufbeschluss verschärft
    • Japan einigt sich bei Kauf der Senkaku-Inseln auf Staatsbesitz
    • China droht subtil mit Aktion gegen Senkaku-Ankauf
    • Zwei Flaggentäter festgenommen
    • Chinesen kritisieren Bestrafung der Flaggen-Täter
    • Chinas Regierung betont Impulsivität der Flaggen-Täter
    • China verschärft Schutz für Japans Botschafter

Ufer von über 100 Flüssen nicht ausreichend gesichert: Die Japanische Ministerium für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus kommt nach einer Untersuchung, die landesweit als Reaktion auf Überschwemmungen nach sintflutartigen Regenfällen im Juli durchgeführt wurde zu dem Schluss, dass die Uferbefestigungen und Dämme an über 100 Flüssen unzureichend sind.

Fluss Abukuma in der Präfektur Fukushima (Foto: pd)
Flüsse sind bislang unterschätztes Sicherheitsrisiko (Foto: pd)

Selbst wenn die Flüsse nicht über die Ufer treten sollten, so könnte es durch das Durchsickern immer noch zu Überflutungen kommen, was auch der Bevölkerung bekannt gemacht werden sollte.

Insgesamt ist eine Strecke von 1.000 Kilometern entlang 95 Wasserstraßen als kritisch eingestuft worden.

Bei den Zwischenfällen im Juli hatte das Wasser der beiden Flüsse die Ufer aufgeweicht, was zu deren Zusammenbruch und einer Überschwemmung nach sinken des Wasserstands geführt hatte. Die genannten Strecken sind vermutlich ebenfalls anfällig für ein derartiges Ereignis.

Als anfällig gelten insbesondere alte Dämme, bei deren Bau auf Sand zurückgegriffen wurde, da erst vor 50 Jahren ein Verbot von Sand zur Uferbefestigung ausgesprochen wurde. Nun suche man nach Möglichkeiten alte Ufer zu bewahren und diese gleichzeitig sicherer zu machen. Das berichtet die NHK.

Termin für Start neuer Atomaufsicht bekannt geworden: Unter Berufung auf informierte Quellen wurde nun ein Datum für die Einführung der neuen Atomaufsichtskommission von Medien veröffentlicht. Nach Meldung der Nachrichtenagenturen Kyodo und jiji soll die Kontrollinstanz am 19. September offiziell ihre Arbeit aufnehmen, da Premierminister Yoshihiko Noda noch am selben Tag die Leitung und Mitglieder ernennen will.

Dabei soll der Premier auf eine gesetzliche Regelung zurückgreifen, die es ihm ermöglicht, diese Entscheidung trotz einer ausstehenden Diskussion und Anerkennung im Parlament zu fällen. Die geplante Ernennung von Shunichi Tanaka zum Leiter der Behörde war aufgrund seiner früheren Tätigkeit bei der Atomenergiekommission kritisiert worden.

Auch wenn Noda sich somit zunächst über das Misstrauen in der eigenen Partei, sowie in den Oppositionslagern hinweg setzten kann, so wird im Herbst eine nachträgliche Anerkennung durch das Parlament erforderlich werden. Sollte die neue Atomkontrolle dann nicht akzeptiert werden, so werden die Mitglieder entlassen.

Der Premierminister befand sich im Zugzwang, da der späteste Termin zur Ernennung der neuen Instanz der 26. September ist.

Kontrollpläne für AKW Mihama und AKW Monju vorgelegt: Die Betreiber des AKW Mihama und des Forschungsreaktors Monju legten ihre Pläne zur Untersuchung des Untergrunds auf aktive Verwerfungen heute der Atomaufsicht NISA zur Beurteilung vor. Die NISA wird die Vorlagen am Freitag prüfen.

Die Betreiber Kansai Electric und die japanische Atomenergiebehörde folgen damit einer Aufforderung zur Kontrolle auf geologische Besonderheiten, nachdem man zu dem Schluss gekommen war, beide Nuklearanlagen könnten sich bewegen, wenn sich aktive Verwerfungen, die sich zwischen 500 Metern bis einen Kilometer entfernt befinden, in Bewegung setzen.

Zu den Maßnahmen gehört der Aushub und die Abtragung von Erdschichten auf dem Gelände der Anlage, um mögliche geologische Bewegungen in der Vergangenheit nachvollziehen zu können ebenso, wie die Beurteilung von geographischen Merkmalen in der Umgebung und der nahe gelegenen Küste.

Die Untersuchungen sollen insgesamt sechs Monate lang  durchgeführt und die Ergebnisse dann im März kommenden Jahres den Behörden zur Begutachtung vorgelegt werden, berichtet die NHK. Ähnliche Maßnahmen für vier weitere Atomanlagen sind bereits im Gange.

Osaka-Erdbebenwarnung per E-Mail versandt: Etwa 3,5 Millionen Einwohner der Präfektur Osaka erhielten gegen 11:00 Uhr eine Erdbebenwarnung per E-Mail auf ihre Mobiltelefone, die gänzlich unabhängig von den individuellen Einstellungen des Geräts so laut wie möglich klingelte. Die Nachrichten hatte in Japanisch und Englisch den Titel „Übung“ und forderte die Empfänger auf, ihr Verhalten bei einem Erdbeben  zu überdenken.

Organisationen die auf die Übung vorbereitet waren, reagierten unterschiedlich auf die simulierte Notsituation. Während sowohl die staatliche Bahnlinie JR, als auch die Privatanbieter an ihren Bahnhöfen auf die Übung hinwiesen, trafen etwa Amtsgericht in Osaka keine besonderen Maßnahmen, sondern lediglich eine Unterbrechung. Andere Verhandlungen wurden fortgeführt.

Bei einer Stadtversammlung in Sakai nutzten die Anwesenden die Warnung, um Schutz unter den Tischen zu suchen, während andere Organisationen ebenfalls eigene Übungen, wie etwa die Schließung von Tsunami-Schleusen und die Evakuierung einer Schule durchführten, berichtet die Mainichi Shimbun.

Gewerkschaften der Energiebranche gegen atomkraftkritische Politiker:  Seiichi Taneoka, Vorsitzender der Vereinigung der Gewerkschaften der japanischen Industrien mit Bezug zur Elektrizitätsversorgung, erklärte auf einer jährlichen Konferenz, es sei unmöglich Gesetzgeber und Wahlkandidaten zu unterstützten, die ein Ende der Atomkraft fordern.

Atomkraftwerk-Symbol (Grafik: Hendrik Tammen cc-by)
Atomindustrie lehnt Unterstützung atomkritischer Politiker ab (Grafik: Hendrik Tammen cc-by)

Die Fortführunng der Atomenergie als Hauptenergiequelle des Landes sei eine realistische Option. Viele Mitglieder der Vereinigung befürchten, bei der von der Politik versprochenen schrittweisen Reduzierung der Atomenergie, ihren Arbeitsplatz zu verlieren.

Deshalb rief Taneoka, nach Angaben der Nachrichtenagentur jiji, die Politiker auf, diesbezüglich noch vor den kommenden Wahlen im Repräsentantenhaus im Herbst und den  Wahlen im Oberhaus im Sommer kommendes Jahres, ihre Position zur Atompolitik deutlich zu machen.

Atomkraftwerke dienen militärischer Abschreckung: Vor seinem Amtsantritt als Verteidigungsminister im Juni diesen Jahres, äußerte Satoshi Morimoto bei einem öffentlichen Gespräch am 25. Januar seine ganz eigene Interpretation von Japans friedlicher Kernenergienutzung.

Nach Angaben der Kyodo habe er erklärt, dass Atomkraftwerke in Japan gegenüber benachbarten Staaten als große Abschreckungsfunktion wahrgenommen würden. Diese Einschätzung ist vermutlich darauf zurückzuführen, da die Verwendung  von Atomkraft auch eine mögliche Nutzung zu militärischen Zwecken impliziert.

Morimotos Äußerungen, die Atomkraftwerke als psychologischen Bestandteil von Japans Verteidigung anzusehen, wurde in Notizen während des Treffens festgehalten, die jetzt der Nachrichtenagentur Kyodo vorliegen.

Senkaku-Konflikt durch Kaufbeschloss verschärft: Nach den Berichten über die Einigung zum Kauf der umstrittenen Senkaku-Inseln durch die japanische Regierung, kam es erneut zu diplomatischen Spannungen mit China. Die Volksrepublik muss allerdings im Fall des Angriffs auf Japans Botschafter gleichzeitig subtil agieren. Die Neuigkeiten im Überblick:

Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)
Japanische Nationalflagge (Originalfoto: Toshihiro Oimatsu cc-by)

Japan einigt sich bei Kauf der Senkaku-Inseln auf Staatsbesitz: In einem geheimen Treffen mit den privaten japanischen Eigentümern von drei der fünf Inseln, hat der stellvertretende Chefkabinettssekretär Hiroyuki Nagahama eine Übernahme für 2,5 Milliarden Yen erzielen können. Der Vertrag mit der Familie Kurihara soll Ende des Monats geschlossen werden.

China droht subtil mit Aktion gegen Senkaku-Ankauf: Hong Lei, Sprecher des chinesischen Außenministeriums nannte den geplanten Vertragsabschluss einseitig und illegal –  man werde die Situation beobachten und sei bereit, entsprechende Schritte zum Schutz von Nation und Souveränität zu ergreifen.

Zwei Flaggentäter festgenommen: Chinas Büro für öffentliche Sicherheit teilte am Dienstag mit, dass man im Fall des Angriffs auf den Wagen des japanischen Botschafters Ende August, zwei Männer im Alter von 23 und 25 Jahren in Cangzhou (Prov. Hebei)  fünf Tage lang festgenommen habe. Die Männer stammen aus der Provinz Hebei bzw. Heilongjiang und hätten die Tat gestanden.

Chinesen kritisieren Bestrafung der Flaggen-Täter: Nachdem beide Männer den Übergriff auf den Botschaftswagen einräumten, waren sie fünf Tagen inhaftiert worden. Ein weiterer Mann aus Peking, der bei der Straßenblockade half, erhielt eine Verwarnung. Im Internet kritisieren Chinas Nationalisten die Strafen als zu hart.

Chinas Regierung betont Impulsivität der Flaggen-Täter: Chinas Führung bemüht sich herauszustellen, dass die Tat spontan aus persönlicher Frustration über Japans Politik im Inselstreit und die Trostfrauen verübt wurde und keine organisierte politische Struktur oder Gruppierung hinter dem Übergriff stehe.

China verschärft Schutz für Japans Botschafter: Nachdem Männer in einem weißen BMW und einem silberfarbenen Audi den Wagen des japanischen Botschafters Uichio Niwa gewaltsam gestoppt und die Flagge abgerissen hatten, hat China nach eigenen Angaben, nun die Sicherheitsmaßnahmen für den Botschafter verschärft, machten aus Sicherheitsgründen jedoch keine weiteren Angaben.

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