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Japan aktuell: Minderjähriger Arbeiter illegal am AKW Fukushima beschäftigt

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Fukushima-Arbeiter am Bus 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Aktuelle Daten zur Strahlungsbelastung der AKW-Arbeiter veröffentlicht (Symbolfoto: TEPCO)
Fukushima-Arbeiter am Bus 7. Oktober 2011 (Foto: TEPCO)
Fukushima: Mangelnde Personalkontrollen am AKW (Foto: TEPCO)

Wie bereits gestern angekündigt, erneuerte auch heute die japanische Wetterbehörde ihre Tornadowarnung für den morgigen Donnerstag. Ein Donnerwetter ganz anderer Art erlebte TEPCO der Betreiber des AKW Fukushima aktuell, als nun die Beschäftigung eines  minderjährigen Angestellten durch ein Partnerunternehmen bekannt wurde.

Weitere Fukushima News zur Situation von Angestellten, sowie sonstige Neuigkeiten, etwa zum Tornado, nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 09. Mai 2012.


Unsere heutigen Themen:

  • Minderjähriger Arbeiter am AKW Fukushima identifiziert
  • Landwirte in Fukushima beginnen Reisanbau
  • Fukushima-Arbeiter mit Kontamination im Mundbereich
  • Vermisster Hund nach Tsukuba-Tornado wieder zurückgekehrt

Minderjähriger Arbeiter am AKW Fukushima identifiziert: Der Energiekonzern TEPCO, Betreiber des AKW Fukushima Daiichi, gab am gestrigen Tag bekannt, dass man einen Kraftwerksarbeiter ausfindig gemacht habe, der aufgrund seines jungen Alters nicht dazu geeignet ist, in Nuklearanlagen  tätig zu sein.

Der minderjährige Angestellte hatte zwischen dem 6. und 11. April vergangenen Jahres am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi gearbeitet und dort nach Angaben der Mainichi Shimbun Wände in den Turbinengebäuden der Reaktoren 2 und 4, repariert, sowie weitere Arbeiten durchgeführt. Die Nachrichtenagentur jiji konkretisiert diese Angaben und berichtet, er habe dort unter anderem Löcher in die Wände gebohrt um Schläuche hindurchzuführen.

Nach Angaben des Unternehmens war es zu der illegalen Beschäftigung gekommen, da der 17 Jahre alte Angestellte eines Subunternehmens bei seiner Einstellung eine Kopie der Daten seines Einwohnermeldeamtes mit gefälschtem Geburtsdatum eingereicht hatte. Somit musste der Subunternehmer davon ausgehen, dass der Bewerber 18 Jahre alt war und damit das Mindestalter erfüllte, dass für die Arbeit am Kraftwerk erforderlich ist.

Eine Person unterhalb dieses Alters einzustellen, stellt einen Verstoß gegen das geltende japanische Arbeitsbedingungsgesetz dar, das eine Beschäftigung von Angestellten von weniger als 18 Jahren in Berufen mit Strahlungsbelastung verbietet. TEPCO meldete den Zwischenfall der Atomsicherheitsbehörde NISA.

Nach Angaben von TEPCO habe der junge Arbeiter keine gesundheitlichen Probleme gezeigt und beruft sich dabei auch auf eine Überprüfung vom Juli vergangenen Jahres, als seine Gesamtbelastung mit 1,92 Millisievert gemessen worden war.

Die Täuschung war erst aufgeflogen, als TEPCO beschloss, aufgrund der Beurteilung, bei dem ursprünglichen Einstellung sei die Identifikation nicht ausreichend berücksichtigt worden, die Identität aller Beschäftigten die zwischen März und Juni beschäftigt waren, erneut zu kontrollieren.

Dabei war die Diskrepanz zwischen dem Geburtsdatum auf dem Handbuch für die Strahlungsdosis des Jungen und den zuvor von ihm gemachten Angaben entdeckt worden.

Eine Reis-Rispe
Fukushima: Reisanbau 2012 beginnt (Foto: pd)

Landwirte in Fukushima beginnen Reisanbau: Trotz weiterhin bestehender Bedenken über eine mögliche Kontamination mit radioaktivem Material, oder anderen Folgen der Reaktorkatastrophe, haben die Landwirte in der Präfektur Fukushima mit dem Setzen der Reisschößlinge begonnen. Das berichtet etwa die jiji.

Daher bestehen sowohl weiterhin Vorbehalte, als auch rechtliche Einschränkungen. So ist etwa der Anbau von Reis in Gebieten, deren letzte Ernte mehr als 500 Becquerel pro Kilogramm aufwies, lediglich zu Forschungszwecken erlaubt. Ein Vertrieb der Ware in den Handel ist verboten.

Für Gebiete, in denen eine Belastung zwischen 100 und 500 Becquerel nachgewiesen worden war, gelten die Bedingungen, dass vor der Pflanzung eine Dekontamination der Reisfelder erfolgt und bei Beginn der Erntesaison im August, alle Reissäcke gesondert auf Strahlungsbelastung untersucht werden.

Seit April 2012 gelten strengere Grenzwerte für Lebensmittel. So wurde etwa das Limit für eine Reihe von Lebensmitteln von bislang 500 Becquerel auf 100 Becquerel pro Kilogramm gesenkt.

Fukushima-Arbeiter mit Kontamination im Mundbereich: TEPCO, Betreiber des AKW Fukushima Daiichi meldet, am Montag sei gegen 15:15 Uhr Ortszeit bei der Kontrolle des Angestellten eines Partnerunternehmens am erdbebensicheren Gebäude, radioaktives Material im Bereich seines Mundes festgestellt worden. In den Nasenhöhlen wurde dagegen keine Kontamination festgestellt. Zuvor war der Arbeiter mit dem Verlegen von Polyethylenrohren der Entsalzungsanlage beschäftigt.

Nach der Dekontaminierung des Gesichts habe man eine weitere Untersuchung des Gesichts durchgeführt und kein radioaktives Material mehr nachgewiesen. Als zusätzliche Maßnahme sei die Messung durch einen Ganzkörperzähler erfolgt und festgestellt worden, dass offenbar kein Material aufgenommen wurde.

Vermisster Hund nach Tsukuba-Tornado wieder zurückgekehrt: Auch wenn es Katzen sind, denen man im Volksmund neun Leben nachsagt, so werden sich die Besitzer des drei Jahre alten Mischlingshundes Wantaro nicht minder gefreut haben, ihn wohlbehalten wieder bei sich zu wissen. Wantaro war am 6. Mai während des Tornados, der über die Stadt Tsukuba gefegt war, zusammen mit seiner Hundehütte verschwunden.

Am gestrigen Dienstag tauchte er  gerade einmal 100 Meter vom Haus seines Besitzers Hideya Ozeki entfernt wieder auf. Dessen Ehefrau Mariko konnte dann den Hund wieder in Empfang nehmen, nachdem sie davon erfahren hatte, dass er sich in der Nähe befinde.  Neben seinen Besitzern freut die Rückkehr des unverletzten Wantaro auch den elf Jahre alten Enkel, der sich sehr erleichtert gezeigt habe, dass der Familienhund nun wieder zurück ist. Sowohl die Nachrichtenagentur Kyodo, als auch die NHK berichteten über die tierische Geschichte.

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