Start Aktuelles Japan aktuell: Möglicherweise 2000 Quadratkilometer Land in Fukushima verstrahlt

Japan aktuell: Möglicherweise 2000 Quadratkilometer Land in Fukushima verstrahlt

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Präfektur Fukushima, Tadamimachi (Foto: contri cc by-sa)
Tadami in der Präfektur Fukushima (Foto: contri cc by-sa)
Präfektur Fukushima, Tadamimachi (Foto: contri cc by-sa)
Tadami in der Präfektur Fukushima (Foto: contri cc by-sa)

In einer Videonachricht an die Wirtschaftsführer in China fand Noda schöne Worte für den Wiederaufstieg Japans und verglich die Nation mit einem tausendjährigen japanischen Kirschbaum (Sakura) dessen Blüten trotz aller Widernisse neu erblühen.

Kritischere Worte waren im Bericht der U.N. zu lesen, in dem der japanischen Regierung vorgeworfen wird, die im Voraus gemachten Einschätzungen über die Möglichkeit von Atomunfällen am AKW Fukushima seien zu lasch gewesen.

Doch neben dem was in Fukushima aktuell geschieht, gibt es auch weitere Nachrichten – natürlich dennoch inklusive Fukushima News – im aktuellen Spreadnews Japan-Ticker vom 15. September 2011

Erdbeben vor Japans Ostküste: Ein Erdbeben mit einer Stärke von 6,2 erreignete sich vor der Ostküste Japans, das Epizentrum lag 220km nordöstlichen von Tokyo. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben, zunächst gab es keine Berichte über schwere Schäden oder Verletzte.

Kraftwerksarbeiter evakuierten trotz Strahlung nicht: Mindestens vier Arbeiter haben ihren Einsatz an der Anlage für radioaktives Abwasser nicht abgebrochen und das Gebiet verlassen, obwohl ihre Messgeräte eine Beta-Strahlung über dem festgelegten  Evakuierungslimit von fünf Milisievert feststellten und ein akkustischer Alarm ausgelöst wurde. TEPCO ermittelt nun die Ursache, berichtet die NHK.

Beta-Strahlung dringt nicht leicht durch die menschliche Haut ein. In einem Notfall gilt als gesetzliche Grenze 1000 Milisievert. Die Arbeiter waren vermutlich einer Strahlung von 9,5 Milisievert ausgesetzt, was keine unmittelbaren gesundheitlichen Schäden nach sich ziehe, so der Betreiber. Weitere 17 Personen die sich bei den Arbeiten in der Nähe befanden würden sicherheitshalber auch überprüft.

Bis zu einem Siebtel von Fukushima könnte kontaminiert sein: Einschätzungen von Professor Yuichi Moriguchi (Universität Tokyo) nach ist es sehr wahrscheinlich, dass alleine in der Präfektur Fukushima rund 2000 Quadratkilometer Land und damit etwa ein Siebtel der gesamten Präfektur durch radioaktives Material kontaminiert wurde, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet.

Ausgehend von seiner Berechnung beträgt die Fläche auf der in einer Höhe von 05, bis 1 Meter mehr als 1 Mikrosievert pro Stunde gemessen wird insgesamt 2000 Quadratkilometer, diese Werte gelten etwa beim Sperrgebiet. Die meisten Gebiete befinden sich innerhalb der Präfektur, allerdings zählen auch Teile der Präfekturen Miyagi, Ibaraki und Tochigi zu den betroffenen Bereichen.

Neustart der Rinderlieferung aus Fukushima: Nach zweimonatiger Unterbrechung sollen am heutigen Donnerstag die Rinderlieferungen aus der Präfektur Fukushima wieder aufgenommen werden, berichtet die Nachrichtenagentur jiji.  Nach Auslieferung und der Verarbeitung werden aufgrund der Wünsche von Bürgern und Produzenten die Rinder auf Strahlung getestet. Die ersten sieben Rinder werden von einem Betrieb aus dem Dorf Otama in Tokyo verkauft werden.

Strahlungsbekämpfung durch Erdabtragung effektiver als Sonnenblumen: In einem aktuellen Artikel berichtet die Mainichi Shimbun von den Ergebnissen eines wissenschaftlichen Experiments in dessen Verlauf ein Vergleich der Wirksamkeit von Sonnenblumenpflanzungen und der Entfernung oberer Erdschichten bei der Beseitigung radioaktiven Materials von landwirtschaftlichen Nutzflächen stattgefunden hatte.

Dabei erwiesen sich die Sonnenblumen als ineffizienter. Während die im Mai in Iitate gepflanzten Sonnenblumen lediglich 52 Becquerel Cäsium pro Kilogramm aufgenommen hatten und selbst mit 10 Kilo schwere Sonnenblumen nur ein Zweitausendstel (1/2000) des im Boden vorhandenen Cäsium ausgefiltert werden würden, konnte bereits durch das Abtragen von 3 bis 4 Zentimetern Erdreich der Wert von  10370 Becquerel auf 2599 gesenkt werden.

Wie das Ministerium Landwirtschaft, Forsten und Fischerei mitteilte, wird die Abtragung noch effektiver, wenn das Erdreich zuvor durch chemische Substanzen gehärtet oder inklusive der Graswurzeln entfernt werde. In beiden Fällen könnte die Belastung durch radioaktives Cäsium um 82 bis 97 Prozent gesenkt werden.

Stadt zahlt finanzielle Unterstützung zur Erhaltung traditioneller Geisha-Künste: Während Helfer in den vergangenen Jahren vor allem Leben retteten, unterstützt die Stadt Shimoda  die Bemühungen einer anerkannten Bürgervereinigung, welche die traditionellen Künste der Geisha retten will. So werden nun für ein halbes Jahr die Löhne angehender Geisha gezahlt und um Nachwuchs geworben.

Man habe sich dazu entschlossen hierfür die Regierungszahlungen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze zu nutzen. Das öffentliche Debüt der Geisha wird das Okichi Fest sein, dass im März abgehalten wird – und einer der Gründe ist, weshalb sich trotz der allgemeinen Atomangst eine Reise nach Japan lohnt. Das berichtet die Asahi Shimbun.

Tohoku Universität will Katastrophenforschungszentrum gründen:Die Tohoku Universität plant in Sendai die Gründung des landesweit ersten Zentrums zur Erforschung  von Katastrophen. Im unter dem vorübergehenden Namen „International Institute on Disaster Science“ firmierenden Projekt sollen mehr als 80 Forscher und Lehrer neben den Abläufen von Katastrophen auch die Minimierung von Schäden und geeignete Hilfsmaßnahmen für betroffene Menschen erforschen und vermitteln, so ein Artikel der Mainichi Shimbun.

Großteil der Bodenbelastung in Wäldern auf Laub zurückzuführen: Die Dekontamination ganzer Wälder stellt örtliche Verwaltung und Helfer vor besonders schwierige Bedingungen. Doch möglicherweise könnte sich das ändern, wie ein Bericht der Yomiuri Shimbun zeigt. Eine Forschungsgruppe der Universität Tsukuba  hat mit Messungen zwischen Juni und August ermittelt, dass sich in Zedernwäldern zwischen 50 und 90 Prozent, in Wäldern aus  Laubbäumen sogar mehr als 90 Prozent des am Boden gemessenen radioaktivem Cäsium auf bereits herabgefallenem Laub und Ästen befinden.

Allein eine Räumung des Waldbodens könnte somit bereits deutlich zu einer Senkung der angesammelten Radioaktivitätswerte beitragen.

Säuglinge und Kleinkinder können Strahlungstests unterzogen werden: Die Stadt Minamisoma (Präf. Fukushima) hat beschlossen, künfig auch Kleinkinder und Säuglinge den bereits seit Juli laufenden Strahlungstests zu unterziehen, berichtet die NHK. Bislang waren sie aufgrund der ungeigneten Größe der Geräte von den Messungen ausgenommen und nach alternativen Testmethoden gesucht worden.

Nun hat  ein städtischen Krankenhaus sich zusammen mit einem in Tokyo residierenden Medizinunternehmen dazu entschlossen, spezielle Urintests anzuwenden, am heutigen Donnerstag begann die Annahme von entsprechenden Anforderungen durch Eltern.

Der kostenlose Tests ist für Kinder bis sechs Jahren geeignet, die Ergebnissen werden zwei Wochen nach Erhalt der Urinproben zugesandt. Man hofft, auf diese Weise den Ängsten der Eltern begegnen zu können.

Neues von den Nordkoreanern:  Wie japanische Medien berichten, wollen sich Vertreter des Außenministeriums mit den nordkoreanischen Flüchtlingen treffen um diese zu ihren Hintergründen, Militärkontakten und Fluchtmotiven befragen. Nachdem ihnen ein kontrollierten  Landgang erlaubt worden war, haben diese nun beim Immigrationsbüro eine zeitweilige Aufenthaltserlaubnis mit der Dauer eines halben Jahrs erteilt bekommen. Gerüchten zufolge, sollen sie bereits in den kommenden Tagen nach Südkorea überstellt werden.

Diese wird an Personen ausgegeben, die Japan nach einer Flucht aus Gebieten in denen Leib und Leben sowie körperliche Unversehrtheit bedroht sind, erreichen,  heisst es in der Asahi Shimbun.

Unterdessen werden die Umstände der Flucht analysiert. Aufgrund des Umstands das die Flüchtlinge über ein Boot mit Motor, Treibstoff sowie Proviant in Form von Wasser, Reis und eingelegtem Kohl (Kimchi) verfügten, lasse darauf schließen, dass die Familie nicht arm gewesen sei. Zudem scheint die Behauptung des Anführers sowohl für Militär als auch Fischerei gearbeitet zu haben plausibel, untersteht die Fischerei doch zumindest in Teilen dem Militär und Verbindungen zum Militär seien für eine derartige Flucht erforderlich, so Experten.

Vermutlich wurde der Zeitpunkt der Flucht gewählt, da einerseits Nordkorea seinen 63. Jahrestag feiert und mögliche Wachen unaufmerksamer sein würden, zum anderen um einer sich andeutenden möglichen Grenzverschärfung zuvor zu kommen. Der Umstand, dass selbst offenbar vergleichsweise wohlhabende Familien fliehen zeige auch, dass die Bevölkerung dort die jüngsten Propgandaversprechen über kommenden Wohlstand nicht glaube.

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