Start Aktuelles Japan aktuell: Nach Fukushima nun weiteres Problem-AKW für TEPCO

Japan aktuell: Nach Fukushima nun weiteres Problem-AKW für TEPCO

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AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)
Das AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)
AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)
TEPCOs neues Sorgenkind? Das Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)

Das AKW Kashiwazaki-Kariwa könnte nach der Katastrophe von Fukushima aktuell das zweite Sorgenkind für TEPCO werden.

Diesen Schluss lassen die jüngsten Meldungen der Betreiberfirma zu. Dennoch liefert auch das Kernkraftwerk Fukushima heute wieder interessante Neuigkeiten

Neben den Fukushima News finden sich unter anderem auch weitere japanische AKW im Spreadnews Japan-Ticker vom 19. April 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Weitere aktive Verwerfungen unter AKW Kashiwazaki-Kariwa vermutet
  • Brandspuren an Ladetafel des TEPCO-AKW Kashiwazaki-Kariwa
  • TEPCO dokumentiert Fortschritt an Fukushima-Ausgleichsbehälter
  • Wassertank-Lecks fordern neue Strategie
  • AKW Oi soll angeblich Sicherheitsbestimmungen erfüllen
  • Ex-Vorsitzender von TEPCO tritt von weiterem Posten zurück
  • Ältester Mann der Welt feiert 116. Geburtstag

Weitere aktive Verwerfungen unter TEPCO-AKW Kashiwazaki-Kariwa vermutet: TEPCO, Betreiber des AKW Fukushima Daiichi, gab bekannt, dass eine Untersuchung an einer weiteren Anlage des Unternehmens die Möglichkeit aktiver Verwerfungen aufgezeigt habe.

Das AKW Kashiwazaki-kariwa im April 2011 (Original: Daisuke Yamagishi cc-by)
Potentiell gefährlicher Zwischenfall am AKW Kashiwazaki-Kariwa (Original: Daisuke Yamagishi cc-by)

Die fraglichen Verwerfungen verlaufen unter Reaktor 3, sowie zwischen den Reaktoren 5 bis 7 und stehen nun im Verdacht, in den vergangenen 200.000 bis 400.000 Jahren seismische Aktivität gezeigt zu haben. Unter zwei Reaktoren der Anlage, 1 und 2 wurden bereits aktive Verwerfungen nachgewiesen.

Als aktiv und damit potentiell dazu geeignet, die Stilllegung von Reaktoren zu rechtfertigen, wurden bislang  geologische Formationen eingestuft, bei denen in einem Zeitraum von 120.000 bis 130.000 Jahren Bewegungen nachgewiesen werden konnten. Die Atomaufsicht NRA verschärft diese Regelung jedoch und wird Prüfungen auf Aktivität in den letzten 400.000 Jahren verlangen.

Brandspuren an Ladetafel des TEPCO-AKW Kashiwazaki-Kariwa: Bei Arbeiten an einem Schaltnetzteil in Reaktor 7 ertönte gestern um 14:48 Uhr ein Alarm, der auf Probleme an der Ladetafel hinwies. Eine Kontrolle durch Angestellte von TEPCO ergab um 18:00 Uhr eine Brandspur am Schalter der DC 250V Ladetafel im zweiten Kellergeschoss.

Nachdem im unteren Bereich der Ladetafel, die durch die Umwandlung von Wechsel- in Gleichstrom eine Batterie auflädt, rußähnliche Partikel gefunden worden waren, setzte man um 18:03 Uhr die Feuerwehr in Kenntnis. Diese stufte den Zwischenfall in einem Bericht am heutigen Morgen um 9:30 Uhr als Brand ein. Es bestand nach Angaben von TEPCO keine Gefahr.

Die Ursache des Brandes werde derzeit ermittelt.

TEPCO dokumentiert Fortschritt an Fukushima-Ausgleichsbehälter: Der Elektrizitätskonzern TEPCO veröffentlichte heute Bildmaterial auf dem die Fortschritte bei den jüngsten Arbeiten am Lukendeckel des Überlauf- und Ausgleichsbehälter für das Abklingbecken von Fukushima-Reaktor 3.

Fukushima-Reaktor 3: Zustand des Lukendeckels vor (o.) und nach (u.) den Arbeiten am 17. bzw 18. April 2013 (Fotos: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Zustand des Lukendeckels vor (o.) und nach (u.) den Arbeiten am 17. bzw 18. April 2013 (Fotos: TEPCO)

Auf den Bildern ist zunächst der mit Trümmern bedeckte Lukendeckel zu sehen und dann der Zustand während der Arbeiten, um anschließend zu dokumentieren, dass sich das Bauteil wieder an seinem ursprünglichen Platz befindet und die Trümmer entsprechend geräumt wurden.

Weitere Angaben zu den Arbeiten am Deckel des Ausgleichsbehälters, etwa zur Dauer der Arbeiten, oder der Anzahl beteiligter Angestellter machte TEPCO zunächst nicht.

Somit bleibt unklar, welche unmittelbare Relevanz diese Arbeiten für die Pläne zur langfristigen Stilllegung des Reaktors haben.

Auch im Fukushima-Reaktor 3 war es nach der Katastrophe am 11. März 2011 zu einer Kernschmelze gekommen.

Wassertank-Lecks fordern neue Strategie: Wie Toshimitsu Motegi, Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie am Freitag auf einem Treffen zur Stilllegung der Reaktoren erklärte, werden TEPCO und Regierung ab Mai deutlich umdenken um eine Zunahme radioaktiven Abwassers zu verhindern.

Unterdessen veröffentlichte die Atomaufsicht NRA eine Schätzung in der die Behörde zu dem Schluss kommt, dass die Lecks in etwa zehn Jahren zur Überschreitung der Grenzwerte für radioaktives Strontium im Grundwasser der Küstenregion führen könnten, berichtet die Kyodo.

AKW Oi soll angeblich Sicherheitsbestimmungen erfüllen: Kansai Eletric, Betreiber von Japans derzeit einzig aktivem Kernkraftwerk Oi (Präf. Fukui) teilte gestern in einem 500 Seiten umfassenden Bericht an Japans Atomaufsicht NRA die Einschätzung mit, dass die Anlage den neuen strengeren Sicherheitsbestimmungen, die im Juli in Kraft treten, entsprechen wird.

Anlässlich der heute beginnenden Sicherheitskontrollen auf Basis der neuen Regelungen zeigte sich Kansai Electric zuversichtlich, eine Genehmigung zum Weiterbetrieb bis zur nächsten Routinekontrolle im September zu erhalten. So werde die Maximalhöhe eines Tsunami an der Küste auf 2,85 Meter geschätzt, was deutlich unter dem Niveau der Anlage von 9,7 Metern liegt.

Die Atomaufsicht NRA zeigt sich jedoch bislang nicht zufrieden. So müsse etwa die Möglichkeit der gleichzeitigen Bewegung von drei Verwerfungen in der Nähe des AKW einkalkuliert werden und auch der Vorschlag von Kansai Electric. So lange der Bau der externen Notfallzentrale nicht fertiggestellt sei, könne ein Konferenzraum in Reaktornähe als solche dienen, wurde abgelehnt.

Über die Einschätzung des Unternehmens berichteten jiji, NHK und Asahi Shimbun.

Ex-Vorsitzender von TEPCO tritt von Posten zurück: Unter Berufung auf nicht genannte Quellen berichtet die Kyodo, dass Tsunehisa Katsumata, Vorsitzender des Elektrizitätskonzerns TEPCO, im Juni von seinem Posten als Direktor der Japan Atomic Power Corporation zurücktreten wird. Dies geschehe um Verantwortung für die Fukushima-Katastrophe zu übernehmen. Der 73 Jahre alte Katsumasa hat somit ab Juni keine weiteren Beschäftigungsverhältnisse mehr.

Ältester Mann der Welt feiert 116. Geburtstag: Jiroemon Kimura erhielt heute anlässlich seines 116. Geburtstags Besuch von Yasushi Nakayama, Bürgermeister seiner Heimatstadt Kyotango (Präf. Kyoto), der ihm eine DVD mit einer Botschaft von Japans Premierminister Shinzo Abe überreichte, in der er Kimura als Stolz der Nation bezeichnete. Außerdem wurde er mit einer erneuten Guiness-Buch Urkunde geehrt.

Als Geheimnis seiner Langlebigkeit nannte der 1897 geborene Kimura seine Ernährungsempfehlung, nur so viel zu essen, bis der Magen zu 80 Prozent gefüllt ist. Aufgrund des Umstand, dass er gerne Parlamentssitzungen im Fernsehen verfolge, erklärte Premier Abe in seiner Videobotschaft, er fühle die Verantwortung bei Sitzungen aufrechter zu stehen, weil er davon ausgehen müsse, dass ihn der 116-jährige Jubiliar beobachte.

Über den denkwürdigen Geburtstag des Mannes, der zwar mittlerweile viel Zeit im Bett verbringt, jedoch immer noch eine erstaunlich klare Stimme habe, berichteten unter anderem jiji und Asahi Shimbun.

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