Start Aktuelles Japan aktuell: Nach Grenzwerterhöhung erneut radioaktiv kontaminiertes Rindfleisch entdeckt

Japan aktuell: Nach Grenzwerterhöhung erneut radioaktiv kontaminiertes Rindfleisch entdeckt

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Rindfleisch (Foto: 663highland cc-by)
Rindfleisch über Grenzwert belastet (Symbolfoto: 663highland cc-by)
Rindfleisch (Foto: 663highland cc-by)
Rindfleisch über Grenzwert belastet (Symbolfoto: 663highland cc-by)

Auch für andere Präfekturen bleiben die Risiken der Strahlung durch das AKW Fukushima aktuell. Das zeigt der jetzt gemeldete Fall der Überschreitung eines Lebensmittelgrenzwerts in der Präfektur Miyagi.

Damit ist das Kernkraftwerk Fukushima heute selbst dann Thema, auch wenn es nicht unmittelbar um die Anlage geht.

Fukushima News zum Kraftwerk und dessen Folgen finden sich ebenso, wie weitere Neuigkeiten im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. Oktober 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Grenzwertüberschreitung bei Fleisch aus Miyagi
  • Wassereinspeisung an Fukushima-Reaktoren angepasst
  • Tsunami-Radar vor Wakayama aufgebaut
  • Französischer Sender entschuldigt sich für Fukushima-Vergleich
  • Japanischer Regisseur stirbt nach Autounfall
  • Politische Spannungen mit Nachbarstaaten halten an
    • Kabinettsmitglieder besuchen Yasukuni-Schrein
    • Südkorea protestiert gegen Schreinbesuch
    • Abfangflüge gegen China zugenommen
    • Event für chinesisch-japanische Militärs abgesagt

Grenzwertüberschreitung bei Fleisch aus Miyagi: Bei Rindfleisch aus Tome (Präf. Miyagi) wurde radioaktives Cäsium in Höhe von über 150 Becquerel festgestellt. Damit handelt es sich bei dem Fleisch des Tieres um den ersten Fall von Grenzwertüberschreitung seit Ausweitung des neuen Grenzwerts von 100 Becquerel pro Kilogramm auf Fleisch und Reis am 1. Oktober 2012.

Der Änderung des bisherigen allgemeinen Lebensmitteglrenzwerts von 500 Becquerel pro Kilogramm, war bereits im April diesen Jahres erfolgt. Das Fleisch des Tieres wurde entsorgt und gelangte nicht in den Handel, nachdem gestern eine Strahlungsmessung eines Schlachtereibetriebs im Tokyoter Stadtteil Shibaura die Belastung nachgewiesen hatte, meldet die jiji.

Wassereinspeisung an Fukushima-Reaktoren angepasst: Am 17. Oktober mussten erneut die Werte der Wassereinspeisung an den Reaktoren 1 und 3 des AKW Fukushima Daiichi angepasst werden, nachdem die Wassereinspeisung erneut gesunken war. In der Vergangenheit war es bereits mehrfach zu Schwankungen gekommen, in mindestens einem Fall waren sie kurzzeitig kritisch (Spreadnews berichtete am 31. August 2012).

Die um 6:46 Uhr durchgeführten Anpassungen sehen wie folgt aus:

  • Reaktor 1: Speisewasseranstieg von 2,6 auf 3,0 Kubikmeter pro Stunde. Reaktorkernsprühsystem bei etwa 2,0 Kubikmeter pro Stunde
  • Reaktor 3: Speisewasseranstieg von 1,8 auf 2,0 Kubikmeter pro Stunde. Reaktorkernsprühsystem von 4,3 auf 4,5 Kubikmeter pro Stunde

Tsunami-Radar vor Wakayama aufgebaut: Ein von Forschern der Kansai-Universität entwickeltes Radarsystem, dass auf der Technologie der üblichen Luftfahrkontrolle basiert, wurde 60 Kilometer vor der Küste der Ortschaft Mihama aufgebaut und die Präfekturverwaltung gestern in die Nutzung des Systems eingewiesen.

Das System soll bereits bevor der Tsunami auf Land trifft, die Höhe und Geschwindigkeit der Riesenwellen messen. Dies ist für die Einwohner von Mihama mehr als nur rein akademischer Nutzen, wird doch vor Ort im Fall des Nankai-Großbebens mit Tsunami von bis zu 18 Metern gerechnet, berichtet die NHK.

Die hohen Opferzahlen und Schäden sind nach Meinung der Experten auch  auf zu optimistische Einschätzungen der Tsunami-Höhe zurückzuführen. Das neue System soll bessere Prognosen ermöglichen und in den nächsten zwei Jahren weiter angepasst werden, um die Genauigkeit zu verbessern, bevor es endgültig in Betrieb geht.

Französischer Sender entschuldigt sich für Fukushima-Vergleich: Jean Revellion, Programmdirektor des staatlichen französischen Fernsehsenders France 2, entschuldigte sich in einem Schreiben an die japanische Botschaft, sowie bei Außenminister Koichiro Gemba, der sich derzeit im Rahmen einer Europareise befindet.

In der am Samstagnacht ausgestrahlten Folge der Fernsehshow „On n’est pas couche,“  hatte der Moderator eine Fotomontage, die Japans Torwart Eiji Kawashima mit mehreren Armen zeigte, mit Witzen über eine Mutation aufgrund der Strahlung des AKW Fukushima Daiichi kommentiert.

Man habe nicht die Absicht gehabt, sich gegenüber Japan und den Katastrophenopfern respektlos zu zeigen, sondern habe vielmehr darauf abgezielt, die unterlegene französische Fußballmannschaft zu verspotten, berichtet die Yomiuri Shimbun unter Bezug auf die jiji.

Japanischer Regisseur stirbt nach Autounfall: Am gestrigen Donnerstag verstarb der 76 Jahre alte japanische Regisseur Koji Wakamatsu an den Folgen eines Autounfalls. Er war am Freitag vergangener Woche im Tokyoter Bezirk Shinjuku bei der Überquerung einer Straße von einem Taxi erfasst worden. Hierüber berichtete etwa die Kyodo.

Er hatte offenbar zunächst einen Plan, einen Film über TEPCO und die Fukushima-Krise zu drehen, habe nach Angaben aus der Filmbranche dieses Vorhaben jedoch zunächst wieder aufgegeben, da gegenwärtig praktisch jeder irgendetwas mit dem Thema machen wolle. Zuletzt soll Wakamatsu dennoch ein kritisches Filmprojekt in Angriff genommen haben.

Der Tod eines vermutlich TEPCO-kritischen Regisseurs ist natürlich dazu geeignet, in entsprechenden Kreisen neue Verschwörungstheorien zu schüren, wie sie im Zusammenhang mit der Reaktorkatastrophe vor allem im Internet kursieren.

Politische Spannungen mit Nachbarstaaten halten an: Die angespannte Lage zwischen Japan und seinen Nachbarn hält an. Nachdem sie selbst militärische Provokationen und eine Propaganda-Offensive in US-Zeitungen durchgeführt hatten, klagen China und Korea nun wegen Schreinbesuche japanischer Politiker. Die neusten Meldungen im Überblick.

Haupttor des Yasukuni-Schreins (Foto: Eryn Vorn, CC-by)
Yasukuni-Schreinbesuche sorgen für Verstimmung (Foto: Eryn Vorn, cc-by)

Kabinettsmitglieder besuchen Yasukuni-Schrein: Zwei Minister der Regierungspartei DPJ, Transportminister Yuichiro Hata und Post-Privatisierungsminister Mikio Shimoji, besuchten ebenso wie 76 unabhängige Politiker, am Donnerstag den umstrittenen Yasukuni-Schrein in Tokyo.

Beide erklärten gegenüber Journalisten, man hoffe, dass die Besuche keine Auswirkungen auf die Außenpolitik haben.

Südkorea protestiert gegen Schreinbesuch: Cho Tai Young, Sprecher des südkoreanischen Außenministerums erklärte heute, der Besuch von zwei japanischen Kabinettsmitgliedern sei unverantwortlich und ignoriere die Gefühle der Nachbarn, die  unter Japans Imperialismus während des Zweiten Weltkriegs gelitten hätten.

Mitsubishi F-15J der japanischen Luftselbstverteidigungsstreitkräfte (Foto: Jerry Gunner cc-by)
JASDF muss vermehrt Luftraum vor China schützen (Foto: Jerry Gunner cc-by)

Abfangflüge gegen China zugenommen: Das japanische Verteidigungsministerium meldet, zwischen April und September hätten die japanischen Luftselbstverteidigungsstreitkräfte (JASDF) in insgesamt 69 Fällen zum Abfang von chinesischen Flugzeugen eingesetzt werden müssen.

Die Zahl der Einsätze sei nach dem Kauf von drei Senkaku-Inseln durch Japan deutlich angestiegen.

Event für chinesisch-japanische Militärs abgesagt: Die Nippon Foundation hat eine für Ende Oktober geplante Begegnung zwischen jungen Mitgliedern der Volksbefreiungsarmee Chinas und Japans SDF, das seit 2001 jährlich stattfindet, auf Wunsch von Chinas Seite auf eine Verschiebung, abgesagt.

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