Start Aktuelles Japan aktuell: Nach positivem Dekontaminationstest nun Schutzmantel für AKW Fukushima in Planung

Japan aktuell: Nach positivem Dekontaminationstest nun Schutzmantel für AKW Fukushima in Planung

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Tepco: Konstruktionsmodell des Schutzmantels für Fukushima. Foto: Tepco
Konstruktionsmodell des geplanten Schutzmantels für Fukushima Reaktor 1. Foto: Tepco
Tepco: Konstruktionsmodell des Schutzmantels für Fukushima. Grafik: Tepco
Konstruktionsmodell des geplanten Schutzmantels für Fukushima Reaktor 1. Grafik: Tepco

Die heutigen Fukushima News scheinen zunächst von Vorteil für TEPCO zu sein und in der Tat sind Berichte über erfolgreiche Tests der Dekontamination des Wassers erfreulich. Auch das TEPCO mit der Konstruktion eines Schutzmantels konkrete Überlegungen zur Sicherung des zerstörten AKW Fukushima zu haben scheint, kann durchaus vorteilhaft gesehen werden.

Weniger positiv lesen sich dagegen die Meldungen über die Strahlenbelastung der Arbeiter am Kernkraftwerk.

Daneben gibt es jedoch auch Meldungen abseits der Nuklearanlage und diese lesen sich ebenfalls nicht sonderlich positiv. Mehr dazu nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. Juni 2011


00: Nach überstandener Mondfinsternis ohne Weltuntergang sind wir morgen wieder für Sie da. Kommen Sie gut durch die Nacht.

AKW Fukushima soll Schutzmantel erhalten: Am gestrigen Dienstag gab die Betreiberfirma TEPCO weitere Pläne über die Zukunft der Atomruine Fukushima Daiichi bekannt. Demnach ist als erste Notfallmaßnahme geplant, den Reaktor 1 mit einer Schutzhülle, bestehend aus Polyester und einem Stahlrahmen abzuschotten. Die Stahlhülle soll eine Höhe von 54 Metern und eine Breite von 43 Metern haben.

Besonders viel Wert werde nach Angaben von TEPCO neben der optimalen Abschirmung der Radioaktivität durch den Sarkophag auf die Erdbebensicherheit und die größtmögliche Widerstandsfähigkeit gegen Umwelteinflüsse gelegt. Um menschliche Arbeiter nicht durch die Nähe zu den radioaktiven Gebäudetrümmern zu gefährden, werde man computergesteuerte Kranroboter einsetzen. Diese Roboterkräne sollen auch die Bauzeit verkürzen.

TEPCO hatte in der Vergangenheit die Möglichkeit eines Betonsarkophags wie beim AKW Tschernobyl zurückgewiesen

TEPCO zur Strahlenbelastung der Arbeiter: Bis Ende März wurden bislang 2367 der insgesamt  3726  Arbeiter untersucht die im Zeitraum zwischen dem Tohoku-Erdbeben am 11. März und dem 31. März im AKW Fukushima Daiichi beschäftigt waren. Damit warten immer noch 1359 auf die Ergebnisse der Strahlenuntersuchung.

Tepco: Klinikführung von Dr. Kayashima. Foto: TEPCO
TEPCO und Arbeitsmedizin: Klinikführung von Dr. Kayashima. Foto: TEPCO

Bislang haben 102 Arbeiter das Limit für Angestellte in Kernkraftwerken überschritten, diese müssen im Normalfall eine fünfjährige Sperre für weitere Arbeiten an einem AKW einhalten.

Insgesamt wurde bei acht Arbeitern der Höchstwert von 250 Milisievert überschritten, einer von ihnen wies die bislang höchste Belastung von 497.6 Milisievert auf.

Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales fordert vom Betreiber TEPCO bis Ende Juni einen detaillierten Bericht über inkorporierte und externe Strahlung aller bis jetzt tätigen Arbeiter im AKW Fukushima Daiichi. Entsprechende Meldungen gibt es von verschiedenen japanischen Medien.

Suizid eines Viehzüchters: Wie die Yomiuri Shimbun berichtet, hat sich ein Viehzüchter in der Stadt Soma durch Erhängen selber das Leben genommen. In seinem Abschiedsbrief beklagt er das Atomkraftwerk Fukushima und spricht davon, er habe alle Motivation zur Arbeit verloren.

Zahlreichen Landwirten war nach dem Atomunfall der Verkauf ihre Produkte untersagt worden, gefolgt von der Aufforderung zur Keulung des Viehs im Bereich der Sperrzone. Trotz der Aussicht auf finanzielle Entschädigung trifft dies viele der Menschen hart.

TEPCO gibt Strahlenschutzprobleme zu: Die Aufnahme von Radioaktivität bei den Arbeitern ist vor allem durch eine fehlende Anordnung zum tragen von Schutzmasken und Schäden an dem normalerweise strahlengeschützten Notfallarbeitsbereich, wo die Arbeiter keine Masken tragen, zu erklären.

Auch Messgeräte wie Dosimeter seien beim Atomunfall zerstört oder beschädigt worden, so dass etwa Körperscanner die sonst die interne Strahlung messen, durch die hohe Umgebungsradioaktivität keine zuverlässigen Messwerte mehr liefern konnten. Das meldet die Asahi Shimbun.

Weitere Grüntee-Anbieter von Radioaktivität betroffen: In Fünf weiteren Teebetrieben der Präfektur Shizoka wurde mit Messwerten von 581 bis 654 Bq/kg an radioaktivem Cäsium die zulässige Höchstmenge von 500 Bq überschritten. Somit sind insgesamt sechs Teebetriebe betroffen, fünf davon dürfen keine Produkte mehr verkaufen, so eine Meldung der Nachrichtenagentur Jiji.

Allerdings teilte der Gouverneur der Präfektur, Heita Kawakatsu in einer Pressekonferenz mit, beim aufbrühen von Teeblättern die Cäsiumwerte von 614 and 602 Becquerel aufwiesen, sei beim fertigen Aufgussgetränk lediglich 5,8 bzw 7,3 Becquerel gemessen worden.

Mögliche Ausweitung der Evakuierung: Japans Regierung denkt über eine Ausweitung der Evakuierungszone nach, innerhalb derer die Menschen zum Verlassen der Gebiete aufgefordert werden. Ob in Folge auch das Sperrgebiet zu dem Zutrittsverbot herrscht ausgeweitet werden soll, ließ man zunächst offen.

Tests der Dekontaminationsanlage erfolgreich: TEPCO legte die Ergebnisse der gestrigen Testläufe vor. Demnach war der Gehalt von radioaktivem Cäsium durch die Filterung auf  drei Tausendstel des Ausgangswerts gesunken. Auch der Gehalt an radioaktivem Jod-131 sank bis auf ein Zwanzigstel des ursprünglichen Wertes. TEPCO zeigte sich zufrieden mit den Ergebnissen des Tests.

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