Start Aktuelles Japan aktuell: Nach Strahlungsrekorden nun Berichte über Plutoniumfunde und Konstruktionsfehler in Fukushima

Japan aktuell: Nach Strahlungsrekorden nun Berichte über Plutoniumfunde und Konstruktionsfehler in Fukushima

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Allgemeines Meeting im Fukushima-Katastrophenzentrum. Foto: Tepco
Katastrophenmanagement soll gänzlich nach Fukushima (Foto: TEPCO)

Allgemeines Meeting im Fukushima-Katastrophenzentrum. Foto: Tepco
Treffen im Fukushima-Katastrophenzentrum am 30.05. Foto: Tepco

Das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi sorgte am Wochenende erneut für Negativschlagzeilen. Während es jedoch in der Berichterstattung vieler Medien nur noch ein Randthema ist und die Schwerpunkte auf andere Geschehnisse gelegt werden, ist der bislang höchste Wert von radioaktiver Belastung der Luft innerhalb der Anlage, für sie ein Grund, erneut nach Japan zu blicken.

Wir berichten bereits seit Beginn der Krise über den Verlauf – so auch in unserem heutigen Spreadnews Japan-Ticker vom 06. Juni 2011

Kaninchen ohne Ohren geboren: Die Geburt eines weißen Kaninchens ohne Ohren in der Stadt Namie, rund 30km von der Sperrzone des AKW Fukushima entfernt, verunsichert die Menschen. Weltweit wird der kurze Clip des „Nuclear rabbit“, der auf der Videoplattform YouTube hochgeladen wurde, diskutiert.

Neben der Angst vor Mutationen durch Radioaktivität, gibt es jedoch auch Skeptiker, welche die vom Besitzer Yuko Sugimoto angegebenen Daten zu angeblichem Geburtsdatum am 7. Mai  und -Ort des „Keinohrhasen“ oder „Atomhäschens“ anzweifeln, manche befürchten sogar eine vorsätzliche Verstümmelung um Aufmerksamkeit zu erregen.

Behörde und Regierung bestätigen Kernschmelzen: Die Atomaufsichtsbehörde bestätigte heute mit einem veröffentlichten Bericht das Eingeständnis der Kernkraftbetreibers TEPCO. Dieser hatte eingeräumt, dass es tatsächlich zu Kernschmelzen gekommen sein könnte. Nach einer Analyse der Situation spricht der Bericht der Behörde nun von erfolgten Kernschmelzen in den Reaktoren 1 bis 3.

Wassertanks unterwegs: Wie die Yomiuri Shimbun am heutigen Montag berichtet, sind seit Sonntagnacht Wasserbehälter, die von einem Unternehmen in der Präfektur Tochigi gefertigt wurden und über ein Fassungsvermögen von 120 Tonnen verfügen, auf dem Weg zum AKW Fukushima Daiichi. TEPCO will bis Mitte August 370 Einheiten unterschiedlich großer Wassertanks heranschaffen.

Zwei Arbeiter schwer verstrahlt: Ein etwa 30 und ein etwa 40 jahre alter Arbeiter sind möglicherweise einer Belastung von bis zu 650 Milisievert ausgesetzt gewesen. In einer Studie wurde festgestellt dass der 30 Jahre alte Mann eine Inkorporation von 210 bis 580 Milisievert, sowie eine externe Belastung von 73.71 Milisievert aufwies, während der 40jährige Arbeiter Werte von 200-570 (inkorporiert) bzw 88,70 (extern) aufwies. Beide hatten sich in einem Hauptkontrollraum eines Reaktors, bzw einem Notfall-Kontrollraum in einem weiter entfernten Gebäude befunden. Das meldet die Asahi Shimbun.

Tests der Wasserdekontamination: Am Sonntag begannen, der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge erste Tests an den Dekontaminationsanlagen für das radioaktive Abwasser aus den Reaktoren 2 und 3 durchgeführt. Die Anlage soll täglich 1200 Tonnen Wasser dekontaminieren und die Strahlung auf ein tausendstel bis zu zehntausendstel des ursprünglichen Werts senken.

Geologische Aktivität am AKW Fukushima: Offenbar zeigt die 13,5km lange geologische Yunotake-Bruchlinie, die bislang eher vernachlässigt worden war , nun Zeichen von Aktivität. Die Linie war beim Entwurf des Kraftwerks als inaktiv bewertet worden, eine Einschätzung die von der japanische Atomaufsicht geteilt wurde. Die Yunotake hatte sich nach einem schweren Nachbeben bewegt. In Folge des Tohoku-Bebens mussten AKW-Betreiber bislang unberücksichtigt gebliebene geologische Bruchlinien auflisten. Das meldet die Nachrichtenagentur Jiji.

Plutoniumspuren im Erdreich: In der Stadt Okuma, rund 1,7km vom Haupttor des Kernkraftwerks Fukushima, wurden Spuren von Plutonium im Erdreich entdeckt. Die Ortschaft war bereits zuvor evakuiert worden, da sie im Sperrgebiet liegt. Ein Wissenschaftler erklärte jedoch, die festgestellten Werte lägen unter jenen, die in Japan bei Nuklearwaffentests im Ausland gemessen würden. Das meldet die Nachrichtenagentur Kyodo.

Serienfehler mit Schuld an Wasserstoffexplosion: Ein Serienfehler am Belüftungssystem könnte die Wasserstoffexplosion am AKW Fukushima Daiichi  begünstigt haben. Das zum Druckausgleich im Druckbehälter dienende System kommt in mehreren japanischen AKW zum Einsatz. Es verfüge über zwei Notentlüftungen, eine Standardversion setze Wasserstoff gefiltert aus dem Reaktorgebäude frei, beim zweiten handelt es sich um ein Entlüftungsrohr, das direkt aus dem Druckbehälter ableitet.

Ein Lüftungsventil, dass eine Rückleitung des Wasserstoffs in das Gebäude verhindern sollte, schloss aufgrund des Stromausfalles nicht. TEPCO vermutet einen Planungsfehler bei diesem Ventil, der letztendlich zur Explosion geführt habe.

Erdbeben in Fukushima Am Samstag erschütterte ein Erdbeben  der Stärke 5,6 die Präfektur Fukushima. Nach Angaben der japanischen Atomsicherheitsbehörde NISA sei es weder am Atomkraftwerk Fukushima Daiichi (Fukushima-1) noch am zweiten Kernkraftwerk, Fukushima Daini (Fukushima-2) zu weiteren Schäden gekommen. Das meldet die Nachrichtenagentur Jiji.

Radioaktivität in Fukushima auf Höchststand: Am Samstag erreichte die radioaktive Belastung der Luft aufgrund austretenden Wasserdampfs in Reaktor 1  mit 4000 Milisievert/Stunde den bislang höchsten Wert seit Beginn der Krise. Arbeiter vor Ort mussten das Gebäude umgehend verlassen. Die Strahlung eines vierminütigen Aufenthaltes entspricht jetzt dem sonst geltenden Limit  von 250 Milisievert

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