Start Aktuelles Japan aktuell: Nachbeben führt zum Austritt von radioaktivem Wasser im AKW Onagawa

Japan aktuell: Nachbeben führt zum Austritt von radioaktivem Wasser im AKW Onagawa

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An dieser Stelle setzen wir die gestrigen Meldungen über die Schäden an den Atomanlagen in Onagawa, Rokkasho und Higashidori nach dem schweren Nachbeben in der Präfektur Miyagi fort, berichten jedoch auch über die Situation in den anderen Landesteilen, wo die Aufräumarbeiten in den Katastrophengebieten weitergehen.

Und natürlich behalten wir auch die Lage im schwer beschädigten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi im Auge – wie üblich im Spreadnews Japan Live-Ticker vom 08. April

00:00 Morgen finden Sie auf Spreadnews.de wieder aktuelle Informationen zur Lage in den japanischen Krisengebieten und der Situation in den Kernkraftwerken. Kommen Sie gut durch die Nacht.

19:28 TEPCO will in Millionenhöhe entschädigen: Als erste Entschädigung für Personen die bei der Evakuierung der Sperrzone von Fukushima ihre Häuser aufgeben mussten und für Fischer und Landwirte die Ausfälle erlitten will TEPCO ersten Berichten zufolge 100 Millionen Yen (ca. 800.000 Euro) pro Haushalt auszahlen

19:02: Fukushima-Gemüse für die Regierung: Um den Gemüsebeauern zu helfen, die aufgrund der Handelseinschränkungen von finanziellen Ausfällen bedroht sind, bietet die Cafeteria des japanischen Oberhauses nun Curryreis an, der mit Gemüse aus Fukushima zubereitet wurde.

19:00 Sexualverbrechen während Stromausfall: Nach Angaben der Yomiuri Shimbun nutzte ein Mann den Stromausfall während des Erdbebens aus, um sich in ihrer Wohnung an einer Frau sexuell zu vergehen.

18:37 Teilnahme an Kirschblütenfesten erbeten: Der Gouverneur der Präfektur Miyagi rief die Menschen trotz der momentanen Situation dazu auf, an Kirschblütenfesten (Hanami) und sommerlichen Feuerwerken teilzunehmen. Andernfalls würden besonders kleine Händler finanziell leiden.

17:56 Temperaturanstieg in Fukushima: Nach Angaben von TEPCO soll es nach dem Beben zu einer kurzzeitigen Temperaturanstieg gekommen sein, der Grund hierfür ist noch unbekannt.

17:08 Diesellecks im AKW Onagawa: Bei einigen der gefundenen Pfützen im Kraftwerk Onagawa handelte es sich nicht um radioaktives Wasser, sondern um Diesel aus einem der Notstromaggregate, das möglicherweise beschädigt ist. Zur Sicherheit wurde ein externer Dieselgenerator angeschlossen.

16:56 Einschränkungen bei Tankstellen und Supermärkten: Aufgrund der Stromprobleme waren heute lange Schlangen vor Tankstellen und Supermärkten zu sehen. Auch Müllverbrennungsanlagen fielen aus. Es habe auch Anzeichen vulkanischer Aktivität wie etwa Rauch, jedoch bislang keine Ausbrüche gegeben.

16:10 Toshiba bietet Stilllegung an: Toshiba legte japanischen Medienberichten zufolge ein Angebot vor, nach Ende der Krise, die Stilllegung und Entsorgung der Anlage Fukushima im Zeitraum von zehn Jahren zu übernehmen. Der Kraftwerksbetreiber hat im Jahr 1979 bereits Erfahrung bei der Entsorgung des US-Kernkraftwerks Three Mile Island gemacht und damals 14 Jahre benötigt.

16:00 EU übernimmt strengere Grenzwerte: Am heutigen Freitag billigten die EU-Mitgliedsländer die Verschärfung der Bestimmungen für radioaktive Belastung von Lebensmitteln. Auf Jod-131, Cäsium-134 und Cäsium-137 werden nun die in Japan geltenden niedrigeren Grenzwerte angewendet.

15:30 Ungünstige Wetterprognose für Tokyo: Besonders in den Nächten von Samstag auf Sonntag und Sonntag auf Montag sei mit Nordwinden zu rechnen, die potentiell radioaktive Partikel in den Großraum Tokyo tragen könnten. Das am Freitag noch bestehende Regenband soll sich dagegen bereits am Samstagvormittag auflösen, so dass die Gefahr eines Fallout gering ist.

15:10 Stromprobleme halten an: 2,6 Millionen Haushalte und Büros sind in Folge des schweren Nachbebens ohne Elektrizität.

4:00 Deutsche Schule Tokyo bleibt geschlossen: Die private Deutsche Schule Tokyo Yokohama (DSTY) bleibt bis auf weiteres geschlossen, 35 Schüler die in den Abiturvorbereitungen sind, werden diese in Köln fortsetzen. Die Schule war unmittelbar nach dem Tohoku-Erdbeben vom 11. März 2011 geschlossen worden.

12:23 Ausweitung der Evakuierungszone denkbar: Eventuell aufgrund von Neubewertungen verschiedener Messungen, könnte die Regierung auch zum Verlassen von Gebiet außerhalb der 30km Zone (20km Bannmeile und 10km gefährdetes Gebiet)  raten. Das berichten japanische Medien.

11:27 Fukushima-Verkaufsstopp gelöst: Der Verkauf von Milch aus Teilen In der Präfektur Fukushima soll stellenweise  wieder erlaubt werden, das gleiche gilt für Spinat aus der Präfektur Gunma. Entsprechende Anträge seien eingegangen, die momentane Lage ermögliche das Stattgeben.

10:20 Leicht erhöhte Strahlungswerte im AKW Onagawa: Wie der Betreiber, Tohoku Electric Power berichtet, kam es in allen drei Reaktoren der Anlage zu Schäden an den Abklingbecken, radioaktives Wasser tritt aus. Ein leichter Anstieg der radioaktivität ist nur im Gebäude messbar, nicht außerhalb.

08:19 Schäden und Zwischenfälle auch in weiteren Atomkraftwerken: In der vom Nachbeben betroffenen Präfektur Aomori fiel die Stromversorgung für die Kühlanlagen des Atomkraftwerks Higashidori und der Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho aus. Die Notsysteme beider Anlagen laufen jedoch bislang problemlos.

7:50 Tote und Verletzte des Nachbebens: Bislang werden vier Tote und etwa 140 Verletzte. Der Sender NHK sprach zunächst von drei Toten, die Nachrichtenagentur Jiji meldete jedoch später den Tod einer älteren Dame, deren Beatmungsgerät aufgrund des Stromausfalls ausgesetzt hatte.

06:30 Schäden am Atomkraftwerk Onagawa: Im abgeschalteten Kernkraftwerk Onagawa kam es in den Reaktoren 1 und 2 der Anlage zu Schäden und dem austritt von radioaktivem Wasser, außerhalb der Gebäude wurde jedoch keine erhöhte Radioaktivität gemessen. In Onagawa werden wie in Reaktor von Fukushima Daiichi abgebrannte Brennstäbe aufbewahrt.

2 KOMMENTARE

  1. Ich muss gestehen, dass mir die Sache sehr nahe geht, ohne eigentlich wirklich zu wissen, was da genau passiert. Man hat hier mit Kräften gespielt, von denen man weiß, dass man Sie im Fall der Fälle mit den Mitteln unseres Technikstandes nicht unter Kontrolle kriegen kann. Mir steigen fast die Tränen in die Augen, wenn ich sehen muss wie Feuerwehrleute mit einem Löschfahrzeug versuchen was zu kühlen, was in einem Stahlbehälter liegt, wo irgendwo ein Riss drin ist?! Meinen höchsten Respekt gilt diesen Menschen… Sie sind die Helden dieses Zeitalters. Aber umso mehr kommt mir die Kotze hoch, wenn ich darüber nachdenke, dass wir Sateliten in den Himmel schießen um die ganze Welt zu vernetzen, Roboter den Mars erkunden lassen, Raketen über 1.000 km ein Ziel genau treffen lassen, Roboter auf Messen (CeBit Hannover) zur Unterhaltung tanzen lassen… Ist nicht jetzt der Moment gekommen, wo wir langsam erkennen müssen, das wir uns selbst ausrotten?! Nicht weil wir nach neuen Technologien forschen und diese, zur Erleichterung des Altags, in unser Leben einbauen, sondern weil wir unsere Prioritäten falsch setzen. Wer gibt uns das Recht den Grund und Boden unserer Kinder und Kindeskinder aufs Spiel zu setzen?! Niemand!

    Wir dürfen nicht aufgeben und uns immer wieder an solch schreckliche Ereignisse zu errinnern und uns diese immer wieder vor Augen halten. Wir müssen lernen zu lernen. Entscheidungen auf Basis der geschehenen Erfahrungen zu treffen und nicht weil wir Landtagswahlen in Baden Würtemberg haben und die gesamte Bevölkerung gerade irritiert „Fukushima“ auf sich einprasseln lässt.

    Wie schon gesagt beschäftigt mich diese Situation im Moment sehr und macht mich sehr wütend. z.b. Wird oben um 11:27h der Fukushima Verkaufsstop gelockert und um 12:23h über die Ausweitung der Evakuierungszone nachgedacht. Wie jetzt, ey?

    Wenn das so weiter geht, färb ich mir bald die Haar blau, zieh mir rote Schnürsenkel rein und setz mich in die Fußgängerzone… Ich hab den ganzen Scheiß sowas von satt…

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