Start Aktuelles Japan aktuell: Nachweis von radioaktivem Jod außerhalb des AKW Fukushima

Japan aktuell: Nachweis von radioaktivem Jod außerhalb des AKW Fukushima

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Taifun Roke in Tokyo am 21. September 2011 (Privataufnahme)
Taifun Roke in Tokyo am 21. September 2011 (Privataufnahme)
Taifun Roke in Tokyo am 21. September 2011 (Privataufnahme)
Taifun Roke in Tokyo am 21. September 2011 (Privataufnahme)

Während den zuständigen Angestellten bei TEPCO der Kopf qualmt, wie man die finanziellen Mittel für die Entschädigung der Atomkatastrophenopfer aufbringen soll und dabei an den Verkauf von Immobilien denkt, plant Premierminister Noda für die Wiederaufbaukosten des Landes eben jene rauchenden Köpfe mit einer Erhöhung der Tabaksteuer zu schröpfen. Wohl dem, der mehrere Millionen auf dem Müll findet, bevor das Geld in radioaktive Asche aufgeht, deren Lagerung ungeklärt ist.

Nach dieser nicht ganz vollständigen und vielleicht leicht kryptisch anmutenden Zusammenfassung darüber, welche Meldungen rund um das AKW Fukushima aktuell zu hören sind –  nun die einzelnen Meldungen. Somit auch heute wieder Fukushima News und weiteres Material im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. September 2011.

10 Millionen Yen in Abfallbeseitigungsanlage: Eine Überraschung erlebte ein 56 Jahre alte Arbeiter in einer Müllverarbeitungsanlage der Stadt Kasai (Präf. Hyogo). Als er einen Sack öffnete um ihn zu leeren, fand er Bargeld mit einem Gesamtwert von 10 Millionen Yen. Der Finder benachrichtigte sofort die Polizei, die nun versucht den Besitzer der Summe ausfindig zu machen. Dabei gilt keineswegs der Grundsatz „Wer es findet, darf es behalten“. Stattdessen geht das Geld, sofern sich innerhalb von drei Monaten nicht der legitime Eigentümer feststellen lässt, in den Besitz der Stadt über. Das meldet die Mainichi Shimbun.

Taifun Roke hinterlässt Tote und Vermisste: Nach Angaben der NHK hat der Taifun Roke auf seinem Weg über Japan hinweg 12 Menschen getötet und 367 verletzt. Bislang werden offiziell noch vier Personen vermisst. Ingesamt seien 2860 Häuser überflutet worden. In mehr als 50.000 Haushalten in Tokyo und anderen Präfekturen ist nach wie vor keine Elektrizität verfügbar. Nach wie vor bestehen Warnungen der nationalen Wetterbehörde vor der Möglichkeit von Erdrutschen aufgrund der heftigen Regenfälle.

Stadt Soma beginnt mit Strahlungstexts für alle Bürger: Die Stadtverwaltung Fukushima wendet die gesamte vom Schweizer Pharmaunternehmen Novartis gespendete Summe von 21 Millionen Yen für medizinische Untersuchungen für Bürger auf, die nach Beginn der Atomkrise fliehen mussten und nun in Übergangshäusern wohnen. Insgesamt sieben ehrenamtliche Ärzte helfen dabei, berichtet die Yomiuri Shimbun.

Der am Montag begonnene und bis Sonntag andauernde Dienst richtet sich dabei nicht nur an die 3748 Bürger der Stadt, sondern steht auch jenen zu Verfügung, die aus benachbarten Städten und Orten wie Minamisoma und Iitate nach Soma geflohen waren. Somit haben bislang insgesamt 4779 Flüchtlinge Anspruch auf die Untersuchung. Am Montag nahmen 156 Menschen das Angebot wahr.

Hohe Dosen an radioaktivem Jod nordwestlich des AKW: Hohe  Werte an radioaktivem Jod 131 wurden in Bodenproben gefunden die zwischen dem 6. unf 8. Juli an insgesamt 2200 Stellen in einem Umkreis von 100 Kilometern um das AKW Fukushima Daiichi entnommen worden waren. An 400 Stellen konnte radioaktives Jod-131 nachgewiesen werden, berichtet ein Artikel der Asahi Shimbun.

Die höchste Konzentration von 55.000 Becquerel pro Quadrameter wurde in der Stadt Tomioka, innerhalb der 20 Kilometer- Zone festgestellt. Andere Fundorte erstrecken sich jedoch in den Nordwesten und dabei weit über einen Umkreis von 30 Kilometer hinaus.

Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass Jod-131 über eine relativ kurze Halbwertzeit von  acht Tagen verfügt, was dazu führt, dass bereits innerhalb von drei Monaten die Werte auf ein zweitausendstel des ursprünglichen Wertes sinken.

Aufgrund der Tatsache, dass das Verhältnis von Jod-131 zu Jod-137 in den Proben aus dem Süden und dem Nordwesten unterschiedlich ist, kann vermutet werden, dass das radioaktive Material zu unterschiedlichen Zeiten freigesetzt wurde, erklärt das Wissenschaftsministerium.

Taifun mit schweren Schäden für Obstbauern in Krisengebieten: In einem Kurzartikel erwähnt die Mainichi Shimbun die schweren Schäden, die einem Obstbauern in Rikuzentakata (Präf. Iwate) durch den Taifun Roke entstanden sind. Durch den Wind wurden sowohl unreife Äpfel von den Bäumen gerissen, als noch an den Ästen hängende Früchte durch andere Äste beschädigt, so dass sie noch am Baum faulen würden. In beiden Fällen bleibt nichts anderes übrig, als die Äpfel zu entsorgen. Rund 60 Prozent der Ernte wurden vernichtet, insgesamt 10 der 300 Bäume knickten im Sturm. Ähnlich wie ihm geht es weiteren Obstbauern in dem Gebiet, dass zuvor bereits im März durch die Naturkatastrophen heimgesucht worden war.

Sicherheitschecks lassen Angst vor kontaminiertem Reis sinken: Von den Tests von 3.500 bis 5.000 Reisfeldern, die nach dem Atomunglück von Fukushima angeordnet worden waren, gibt es positives zu melden. Bei insgesamt 2429, das sind 96 Prozent der getesteten Felder, konnte kein radioaktives Cäsium nachgewiesen werden. Das meldet die Asahi Shimbun.

Bei den verbleibenden 98 Feldern betrug der gemessene Maximalwert 136 Becquerel pro Kilogramm und liegt damit immer noch unter dem gesetzlich zugelassenen Limit von 500 Becquerel pro Kilo. Dieser Wert wurde in der Stadt Fukushima gemessen. Als zusätzlichen Schutz vor der Kontamination von belastetem Boden wird den Reisbauern geraten, die Pflanzen höher als bislang zu ernten.

Als Grund für die geringe Belastung der Reispflanzen sogar in der Präfektur Fukushima, werden im wesentlichen zwei mögliche Ursachen genannt. Zum einen könnte der stark tonhaltige Boden das Cäsium sehr schnell aufnehmen, jedoch nur langsam abgeben –  währen die zweite Theorie davon ausgeht, die von der Regierung geforderte Verteilung von Kalium vor der Reispflanzung und ein zweites Mal vor der Ausformung der Rispen, könne die Aufnahme von Cäsium hemmen, sofern die Pflanze zuvor Kalium aufgenommen habe.

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