Start Aktuelles Japan aktuell: Nagetier mögliche Ursache für Fukushima-Stromausfall

Japan aktuell: Nagetier mögliche Ursache für Fukushima-Stromausfall

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AKW Fukushima: Zustand des Verteilers nach Öffnung am 20. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Zustand des Verteilers nach Öffnung am 20. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Zustand des Verteilers nach Öffnung am 20. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Zustand des Verteilers nach Öffnung am 20. März 2013 (Foto: TEPCO)

Wie der Betreiber des AKW Fukushima heute bekannt gab, ist offenbar die Ursache für den Stromausfall und die damit verbundenen Schwierigkeiten an den Kühlsystemen der Abklingbecken gefunden.

Es scheint sich demnach weder um menschliches Versagen, noch um technische Fehler gehandelt zu haben.

Doch ist das Kernkraftwerk Fukushima aktuell nicht die einzige Anlage, die dem Elektrizitätskonzern Probleme bereitet, kam es doch an einem anderen AKW-Standort zur Entdeckung eines potentiell riskanten Problems in einem Abklingbecken.

Wer zusätzlich wissen will, welchen Problemen man sich in Japan bei Erdbeben gegenübersieht, erfährt in der morgigen Folge der Serie „Katastrophenhelfer in Japan“ mehr hierzu.

Neben aktuellen Fukushima News nun auch weitere Neuigkeiten, im Spreadnews Japan-Ticker vom 20 März 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Erkenntnisse zum jüngsten Stromausfall am AKW Fukushima Daiichi
    • Nagetier und provisorischer Zustand hinter Stromausfall vermutet
    • TEPCO erklärt Kühlprobleme bei Stromausfall
  • TEPCO mit neuem Problem am AKW Kashiwazaki-Kariwa
  • 18. Jahrestag der Giftgas-Anschläge von Tokyo

Nagetier und provisorischer Zustand hinter Stromausfall vermutet: Vorgestern kam es am AKW Fukushima Daiichi zu einem großen Stromausfall, so dass erst nach 29 Stunden alle zuvor betroffenen Systeme wieder laufen. Nun scheint es, als wäre die Ursache für den Zwischenfall ausgemacht – und die provisorische Natur der Anlagen vor Ort mitverantwortlich.

AKW Fukushima: Totes Tier unter Verteilergehäuse am 20. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Totes Tier unterhalb des Verteilergehäuses am 20. März 2013 (Foto: TEPCO)

Da man sowohl Brandspuren an der Schaltanlage der Stromversorgung, als auch die Überreste eines, mit Schwanz 25 Zentimeter langen toten Tiers gefunden habe, vermutet TEPCO nun, dass eine Ratte, oder ein ähnliches Nagetier, einen Kurzschluss verursacht habe, der dann zum Stromausfall führte.

Der fragliche Verteiler ist sowohl für die Kühlanlage der Abklingbecken an den Reaktoren 3 und 4, als auch für ein weiteres, separates Abklingbecken verantwortlich..

 

AKW Fukushima: Brandstellen nahe Stromwandler am 20. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Brandstellen am 20. März 2013 (Foto: TEPCO)

Diese Störung habe dann auch die Funktion der Anlagen für die übrigen Systeme beeinträchtigt. Daher habe man die Stromversorgung statt über die Schaltanlagen anderweitig überbrücken müssen. Ein Wechsel der Schaltanlage an einen permanenten Standort in sicherer Lage ist für Ende des Monats geplant.

Doch auch  andere Sicherheitsvorrichtungen befinden sich weiter in einem provisorischen Status und wären anfällig für ähnliche Probleme. So sind etwa die Kühlwasserpumpen der Reaktoren ebenfalls auf LKW montiert, so dass die Leitungen mehrere Kilometer über das Gelände verlaufen, bevor sie die Reaktoren erreichen.

TEPCO erklärt Kühlprobleme bei Stromausfall: Nach Angaben des Konzerns habe man nicht sofort auf das vorhandene Backup-Kühlsystem zurückgegriffen, da man zunächst versucht hätte, die Ursache des Problems auszumachen, da sich der Zwischenfall trotz Kühlung möglicherweise hätte wiederholen können, so lange die Quelle nicht behoben ist.

AKW Fukushima: Notstrom-Dieselgenerator am 27. Februar 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Notstrom-Dieselgenerator am 27. Februar 2013 (Foto: TEPCO)

Als Problem erwies sich, dass zwar sowohl die Reaktoren, als auch die Abklingbecken über Backup-Kühlsysteme verfügen – jedoch lediglich das Zweitkühlsystem der Reaktoren auch über eine externe Stromversorgung verfügt. Im Fall der Abklingbecken stehen zum Betrieb des Zweitkühlsystems nur Diesel-Notstromgeneratoren zur Verfügung

Man erwäge nun auch, eine externe Stromversorgung für die Abklingbecken zu schaffen.

Über die jüngsten Erkenntnisse um Stromausfall und Kühlwasserversorgung berichteten neben TEPCO auch die Kyodo und Asahi Shimbun.

TEPCO mit wiederholtem Problem am AKW Kashiwazaki-Kariwa: Wie TEPCO gestern mitteilte, habe eine Kontrolle der Brennstäbe am AKW Kashiwazaki-Kariwa (Präf. Niigata) ergeben, dass erneut Brennstäbe in Kontakt miteinander gekommen seien.

AKW Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)
Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa (Foto: TEPCO)

Die Kontrolle war an allen sieben Reaktoren der Anlage durchgeführt worden, nachdem bereits im Dezember vergangenen Jahres in Reaktor 5 ein ähnlicher Zwischenfall aufgetreten war (Spreadnews berichtete am 13. Dezember).

Noch am selben Tag stufte Japans Atomaufsicht den jüngsten Fund als eine Störung der Stufe eins auf der siebenstufigen Internationalen Skala für nukleare Ereignisse (INES) ein.

In diesem Fall befanden sich die fraglichen Brennstäbe im Abklingbecken von Reaktor 1 der Anlage.

Ein Brennelement besteht aus 60 Brennstäben, in deren Mitte sich ein Wasserstab oder ein freier Raum für die Wasserzirkulation befindet. Eine Berührung einzelner Brennstäbe untereinander kann zu einer Erhitzung führen.

In sechs Brennelementen wurden nun gekrümmte Wasserstäbe gefunden und in einem Fall hatte diese Krümmung dazu geführt, dass zwei Brennstäbe in Kontakt miteinander gerieten. Als Ursache für die Krümmung gibt TEPCO an, dass bis 1998 die Brennelemente unter starkem Druck in die Metallhüllen gepresst worden waren, was die Verformung herbeigeführt haben könnte.

Sowohl TEPCO als auch andere AKW-Betreiber hatten nach Angaben der Asahi Shimbun ihre Einrichtungen auf derartige Probleme kontrolliert, jedoch keine weiteren Probleme festgestellt.

18. Jahrestag der Giftgas-Anschläge von Tokyo: Japan beging am heutigen Mittwoch den 18. Jahrestag des Anschlags auf die Tokyoter U-Bahn im Jahr 1995. Damals hatten Anhänger der neureligiösen Bewegung Omu Shinrikyo (meist fälschlich als „Aum-Sekte“ bezeichnet) das Nervengas Sarin freigesetzt.

Fahndungsplakat nach Mitgliedern der Aum-Sekte in Tokyo Shinjuku (Foto: KJ)
Fahndungsplakat nach Mitgliedern der Sekte an einer Polizeistation in Tokyo Shinjuku, (Foto: KJ)

Heute gedachte man der Opfer und hielt unter anderem auch auf dem Bahnhof Kasumigaseki eine Gedenkveranstaltung ab, in deren Verlauf Blumen niedergelegt wurden und etwa 20 Angestellten der Tokyo Metro Co. eine Schweigeminute einlegten.

Man müsse die Erinnerung an die Ereignisse auch bei jüngeren Beschäftigten am Leben erhalten.

Bei dem Terroranschlag der Jünger des Endzeit-Gurus Shoko Asahara (Realname: Chizuo Matsumoto) waren 13 Personen ums Leben gekommen und mehr als 6.200 verletzt worden. Einige leiden noch heute an den Folgeschäden. In den Prozessen gegen die Hintermänner wurden 13 Sektenmitglieder, darunter Asahara,zum Tode verurteilt. Im vergangenen Jahr waren drei noch flüchtige Mitglieder festgenommen worden.

Seit einer Namensänderung im Jahr 2000 agiert die Sekte unter dem „Aleph“ weiterhin, wird jedoch von Behörden überwacht. Über die Veranstaltung berichteten jiji, NHK und Kyodo.

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