Start Aktuelles Japan aktuell: Neuer Roboter mit Aufnahmen aus dem AKW Fukushima

Japan aktuell: Neuer Roboter mit Aufnahmen aus dem AKW Fukushima

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Fukushima-Roboter: Der Survey Runner der Firma Topsy (Foto: TEPCO)
Fukushima-Roboter: Der Survey Runner der Firma Topsy (Foto: TEPCO)
Fukushima-Roboter: Der Survey Runner der Firma Topsy (Foto: TEPCO)
Fukushima-Roboter: Der Survey Runner der Firma Topsy (Foto: TEPCO)

Ging es gestern an dieser Stelle vor allem um die Auswirkungen, die das AKW Fukushima aktuell immer noch hat, so gibt es mit den Kameraaufnahmen eines Roboters, der diese aus einem der Reaktoren liefert, diesmal Material, das den Zustand der Anlage des Atomkraftwerks Fukushima aktuell erneut mit Bildern dokumentiert.

Die Situation im Kraftwerk selbst ist dabei auch heute nicht das ausschließliche Thema, so dass neben den Fukushima News auch andere Meldungen zur Situation in Japan zur Verfügung stehen.

Einzelheiten zu den Meldungen und weitere Informationen außerhalb der Fukushima News gibt es wie üblich im täglichen Spreadnews Japan-Ticker vom 18. April 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Roboter macht Aufnahmen im AKW Fukushima
  • Atomindustrie will Vertrauen zurückgewinnen
  • Tokyo-Erdbeben könnte 9700 Todesopfer fordern
  • Erdbebenforschung durch Bohrungen im Meeresboden
  • Arbeitsunfall am AKW Fukushima Daini

Roboter macht Aufnahmen im AKW Fukushima: Wie gestern angekündigt hat TEPCO den Roboter, der auf den Namen Survey Runner hört, in den Reaktor 2 des AKW Fukushima Daiichi geschickt. Das Gerät selbst ist etwa 80 Zentimeter hoch und mit fünf Kameras ausgestattet, um Aufnahmen aus dem Inneren der Anlage zu machen, sowie mit einem Dosimeter und einem Audio-Recorder. Gesteuert wird es von einem Arbeiter in einem angrenzenden Gebäude über eine Kabelverbindung.

Der Fukushima-Betreiber hat jetzt die ersten Aufnahmen des Roboters veröffentlicht.

AKW Fukushima: Aufnahme aus dem Torus-Raum am 18. April 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Aufnahme aus dem Torus-Raum am 18. April 2012 (Foto: TEPCO)

Bei dem Einsatz geht es unter anderem auch darum, mögliche Schäden am Sicherheitsbehälter und der Kondensationskammer festzustellen.

Nach Angaben der NHK wird dies die erste Überprüfung der Kondensationskammer, die sich wie ein Rettungsring um den Reaktor legt, durch einen Roboter seit dem Beginn der Krise am AKW Fukushima.

Auch den Zugang zur Kondensationskammer wird der Survey Runner untersuchen und zudem Messungen der Radioaktivität durchführen.

Den Umfang möglicher Schäden an Kondensationskammer und Schutzbehälter zu ermitteln und diese zu reparieren ist ein entscheidender Schritt, bevor der Behälter mit Wasser gefüllt werden können und damit die Vorbedingungen für die Entfernung von Brennstäben aus dem Reaktor erfüllt sind. Wann es soweit sein wird ist jedoch erwartungsgemäß zur Zeit noch unklar.

Atomindustrie will Vertrauen zurückgewinnen: Das jährliche zweitägige Treffen des Japan Atomic Industrial Forum Inc. unter dem Ehrenvorsitzenden der Nippon Steel Corporation,  Takashi Imai, das am heutigen Mittwoch in Tokyo begann, widmet sich vor allem der Frage, wie das Vertrauen der japanischen Bevölkerung in die Atomkraft wiedergewonnen werden kann. Das Image der Atomkraft als saubere Energie, hatte unter den Eindrücken der Nuklearkatastrophe am AKW Fukushima Daiichi schwer gelitten.

An dem Treffen nahmen Vertreter der Regierung und der Industrie teil, unter ihnen auch der stellvertretende Vizepräsident von TEPCO, Zengo Aizawa. In einer Rede betonte Goshi Hosono, Minister für das Krisenmanagement der Atomkatastrophe die Wichtigkeit, bei der Stilllegung des AKW Fukushima und die Dekontamination der betroffenen Gebiete auf internationale Erkenntnisse und Erfahrungen zurückzugreifen.

TEPCO-Vertreter Zengo Aizawa stellte Informationen zur Krise, zu den notwendigen Maßnahmen zur Krisenbewältigung und zur Verbesserung der Sicherheit in den Anlagen des Betreibers. Das meldet die Nachrichtenagentur jiji.

Tokyo-Erdbeben könnte 9700 Todesopfer fordern: Die Verwaltung des Gropßraums Tokyo hat eine Schätzung zur Anzahl möglicher Todesopfer bei einem Erdbeben bekannt gegeben und dabei die Zahl im Vergleich zu einer vergleichbaren Schätzung vor sechs Jahren um die Hälfte angehoben.

Grundlage des Worst-Case-Szenarios ist ein Erdbeben der Stärke 7,3 im nördlichen Teil der Bucht von Tokyo.In dem Szenario wurde das Epizentrum höher und damit näher an der Oberfläche angesiedelt, als man bislang für wahrscheinlich hielt.

Skyline von Tokyo bei Nacht (Foto: KJ)
Tokyo: Düstere Zukunft für die Metropole (Foto: KJ)

Demnach könnte etwa ein Drittel der 23 Bezirke von Japans Hauptstädt von Erschütterungen der Stärke sieben und damit der höchsten Stufe auf der siebenstufigen japanischen Skala getroffen werden. Etwa 70 Prozent des Gebietes werde dann voraussichtlich von Erdstößen der Stärke 6+ betroffen sein.

Ein derartiges Erdbeben werde etwa annährend 400.000 Gebäude zum Einsturz bringen, oder diese schwer beschädigen. Sollte sich das Beben an einem windigen Winterabend gegen 18:00 Uhr ereignen, käme ein weiterer altbekannter Feind japanischer Städte zum Tragen kommen: Feuer. Bei einem derartigen Szenario könnten Brände  bis zu 200.000 Gebäude vernichten.

Auch denkbare Situationen im Fall eines Tsunami wurden vorgestellt. Grundlage für die Überlegungen war in diesem Fall ein Tsunami, ausgelöst von einem Erdbeben der Stärke acht, das sich unterseeisch südlich von Tokyo ereignet. Der Einschätzung zufolge würde dies in der Bucht von Tokyo einen Tsunami von 2,6 Metern zur Folge haben, der jedoch durch die Uferdämme und Schleusentore ausgebremst werden würde.

Sollten jedoch aufgrund des Erdbebens kein einziges Schleusentor schließen können, würden etwa 16 Bezirke der Stadt teilweise bis zu einem Meter Höhe überflutet werden und dabei bis zu 2.500 Gebäude entweder zerstört, oder zumindest schwer beschädigt werden. Diese Schätzungen stellte die NHK vor.

Erdbebenforschung durch Bohrungen im Meeresboden: Bohrungen in einer Verwerfung des Meeresbodens sollen Aufschluss über die Hintergründe über den verheerenden Tsunami geben. Am Montag begannen die Arbeiten des so genannten JFAST-Projekts an Bord der Chikyu eines Tiefseeforschungsschiffes der Japan Agency for Marine-Earth Science and Technology (JAMSTEC), einer Organisation für ozeanische Forschung.

Modell des wissenschaftlichen Bohrschiffs Chikyu (Foto: cliff cc-by)
Modell des wissenschaftlichen Bohrschiffs Chikyu (Foto: cliff cc-by)

Die Bohrungen des 56.700 Tonnen schweren Schiffes erfolgen vor der Küste der Präfektur Miyagi, die besonders schwer vom Tsunami des Tohoku-Erdbebens getroffen worden war. Bereits am Montag senkte die Chikyu das Bohrgestänge in eine Tiefe von etwa 5.000 Metern.

Die Chikyu soll zwei Löcher 1.000 Meter unter den Meeresboden bohren um dort Thermometer anzubringen. Anhand der verbliebenen Reibungswärme in den Felsen wird analysiert  werden, auf welche Weise die Verwerfungen während des Erdbebens aneinander rieben, so der Bericht der Yomiuri Shimbun.

Arbeitsunfall am AKW Fukushima Daini: Am gestrigen Dienstag erlitt ein Angestellter eines Partnerunternehmens, das an der Abdeckung des Meeresbodens nahe des AKW Fukushima Daiichi beteiligt ist, an der flachen Anlegestelle des AKW Fukushima Daini eine Verletzung, nachdem er offenbar zwischen einem Schiff und einer Ufermauer eingeklemmt wurde.

AKW Fukushima Daini in Japan. Foto: Tepco
AKW Fukushima Daini (Foto: TEPCO)

Gegen 10:25 Uhr wurde der Rettungsdienst alarmiert und wenig später, um 10:50 Uhr wurde der Rettungshubschrauber angefordert. Dieser traf um 11:15 Uhr ein, so dass der Patient um 11:41 Uhr in das Iwaki Kyoritsu General Hospital transportiert werden. Der Arbeiter blieb bei Bewusstsein und kein radioaktives Material wurde an seinem Körper festgestellt.

TEPCO ergänzte den Bericht heute und erklärte, bei dem Arbeiter sei nach Untersuchung eine Lungenkontusion, Rippenbrüche, einen rechtsseitigen Hämo-Pneumothorax, eine traumatische Lungenzyste und Schrammen am Körper diagnostiziert worden. Zur vollständigen Genesung seien zwei Monate erforderlich.

Er befindet sich nun in ärztlicher Behandlung im Krankenhaus –  sein Zustand ist stabil. Die genaue Unfallursache wird noch ermittelt und man hofft Maßnahmen zu finden, die einen erneuten Zwischenfall dieser Art verindern.

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