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Japan aktuell: Neues Leck am AKW Fukushima lässt radioaktives Strontium ins Meer gelangen

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AKW Fukushima: Leck in Wasserleitung am 5. April 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Leck in Wasserleitung am 5. April 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Leck in Wasserleitung am 5. April 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Leck in Wasserleitung am 5. April 2012 (Foto: TEPCO)

Der heutige Donnerstag bringt neben dem Tod eines 53 Jahre alten Mannes, der in Tonami (Präf. Toyama) während des schweren Sturms bewusstlos vor seinem Haus aufgefunden worden war und im Krankenhaus an  seiner Schädelfraktur starb, nicht nur ein menschliches Opfer in die Medien.

Eine schwere Verletzung könnte auch die Umwelt erlitten haben, sorgt das AKW Fukushima aktuell mit dem Austritt von vermutlich stark kontaminiertem Wasser ins Meer erneut für Sorgen in Japan. Alle weiteren Fukushima News zu diesem Zwischenfall jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. April 2012.

Tonnen an radioaktiv belastetem Wasser ins Meer gelangt: Wie die Betreiberfirma am heutigen Donnerstag mitteilte, sind durch ein Leck an der Dekontaminationsanlage des AKW Fukushima Daiichi mehrere Tonnen an stark radioaktiv belastetem Wasser ausgetreten. Ihre Gesamtbelastung durch radioaktives Material betrage schätzungsweise mehr als 100.000 Becquerel pro Kubikzentimeter.

Erste Hinweise auf eine Störung habe es gegen 1:00 Uhr gegeben, als man eine Steigerung der Menge an belastetem Wasser in den Verbindungsleitungen zwischen Entsalzungsanlage und Wassertank für belastetes Wasser festgestellt habe. Da ein Leck im Wasserentsalzungsprozess vermutet wurde, habe man die Anlage gegen 1:10 Uhr angehalten. Anschließend habe man etwa um 1:45 Uhr beide Enden der Leitung geschlossen, die diese Punkte verbinden.

Das eigentliche Leck an einer Leitung die zwischen der Dekontaminationsanlage und den Wassertanks verlief,  war dann gegen 1:50 Uhr von einem Angestellten entdeckt worden. Nach dem Schließen der Ventile sei der Wasseraustritt gegen 2:20 Uhr vollständig zum Stillstand gekommen.

Nach Angaben von TEPCO sind etwa 12 Tonnen kontaminiertes Wasser an dem gelösten Anschlussstück ausgetreten. Man geht davon aus, dass eine große Menge des belasteten Wassers durch einen nahe gelegenen Abflussgraben in den Pazifik gelangt sei, erklärte TEPCO-Sprecher Junichi Matsumoto.

AKW Fukushima: Leck führt am 5. April 2012 zum Austritt von kontaminiertem Wasser (Foto: TEPCO)
Fukushima-Leck spült radioaktiv belastetes Wasser ins Meer (Foto: TEPCO)

Bislang hätten Untersuchungen gezeigt, dass es sieben Minuten lang zu einer Zunahme des Wasserflusses gekommen war (zwischen 0:06 Uhr bis 0:13 Uhr ) und das es drei kürze Start-und-Stopp Betriebe der Anlage zwischen 0:50 Uhr und 11:10 Uhr gegeben habe. Aufgrund dieser Entdeckungen vermute man, das etwa 12 Kubikmeter kontaminiertes Wasser in das Meer gelangt seien.

Der Schlauch und damit auch das Leck war von Isoliermaterial umgeben, das man entfernte um tatsächlich festzustellen, dass der Schlauch sich von dem Verbindungsflansch gelöst hatte.

Das ausgetretene Wasser könnte in in einen Abflussgraben gelangt sein, so dass man von dort aus einem Graben sowie aus dem Meer, etwa 300 Meter südlich des Wasseraustritts der Reaktoren 1 bis 4 jeweils Wasserproben entnommen habe. Dabei sei im Wasser der Leckstelle, sowie im Graben Gamma-Nuklide festgestellt, die Menge im Meer lag jedoch unter den messbaren Werten. Man werde nun auch auf Beta-Nuklide testen.

Als unmittelbare Schutzmaßnahme wurden dann Sandsäcke an dem Abflussgraben plaziert, um eine weitere Belastung des Meeres zu verhindern. Wieviel Wasser tatsächlich dorthin gelangte, wird zur Zeit ebenso untersucht, wie die Umstände, unter denen sich der Schlauch habe lösen können.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo betrage die Menge an freigesetztem Cäsium 16,7 Becquerel pro Kubikzentimeter. Die Konzentration an Strontium könne jedoch höher sein,  da dass dort genutzte System nicht in der Lage sei, neben Cäsium auch Strontium herauszufiltern.

TEPCO entschuldigte sich für den Zwischenfall und bedauere die Belastung der Umwelt, so Pressesprecher Matsumoto.

Bereits am 26. März hatte es ein Leck, zu diesem Zeitpunkt an einer Leitung der Entsalzungsanlage gegeben. Damals waren etwa 0,08 Kubikzentimeter an kontaminiertem Wasser in den Ozean gelangt. Die neuerliche Freisetzung von Strontium, dass sich in den Knochen  ablagert und als Ursache für Leukämie und Knochenkrebs gilt, war Thema bei den Nachrichtenagenturen Kyodo und jiji, sowie der Asahi Shimbun.

1 KOMMENTAR

  1. Also ich muss zurzeit ein Referat über dieses Thema machen und ich finde es sehr erschreckend, was man immer wieder hört und mitbekommt. Mein Traum wäre, dass es die Radioaktivität nicht gäbe und sie nicht erfunden werden war.

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