Start Aktuelles Japan aktuell: Neues Warnsystem soll nach Fukushima-Katastrophe mehr Sicherheit bringen

Japan aktuell: Neues Warnsystem soll nach Fukushima-Katastrophe mehr Sicherheit bringen

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Tsunami Warnschild
Neues Warnsystem soll Menschen schützen (Foto: (c) by Pandinus)
Tsunami Warnschild
Neues Warnsystem soll Menschen schützen (Foto: (c) by Pandinus)

Während des Wochenendes blieb das Inselreich von großen Katastrophen verschont und doch bleiben die Bedrohung durch Naturkatastrophen und Reaktorunfälle wie die am AKW Fukushima aktuell.

Wenn entsprechende Prognosen dann Berechnungsfehler enthalten, ist dies wenig beruhigend, auch wenn an anderer Stelle die Sicherheit einer Kernkraftanlage praktisch sicher zu sein scheint.

Neben Fukushima News gibt es somit Informationen zum Katastrophenschutz und weiteren Themen – auch wenn das Thema Fukushima heute weiterhin aktuell ist.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • Neues Katastrophenwarnsystem soll umfassender werden
  • NRA korrigiert Angaben zur Strahlungsausbreitung
  • Zwischenbericht soll keine Verwerfung am AKW Oi enthalten
  • Distanz-Schilder zum AKW Hamaoka vorgesehen
  • Über 60 Prozent der Fukushima-Bürger wollen bleiben
  • Provokationen und Zusammenhalt im Inselstreit
    • USA bekräftigt Schutz Japans
    • Chinesische Schiffe erneut in Japans Gewässern
    • Japan protestiert gegen Grenzverletzung
    • Korea tauft Berge auf Takeshima-Inseln
    • Chinesische Schiffe zehnten Tag in Folge in Grenzzone

Neues Katastrophenwarnsystem soll umfassender werden: Nachdem das im Jahr 2007 geschaffene Warnsystem J-Alert immer wieder für Schwierigkeiten sorgte und Probleme aufwies, will Japans Regierung nun die Einführung eines noch umfangreicheren Katastrophennwarnsystems fördern. Für das Projekt sollen fünf Milliarden Yen aus dem Etat des kommenden Fiskaljahrs eingefordert werden.

Das neue System soll die Informationen des bisherigen J-Alert Systems, sowie Hochwasser-Alarme, Strahlungsberichte bei Kraftwerksstörfällen, Evakuierungsbefehle bzw. Empfehlungen örtlicher Behörden, sowie Angaben zum Zustand von Straßen und Verkehrssystemen umfassen.

Nach dem eigentlichen Katastrophenfall könnten dann auch weitere Informationen, etwa über Auffanglager und Standorte von Notversorgungen geboten werden.

Anders als bei J-Alert, dass die Meldungen über kabellose Netzwerke und Lautsprechersysteme verbreitet, die sich entweder in schlechtem Zustand befinden, bei Stromausfällen versagten, oder wegen der Lärmbelästigung durch Fehlalarme abgestellt wurden, soll das geplante System automatisch Mobiltelefone, Kabelfernsehleitungen und weitere Medien nutzen, um Notfallinformationen zu verbreiten.

Im Rahmen eines Pilotprojekts nutzen die Präfekturen Hyogo und Shizuoka bereits ein ähnliches System, in dem entsprechende Vereinbarungen mit den Anbietern von Mobilfunknetzen und örtlichen Fernsehstationen getroffen wurden und so die massenhafte Verbreitung von Warnungen per E-Mail/SMS, bzw. automatischen Einblendungen im Fernsehen ermöglichen.

Ausgehend von diesen Pilotprojekten, will man das System auch in anderen Präfekturen einführen. Verwaltungen, die das neue System implementieren wollen, können zu diesem Zweck ab dem Fiskaljahr 2013 finanzielle Unterstützung durch die Regierung erhalten. Wie viele Präfekturen möglicherweise schon Interesse angemeldet haben, ist nicht bekannt.

NRA korrigiert Angaben zur Strahlungsausbreitung: Am 20. und 24. Oktober berichteten wir über die Simulationen der NRA, welche die Verbreitung der Radioaktivität im Katastrophenfall an 16 AKW in ganz Japan berechnet hatte. Heute entschuldigte sich die Atomsicherheitsbehörde für einen Fehler.

Das AKW Kashiwazaki-kariwa im April 2011 (Original: Daisuke Yamagishi cc-by)
Das AKW Kashiwazaki-Kariwa (Original: Daisuke Yamagishi cc-by)

So hätte man Fehler in den veröffentlichten Einschätzungen gefunden, denen zufolge die Stadt Uonuma der mit 40,2 Kilometern Distanz am weitesten vom AKW Kashiwazaki-Kariwa entfernteste Ort sei, an dem eine Woche nach einer Katastrophe, bis zu 100 Millisievert  gemessen werden könnten.

Nun wurden die Zahlen korrigiert. Demnach handelt es sich nun bei der Stadt Nagaoka um den am weitesten entfernten Punkt, an dem die Strahlung eine Höhe erreichen würde, ab der eine Evakuierung des Gebiets empfohlen wird. Nagaoka liegt jedoch lediglich etwa 20 Kilometer vom Kernkraftwerk entfernt, berichtet die Kyodo.

Dies würde bedeuten, dass die geplante Ausweitung der Sicherheitszone um AKW auf 30 Kilometer auch in diesem Fall ausreichend wäre.

Zwischenbericht soll keine Verwerfung am AKW Oi enthalten: In einem Zwischenbericht, der in dieser Woche vorgelegt werden soll, kommt Kansai Electric, Betreiber von Japans derzeit einzigem aktiven Kernkraftwerk zu dem Schluss, dass keine aktive geologische Verwerfung unter den Reaktoren der Anlage verläuft.

Der Elektrizitätsanbieter war Ende Juni von der damals noch bestehenden Atomsicherheitsbehörde NISA angewiesen worden, die Untersuchung durchzuführen und Ende Oktober einen Zwischenbericht vorzulegen. Der Schlussbericht soll Ende des Jahres fertiggestellt werden.

Doch auch wenn Kansai Electric belegen sollte, dass keine aktive Verwerfung die Reaktoren gefährdet, was eine Stilllegung der Anlage zur Folge hätte, so wird sich die neue Atomaufsicht NRC noch selbst einen Eindruck verschaffen und so ist für den 2. November eine Prüfung des Geländes durch die NRC vorgesehen.

Shunichi Tanaka, Vorsitzender des NRC kündigte an, beim Fund einer aktiven Verwerfung auch Japans beiden einzigen aktiven Kernreaktoren abschalten zu lassen. Über die jüngsten Entwicklungen berichten NHK und jiji.

Distanz-Schilder zum AKW Hamaoka vorgesehen: Die Stadtverwaltung von Fujieda (Präf. Shizuoka), die innerhalb eines Umkreises von 30 Kilometern um das AKW Hamaoka liegt, hat als Reaktion auf Fragen der Einwohner angekündigt, an 60 Stellen Schilder anzubringen, auf denen die Entfernung zum AKW zu lesen ist.

Atomkraftwerk Hamaoka (Foto: Yasunobu Hiraoka cc-by-nd)
Das AKW Hamaoka (Foto: Yasunobu Hiraoka cc-by-nd)

Bereits im kommenden Monat will man die Schilder, die jeweils 45 bis 60 Zentimeter hoch sind, anbringen. Neben der Distanzangabe soll auch die Höhe des Punktes über dem Meeresspiegel vermerkt werden, was die Evakuierung erleichtern soll. Es ist nach Verwaltungsangaben, das erste Mal überhaupt, dass die Angabe zum AKW auf derartigen Schildern zu finden ist.

Diese Maßnahme, über die etwa die Mainichi Shimbun berichtete, scheint durchaus sinnvoll, liegt doch etwa ein Viertel der Stadt Fujieda innerhalb der UPZ-Zone, die einen Umkreis von 30 Kilometern um ein Kernkraftwerk umfasst. So liegt etwa das Rathaus in einer Entfernung 29,1 Kilometern zur Reaktoranlage.

Über 60 Prozent der Fukushima-Bürger wollen bleiben: Umfragen zeigten, dass viele Flüchtlinge aus Katastrophenregionen es vorziehen würden, dauerhaft an ihren neuen Wohnorten zu bleiben. Doch ausgerechnet in die Präfektur Fukushima wollen viele Befragte offenbar freiwillig zurückkehren.

Das zumindest ist das Ergebnis einer Umfrage der Universität Fukushima, die zwischen August und September, Flüchtlinge ab 15 Jahren über ihre Pläne befragte. Mehr als 60 Prozent, nämlich 62,7 Prozent der 1.232 Antworten stimmen für eine Rückkehr, falls keine Strahlungsgefahr mehr bestehe, berichtet die jiji. Ledich 13,8 Prozent würden umziehen wollen.

Zu den Gründen für einen Verbleib in der Präfektur gaben 69,7 Prozent im Rahmen einer Mehrfachantworten-Befragung an, dort eine berufliche Tätigkeit zu haben. Weitere 41,4 Prozent fürchten die finanziellen Belastungen, die durch einen Umzug auf sie zukommen würden.

Provokationen und Zusammenhalt im Inselstreit: Während ein jährlicher japanisch-koreanischer Karaoke-Wettbewerb am Samstag in Seoul trotz aller Spannungen beider Staaten stattfand, zeigten sich Japans Nachbarn im Inselstreit weniger fröhlich, als vielmehr provokativ. Die aktuellen Meldungen nun im Überblick.

Landung einer US F-22 Raptor auf der Kadena Airbase auf Okinawa (Foto: pd)
USA zur Verteidigung Japans bereit (Foto: pd)

USA bekräftigt Schutz Japans: Am Samstag erklärte eine Gruppe ehemaliger Verantwortlicher des Weißen Hauses, die Haltung der USA. Demnach fallen auch die Senkaku-Inseln unter das bilaterale Sicherheitsabkommen zwischen der USA und Japan. Im Fall eines Angriffs auf Japan würden die USA ihrem Partner helfen. Gleichzeitig warf man China den Versuch vor, einen Keil zwischen die USA treiben zu wollen.

Chinesische Schiffe erneut in Japans Gewässern: Am Sonntag ignorierte die Besatzung vier chinesischer Schiffe die Warnungen der japanischen Küstenwache. Zwei chinesische Schiffe drangen gegen 10:55 Uhr und zwei weitere um 11:00 Uhr in japanische Gewässer ein. In den Tagen zuvor hatten sie in der Grenzzone gekreuzt.

Japan protestiert gegen Grenzverletzung: Das Außenministerium reichte noch am Sonntag umgehend bei der chinesischen Botschaft in Tokyo telefonisch Protest ein und forderte den sofortigen Rückzug der vier Schiffe, bei denen es sich um die Haijian 15, 26, 49 und 50 handelt.

Korea tauft Berge auf Takeshima-Inseln: Südkoreas Ministerium für Land und Transport, kündigte am Sonntag die Namensgebung zweier Berge auf den Takeshima-Inseln an. Ein 98,6 Meter hoher Berg soll nun „Usan“ heißen – eine historische Bezeichnung für die Inselgruppe seit dem 14. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

Eine 168,5 Meter hohe Erhebung soll „Daehan“ heißen – der Name der Republik Korea (offiziell: Daehan Minguk). Dieser Name solle die Zugehörigkeit der Inseln zu Südkorea unterstreichen und künftig die englischen Namen der Felsformationen ersetzen.

Chinesische Schiffe zehnten Tag in Folge in Grenzzone: Am heutigen Montag befanden sich zum zehnten Tag in Folge chinesische Schiffe innerhalb der Grenzzone zu Japans Hoheitsgebiet.

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