Start Aktuelles Japan aktuell: Notfallzentrum am AKW Fukushima war nicht vorbereitet

Japan aktuell: Notfallzentrum am AKW Fukushima war nicht vorbereitet

861
0
TEILEN
Übung zur Abdeckung abgebrannter Brennstäbe um Schutt vom Dach von Reaktor 4 zu entfernen
Übung zur Abdeckung abgebrannter Brennstäbe um Schutt vom Dach von Reaktor 4 zu entfernen
Übung  zur Abdeckung abgebrannter Brennstäbe um Schutt vom Dach von Reaktor 4 zu entfernen
Übung zur Abdeckung abgebrannter Brennstäbe zur Schuttentfernung vom Dach von Reaktor 4 am 7. September 2011 (Foto: TEPCO)

Nach dem Angriff auf Server von Mitsubishi Heavy Motors, dessen Ziel offenbar der Diebstahl von Daten war, da sich einige der infizierten Server zu internationalen Seiten verbanden, will die Regierung nun über eine Verbesserung des Schutzes gegen Internetangriffe beraten.

Gut beraten ist die Fluggesellschaft All Nippon Airways, die als erste japanische Airline eine neuartige Boeing 787 Dreamliner (Spreadnews berichtete) bezog und sich damit auch auf heimische Technologie verlässt, stammen doch 35 Prozent der Bauteile inklusive der Flügel von japanischen Unternehmen.

Doch neben diesen Nachrichten sind auch weitere Neuigkeiten aus Fukushima aktuell zu berichten, etwa über Verletzungen und Alkohol. Weitere Fukushima News natürlich jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. September 2011.

Arbeitsunfall im AKW Fukushima: Wie der Betreiber TEPCO berichtet,  klemmte sich der Arbeiter eines Subunternehmens den Ringfinger ein und kehrte daraufhin in das Büro außerhalb des Gebäudes zurück. Er wurde in das medizinische Notfallzentrum für die Reaktoren 5 und 6 gebracht. Dabei habe er lediglich einen Atemschutzmaske, jedoch nicht die Vollmaske getragen. Man werde aus reiner Vorsicht einen Ganzkörperprüfung auf radioaktive Belastung durchführen, allerdings seien bereits an Körper und Atemschutz keine radioaktive Kontamination festgestellt worden.

Fukushima Stadt will alle Häuser dekontaminieren (NHK):
Die Stadt Fukushima, rund 60 Kilometer vom AKW Fukushima Daiichi entfernt, will das radioaktive Material von allen Privathäusern der Stadt entfernen und setzt zu diesem Zweck auf professionelle Reinigungsteams, die Dächer und Wände der Gebäude, sowie Straßengräben und Beton an dem radioaktives Material besonders gut haften bleibt, dekontaminieren sollen. Die Stadt kündigte zudem an, falls mehr Arbeitskräfte benötigt werden, sei ein landesweiter Aufruf für Freiwillige herauszugeben.

Zuvor waren an einigen Stellen der Stadt örtliche Bereiche gefunden worden, in denen die Belastung nahe an jenen Werten lag, ab der eine Evakuierung empfohlen wird. Innerhalb von zwei Jahren sollen nun alle 110.000 Haushalte der Stadt dekontaminiert werden. Ungeklärt ist jedoch auch hier bislang  Entsorgung und Verbleib des radioaktiven Materials. Das meldet die NHK.

Hibakusha über Hiroshima-Obama-Leak verstimmt: Eine der im Zuge der Cablegate-Affäre durch die Whistleblower-Plattform Wikileaks veröffentlichten Botschaftsdepeschen, das vom japanischen Außenministerium an die US-Regierung übermittelt wurde, hat bei den Überlebenden der beiden Atombombenabwürfe, sowie Atomwaffengegnern für Unmut gesorgt, berichtet die Mainichi Shimbun. In der Depesche heisst es, ein Besuch des US-Präsidenten Obama in Hiroshima und Nagasaki bei seiner Japanreise 2009 sei verfrüht.

Alkoholische Produkte sollen auf Kontamination getestet werden: Die Steuerbehörde erklärte, einer Meldung der NHK zufolge, man werde ab kommendem Monat alle alkoholischen Produkte die von Brauereien und sonstigen Betrieben hergestellt werden, die in einem Umkreis von 150 Kilometer um das AKW Fukushima liegen, auf radioaktive Belastung zu testen. Auch Brauerein außerhalb dieses Radius sollen stichprobenartig überprüft werden. Bereits die Zutaten wie Reis und Weizen werden vor der Verarbeitung getestet.

Sollte sich bei einem der Produkte überhöhte Werte von radioaktivem Cäsium oder Jod finden, die über dem gesetzlich zulässigen Höchstwert liegen, werde man die örtlichen Behörden um ein Lieferverbot oder die Ergreifung anderer Maßnahmen bitten. Die zusätzlichen Tests sollen die Ängste der Bürger beruhigen.

Fukushima-Notfallmeldezentrum nicht auf Stromausfall vorbereitet: Unmittelbar nach dem Beben am 11. März legte ein Stromausfall der externen Energieversorgung und der Dieselgeneratoren viele wichtige Geräte in der externen Notfallzentrale in Okunamachi, fünf Kilometer vom AKW Fukushima Daiichi entfernt lahm, darunter Monitore, die einen Rückschluss auf den Zustand im Inneren der Reaktorgebäude zugelassen hätten. Dadurch seien Meldungen und Antworten erst verzögert erfolgt.

Zunächst sei nach dem Stromausfall der Notfallgenerator gestartet, jedoch eine Stunde später, vermutlich aufgrund von Schäden durch das Erdbeben ebenfalls ausgefallen. In Folge wechselten die Angestellten der Atomaufsichtsbehörde NISA in das Radioaktivitäts-Überwachungszentrum der Präfekturleitung. Dort war es durch die Überfüllung nicht möglich, einige wichtige Aktionen wie etwa die Vorbereitungen zur Strahlungsmessungen durchzuführen, sagte ein Präfekturbeamter.

Aufgrund des Stromausfalls funktionierte auch das Videokonferenzsystem mit dem das Zentrum zu den Haupt- und Lokalbehörden verbunden ist ebenso aus, wie ein Monitor auf dem sich die Kommunikation zwischen dem Fukushima Reaktor 1 und dem Hauptquartier von TEPCO in Tokyo mitverfolgen liess.  Am 15. März erfolgte dann die Evakierung aus dem Zentrum aufgrund steigender Strahlungswerte durch die Wasserstoffverpuffungen an den Reaktoren und den Mangel an Wasser und Nahrungsmitteln.

Der Zwischenfall zeigte verschiedene Mängel auf. So sei etwa der Notgenerator nicht auf die seismischen Erschütterungen durch Erdbeben vorbereitet gewesen und das Notfallzentrum habe über keine geeigneten Schutz gegen Strahlung und radioaktive Substanzen verfügt. Das berichtet die Yomiuri Shimbun.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here