Start Aktuelles Japan aktuell: NRA genehmigt Bergung von Brennelementen an Fukushima-Reaktor 4

Japan aktuell: NRA genehmigt Bergung von Brennelementen an Fukushima-Reaktor 4

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Fukushima-Reaktor 4: Lage des Abklingbeckens (Video: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Lage des Abklingbeckens (Video: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Lage des Abklingbeckens (Simulation: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Lage des Abklingbeckens (Simulation: TEPCO)

Wenn der Betreiber des AKW Fukushima heute ein Video veröffentlicht, in dem die geplante Bergung der Brennelemente aus Reaktor 4 gezeigt wird, so kommt er damit nicht nur seiner auferlegten Informationspflicht nach.

Vielmehr ist es auch ein Zeichen des eigenen Bemühens, gab doch die Atomaufsicht für die Anlage in Fukushima aktuell grünes Licht für die reale Durchführung der Maßnahme. Einzelheiten der Fukushima-News und weitere Meldungen nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. Oktober 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Atomaufsicht erteilt Erlaubnis zur Brennstäbebergung in Fukushima
  • Tsunami-Warnsystem Japans wird erweitert
  • Weitere Meldungen über Dampfsichtungen an Reaktor 3

Atomaufsicht erteilt Erlaubnis zur Brennstäbebergung in Fukushima: Japans Atomaufsichtsbehörde NRA genehmigte am heutigen Mittwoch den Plan des Kraftswerksbetreibers TEPCO, Brennelemente aus einem Abklingbecken von Reaktor 4 des AKW Fukushima Daiichi zu bergen.

Transfer der Brennelemente (li.) in den Transportbehälter (re.) (Simulation: TEPCO)
Transfer der Brennelemente (li.) in den Transportbehälter (re.) (Simulation: TEPCO)

Die Arbeiten in dem Gebäude sollen frühestens Mitte November anlaufen. TEPCO hatte zuvor angekündigt, mit den Maßnahmen eine Woche früher als zunächst geplant zu beginnen (Spreadnews berichtete am 23. Oktober 2013).

Da Reaktor 4 zum Zeitpunkt des Tohoku-Erdbebens und des Tsunami vom März 2011 aufgrund von Wartungsarbeiten heruntergefahren war, befanden sich keine Brennelemente im Reaktorkern.

Allerdings lagern mit insgesamt 1.535 Brennelementen dort deutlich mehr, als jeweils in den Reaktorgebäuden 1 bis 3. 202 der Brennelemente sind bislang ungenutzt.

Diese sollen, nachdem eine Wasserstoffexplosion am 15. März 2011 den oberen Teil des Gebäudes zerstört hatte, durch den Einsatz eines Krans geborgen und anschließend in ein Lagerbecken außerhalb des Reaktorgebäudes gebracht werden.

Fukushima-Reaktor 4: Ziehen der Brennelemente durch den Kran (Simulation: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Ziehen der Brennelemente durch den Kran (Simulation: TEPCO)

Um Witterungseinflüsse abzuhalten und die Ausbreitung von Radioaktivität einzuschränken, errichtete des Unternehmen einen Schutzmantel um das Gebäude.

Der Bau an der ersten Struktur war Anfang des Jahrs begonnen worden (Spreadnews berichtete am 8. Januar 2013).

In einem Video demonstriert der Kraftwerksbetreiber den geplanten Ablauf der Maßnahmen anhand einer Computersimulation.

Dort werden sowohl die Lage des Abklingbeckens, als auch der Bau des Schutzmantels und des Krans, sowie eine Simulation des Bergungsvorgangs gezeigt.

Begleitet wird dies mit Bildern vom tatsächlichen Zustand der Anlage nach der Explosion, sowie Bergungsmaßnahmen von Trümmern durch einen Kran.

Die NRA bezeichnet die Verlegung der Brennelemente als einen wichtigen Schritt bei der endgültigen Stilllegung des Reaktors.

Fukushima-Reaktor 4: Bergung des  Transportbehälters aus dem Abklingbecken (Simulation: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Bergung des Transportbehälters aus dem Abklingbecken (Simulation: TEPCO)

Toyoshi Fuketa von der NRA sprach davon, dass durch den Transport in das andere Becken die Risiken durch die Brennelemente verringert werden könnten.

Der Zustand des Reaktorgebäudes Nr. 4 war in den vergangenen Jahren wiederholt Objekt von Spekulationen.

Insbesondere wurden Weltuntergangsszenarien mit dem Zustand des Gebäudes verbunden, nachdem eine leichte Neigung der Struktur festgestellt worden war.

Tsunami-Warnsystem Japans wird erweitert: Nach Auskunft der japanischen Wetterbehörde soll am 5. November ein weiteres Beobachtungsgerät vor der Küste Zentraljapans in Betrieb gehen und die Pegelhöhe überwachen.

Die Einrichtung des Warnsystems wird seit dem Tsunami des Tohoku-Erdbebens massiv vorangetrieben. Waren zuvor nur 11 im Einsatz, beträgt ihre Zahl nun 52. Bis März 2016 sollen weitere 150 folgen.

Entsprechende Geräte mit GPS-Anbindung, die 20 Kilometer vor der Küste liegen, sollen Tsunami-Warnungen zehn Minuten, bevor die Wellen auf Land treffen, ausgeben.

Zudem setzt man nun auch auf einen anderen Typ, der am Boden des Ozeans Daten über Veränderungen im Wasserdruck sammelt und auf diese Weise vor Tsunami warnen kann. Über die aktuellen Entwicklungen berichtete die NHK.

Weitere Meldungen über Dampfsichtungen an Reaktor 3: Nachdem die gestrige Dampfentwicklung gegen 16:00 Uhr endete und erneut keine Auffälligkeiten festgestellt werden konnten, gab es heute wieder zu einer entsprechenden Sichtung.

Gegen 7:53 Uhr wurde die Entstehung von Dampf im fünften Stock von Fukushima-Reaktor 3 gemeldet. Auch in diesem Fall gab es weder an den Daten der Messposten noch an den Reaktorwerten irgendwelche Auffälligkeiten.

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