Start Aktuelles Japan aktuell: NRA legt nach Fukushima-Katastrophe Entwurf für neue AKW-Bestimmungen vor

Japan aktuell: NRA legt nach Fukushima-Katastrophe Entwurf für neue AKW-Bestimmungen vor

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Atomsymbol
Japans Atomaufsicht legt Entwurf vor (Abb. symbolisch, pd)

Die Überarbeitung bisheriger Sicherheitsstandards wurde nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima aktuell und tatsächlich dauern die entsprechenden Planungen weiterhin an.

Japans Atomaufsicht legte jetzt jedoch einen ersten Zwischenentwurf vor, dessen Inhalte bereits zuvor Teil unserer Berichterstattung waren.

Nicht zuletzt aufgrund der Auswirkungen, welche diese Regelungen nicht nur für die Sicherheit der Kernkraftwerke in Japan, sondern auch für den Neustart und sogar den möglichen Neubau weiterer AKW haben werden, sind diese Fakten berichtenswert, auch wenn es sich nicht unmittelbar um Fukushima News handelt.

Mehr zu der geplanten Umsetzung der Lektionen aus Fukushima heute im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. Januar 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Entwurf für neue AKW-Sicherheitsbestimmungen vorgelegt
    • Neue Notfallmaßnahmen an AKW
    • Neue Evakuierungsmaßnahmen bei AKW-Katastrophen
    • Weiterer Ablauf
    • AKW-Richtlinien für Naturkatastrophen

Entwurf für neue AKW-Sicherheitsbestimmungen vorgelegt: Japans Atomaufsichtsbehörde NRA legte am gestrigen Montag einen Entwurf der neuen Richtlinien zur Atomsicherheit vor. Durch ihre Umsetzung soll der Umfang der Folgen im Falle eines schweren Reaktorunglücks so weit wie möglich reduziert werden.

Neue Notfallmaßnahmen an AKW: Der Entwurf der neuen Richtlinien enthält eine ganze Reihe an Maßnahmen, die teils erhebliche Baumaßnahmen an den bislang bestehenden Atomkraftanlagen erforderlich machen werden.

  • Filter in Lüftungssystemen: Eine der Maßnahmen besteht in der Ausstattung der Entlüftungssysteme, die etwa zum Druckabbau im Reaktor genutzt werden, um die Freisetzung von radioaktivem Material zu reduzieren.
  • Externe Notkühlung: Erwogen wird die Verpflichtung, leistungsfähige Wasserpumpen in sicherem Abstand zum Reaktor und in ausreichender Höhe um Überschwemmungen standzuhalten anzubringen. Dies ist besonders im Fall schwerer Schäden am Reaktorgebäude sinnvoll.
  • Externer Notstrom: Generatoren sollen künftig in sicherem Abstand zum Reaktor und überschwemmungssicher aufgestellt werden. Durch die mobilen Generatoren auf Fahrzeugen an mehreren Stellen der Anlage soll eine langfristige Stromversorgung im Katastrophenfall möglich werden.
  • Zweiter Kontrollraum: Die Schaffung einer zweiten Schaltzentrale außerhalb des Reaktorgebäudes, um den Zustand der Reaktoren auch während einer Krise weiter beobachten zu können. Hierdurch soll die Strahlungsbelastung von Angestellten reduziert werden.

Neue Evakuierungsmaßnahmen bei AKW-Katastrophen: Auch die Evakuierungen sollen dem Entwurf zufolge, künftig strikter geregelt werden und übertreffen teilweise sogar die Vorgaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).

  • Sofortevakuierung für Einwohner nahe AKW: Einwohner innerhalb eines Fünf-Kilometer-Radius werden bei einem Reaktorunfall umgehend evakuiert.
  • Evakuierung von Einwohnern: Außerhalb eines fünf-Kilometer-Radius, werden Anwohner zur sofortigen Evakuierung, oder der Sicherung in Gebäuden aufgefordert, wenn die Strahlungsbelastung 500 Mikrosievert pro Stunde erreicht. Nach Abzug des radioaktiven Niederschlags folgt dann die Evakuierung. Bereits bei 20 Mikrosievert pro Stunde wird dort eine schrittweise Evakuierung innerhalb einer Woche angestrebt.

Weiterer Ablauf: Bis Ende des Monats will die NRA den endgültigen Entwurf vorlegen, der dann öffentlich diskutiert werden wird. Eine Festlegung der neuen Standards wird für den Juli erwartet. Die Erfüllung der neuen Notfallstandards wird für die Kraftwerksbetreiber verpflichtend werden und eine Grundvoraussetzung für die Genehmigung von Neustarts darstellen.

AKW-Richtlinien für Naturkatastrophen: Doch die Regierung will es nicht bei diesen Notfallstandards belassen, sondern strebt zudem Bestimmungen zur Erdbebensicherheit und dem Schutz vor Tsunami an Kernkraftwerken an  Dazu gehören auch die Änderung der Kriterien für erdbebenkritische „aktive Verwerfungen“.

Eine Reihe japanischer Medien, darunter die Kyodo, jiji, Asahi Shimbun und NHK nahmen sich des Themas an.

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