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Japan aktuell: Objekte im Becken und Lecks in Leitungen von Fukushima-Reaktor 3

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Fukushima-Reaktor 3: Elektrischer Motor der Hebevorrichtung im Lagerbecken für abgebrannte Brennelemente am 11. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Elektrischer Motor der Hebevorrichtung im Lagerbecken für abgebrannte Brennelemente am 11. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Elektrischer Motor der Hebevorrichtung im Lagerbecken für abgebrannte Brennelemente am 11. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Elektrischer Motor der Hebevorrichtung im Lagerbecken für abgebrannte Brennelemente am 11. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)

Der Betreiber TEPCO veröffentlicht aus dem stark beschädigten Kernkraftwerk Fukushima heute erneut Aufnahmen, die zwar bereits vergangene Woche gemacht wurden, doch wie viele andere Einzelheiten, die erst mit Verzögerung bekannt geworden waren, sind auch diese Informationen zur Lage am AKW Fukushima aktuell von Interesse.

Weitere Fukushima News und sonstige Themen auch heute im Spreadnews Japan-Ticker vom 16. August 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Objekte im Becken von Fukushima-Reaktor 3
  • Wasseraustritt an Schläuchen im Turbinengebäude von Fukushima-Reaktor 3
  • Neuer Fukushima-Roboter für Untersuchung von Kellergeschoss vorgestellt
  • Notfallübung am AKW Fukushima Daini
  • Onagawa dankt Tokyoter Trümmerhilfe mit Fisch-Festival
  • Verärgerung nach Fukushima-Vergleich mit Torwart
  • Außenminister mit Entschuldigung für ehemalige Kriegsgefangene
  • Provokationen und Angriffe im Senkaku-Konflikt beginnen erneut
    • Betrunkene Chinesen greifen japanische Geschäftsleute an
    • Sieben chinesische Kriegsschiffe vor japanischen Gewässern
    • Japan bittet China um Mäßigung
    • China kritisiert USA für geplante Teilname an Inselmanöver
    • China warnt USA vor Einmischung
    • Japan Airlines fürchtet künftige Auswirkungen
    • Toyota beschränkt Herstellung in China
    • Südkorea bringt erneut Trostfrauen-Frage in die UN

Objekte im Becken von Fukushima-Reaktor 3: TEPCO veröffentlicht heute Unterwasseraufnahmen aus dem Becken für abgebrannte Brennelemente am Fukushima-Reaktor 3. Die Aufnahmen selbst wurden bereits am Donnerstag und Freitag vergangener Woche gemacht, jedoch jetzt erst veröffentlicht.

Fukushima-Reaktor 3: Teil der Halterung für brennelemente am 12. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Teil der Halterung für Brennelemente am 12. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)

Auf einem der jetzt veröffentlichten Bilder ist der versunkene Motor einer 35 Tonnen schweren Hebevorrichtung für Brennelemente zu sehen.

Das Gerät war bei der Wasserstoffexplosion im März 2011 in das Becken gestürzt Auch Aufnahmen von Betonbrocken die auf einer Brennelemente-Halterung liegen, in der normalerweise abgebrannte Brennstäbe lagern, wurden präsentiert.

Diese Bilder sind nach Angaben von TEPCO durchaus wertvoll, lässt sich aus der Lage der Hebevorrichtung im nördlichen Bereich des Beckens ableiten, dass sie von Osten aus in westliche Richtung gestürzt war.

An der zweitägigen Untersuchung des Beckens am 11. und 12. Oktober waren Teams von 19 bzw. 18 Angestellten  beteiligt. Die Arbeiten dauerten von 8:00 Uhr bis 15:40 Uhr (Donnerstag) und 7:45 Uhr bis 15:55 Uhr (Freitag).

Alle Räumarbeiten in dem Bereich müssen aufgrund der Strahlung mit ferngesteuerten Geräten durchgeführt werden. Zusätzliche Schwierigkeit bei den weiteren Arbeiten stellt nun jedoch auch ein Stahlträger dar, der bei Arbeiten im September diesen Jahres in das Becken gestürzt war (Spreadnews berichtete am 24. September 2012).

Wasseraustritt an Schläuchen im Turbinengebäude von Fukushima-Reaktor 3: Am gestrigen Montag  entdeckte ein Angestellter eines Partnerunternehmens an den Wasserleitungen in einem Gang hinter der großen Transportluke am Turbinengebäude von Fukushima-Reaktor 3, einen Wasseraustritt.

Wasserleck an Leitungen im Turbingengebäude von Fukushima-Reaktor 3 am 15. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
Wasserleck an Leitungen im Turbingengebäude von Fukushima-Reaktor 3 am 15. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)

Gegen 10:10 Uhr wurde dies durch einen TEPCO-Angestellten bestätigt.

Um 10:18 Uhr wurde die Pumpe, deren Aufgabe darin besteht, kontaminiertes Wasser aus dem Kellergeschoss des Turbinengebäudes in die Anlage zur Entsorgung radioaktiver Abfälle zu pumpen, angehalten. Um 11:16 Uhr wurde ein Stop des Wasseraustritts bestätigt. Die bereits ausgetretene Wassermenge beträgt etwa 90 Liter.

Obwohl die Flüssigkeit sich in einem Bereich von 3m x 6 m erstreckt, konnte aufgrund des Gefälles an der Transportluke nicht in die Umwelt gelangen. Erste Strahlungsmessungen an der Oberfläche der etwa 5 mm tiefen Wasserlache ergaben folgende Nuklidwerte:

  • Cäsium-134: 1,0 x 104 Becquerel pro Kubikzentimeter
  • Cäsium-37: 1,8 x 104 Becquerel pro Kubikzentimeter

Wie üblich wird die Ursache des Wasseraustritts nun vom Kraftwerksbetreiber TEPCO untersucht.

Neuer Fukushima-Roboter für Untersuchung von Kellergeschoss vorgestellt:  Das „Chiba Instute for Technology“ stellte heute zusammen mit der „New Energy and Industrial Technology Development Organization“ (NEDO) einen neuen, besonders kompakten Roboter vor.

Wie die jiji berichtet, wurde der „Sakura“ genannte Roboter gezielt dafür entwickelt, um in den Untergeschossen des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi zu arbeiten und dort den Zustand von Rohren kontrollieren zu können. Daher weist das Gerät eine geringe Größe von 50 Zentimetern Höhe und 39 Zentimetern Breite auf.

Verärgerung nach Fukushima-Vergleich mit Torwart:
Eine Fotomontage auf einer belgischen Webseite, die Japans Torwart Eiji Kawashima aufgrund seiner sportlichen Qualitäten bildlich mit mehreren Armen zeigt, führte unbeabsichtigt für Verstimmungen.

Als der bekannte Fernsehsprecher und satirischer Comedian, Laurent Ruquier von France 2, im Bezug auf dieses Bild scherzhaft vom „Fukushima Effekt“ sprach und damit vermutlich auf Mutationen durch Radioaktivität anspielte, zog er sich damit den Unmut der japanischen Regierung zu.

Chefkabinetssekretär Osamu Fujimura sprach von einem „gänzlich unangebrachten“ Kommentar, der die Gefühle der betroffenen Personen sehr verletze.

In Japan ist zudem „kotobagari„, die Vermeidung politisch inkorrekter Wörter in Berichterstattungen von Bedeutung. Auch wird in den Nachrichten grundsätzlich eine betont neutral-höfliche Wortwahl („Teineigo„) genutzt.

Notfallübung am AKW Fukushima Daini: Der Kraftwerksbetreiber TEPCO legt am heutigen Dienstag einige Aufnahmen vor, die während einer Übung am Kernkraftwerk Fukushima Daini (Fukushima 2) aufgenommen wurden.

Fukushima Daini: Katastrophenübung am 9. und 10. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)
Fukushima Daini: Katastrophenübung am 9. und 10. Oktober 2012 (Foto: TEPCO)

Unter anderem wird der Anschluss von Feuerwehrschläuchen zur Wasserversorgung demonstriert, die gezielt an entsprechende Hydranten gezogen werden. Auch die Sicherstellung der Stromversorgung gezeigt.

Bei einer derartigen Katastrophenübung werden über 1.160 Meter Stromkabel verlegt, um die Einspeisung von Elektrizität durch einen Trafowagen zu ermöglichen.

Neben den eigentlichen Maßnahmen zeigen die Fotos auch das schwere Gerät, das zum Einsatz kommen würde, wenn nach einem Erdbeben, oder Tsunami massive Betontrümmer entfernt werden müssten, um den Weg für weitere Rettungsmaßnahmen zu räumen..

Die Grundlage der regelmäßig durchgeführten Katastrophenübungen bildet die Situation des AKW Fukushima Daiichi während des Tohoku-Erdbebens und des Tsunami.

Diese hatten zum Ausfall von Notstromversorgung und Reaktorkühlsystem geführt, was eine Kernschmelze in mehreren Reaktoren nach sich gezogen hatte.

Onagawa dankt Tokyoter Trümmerhilfe mit Fisch-Festival: Nachdem die Tohoku-Katastrophen 80 Prozent der Ortschaft Onagawa (Präf. Miyagi) zerstört hatten und in Folge 440.000 Tonnen Trümmer angefallen waren, erklärte sich die Präfektur Tokyo als erste bereit, bei der Entsorgung zu helfen.

Nach Beginn der Trümmerlieferungen im Dezember 2011 wurden bis September diesen Jahres bereits 18.000 Tonnen der Katastrophentrümmer entsorgt. Noch in diesem Fiskaljahr sollen 60.000 Tonnen in Tokyo entsorgt werden.

Das für den 20. Oktober geplante Festival wird nach Angaben der Mainichi Shimbun von einer Fischmarkt-Vereinigung organisiert und als symbolischen Dank 60.000 Makrelenhechte bei der Feier im Hibiya Park in Tokyo zur Verfügung stellen, sowie weitere Fischpräsente präsentieren.

Der Dank gilt dabei auch dem Emirat Katar, mit dessen finanzieller Unterstützung in diesem Monat eine Fischverarbeitungsfabrik gebaut werden konnte, die über die modernsten Tsunami-Abwehrmaßnahmen verfügt. Bei der Tsunami-Katastrophe waren Anlagen zerstört  und 874 Menschen getötet worden.

Außenminister mit Entschuldigung für ehemalige Kriegsgefangene: Am gestrigen Montag entschuldigte sich Außenminister Koichiro Gemba bei den früheren amerikanischen Kriegsgefangenen für die Umstände, die sie während ihrer Internierung in Japan zu erdulden hatten.

Es ist das dritte Mal seit 2010, dass ehemalige Kriegsgefangene einer Einladung des japanischen Außenministeriums folgten.

Provokationen im Senkaku-Konflikt beginnen erneut: Nachdem Japan wiederholt seine Bereitschaft zu Gesprächen betont hatte, waren auch die Nachbarstaaten von ihren Provokationen abgerückt. Nun geht es jedoch offenbar weiter. Neuigkeiten jetzt im Kurzüberblick:

Japan und Korea im Disput um Takeshima-Inseln (Grafik: spreadnews.de)
Erneut Provokationen durch Japans Nachbarn (Grafik: spreadnews.de)

fBetrunkene Chinesen greifen japanische Geschäftsleute an: Bereits am Donnerstag wurden in einem Restaurant des Touristenviertels in der chinesischen Stadt Shanghai vier japanische Geschäftsleute und ihr chinesischer Kollege von einer Gruppe betrunkener Chinesen attackiert.

Die Schläger, die 20 bis Mitte 30 Jahre alt waren, wurden von der Polizei festgenommen und befragt. Der chinesische Geschäftsmann kam nach einem Messerschnitt in der Hand und einer Kopfverletzung durch eine geworfene Flasche ins Krankenhaus.

Sieben chinesische Kriegsschiffe vor japanischen Gewässern: Eine Lufteinheit der Marine-Selbstverteidigungsstreitkräfte entdeckte am Dienstagmorgen die Schiffe etwa 49 Kilometer süd-südöstlich von Yonagunijima die zur Präfektur Okinawa gehört.

Die Gruppe aus Zerstörern, Fregatten und Versorgungsschiffen befand sich im Kurs auf die Senkaku-Inseln, kehrte jedoch offenbar wieder nach China zurück. Es handelt sich vermutlich um den gleichen Verbund, der am 4. Oktober vor Miyakojima gesichtet worden war.

Es ist das erste Mal, das chinesische Schiffe in der Grenzzone zwischen Yonagunijima und Iriomotejima kreuzen. Man vermutet, dass es keine gezielte Provokation war, sondern die Schiffe einem Taifun ausweichen mussten.

Japan bittet China um Mäßigung: Nach der jüngsten Präsenz chinesischer Kriegsschiffe im Grenzgebiet zu den japanischen Gewässern, fordert Japan seinen Nachbarstaat dazu auf, die bereits belasteten Beziehungen nicht weiter zu strapazieren, sondern geeignete Maßnahmen zu treffen.

China kritisiert USA für geplante Teilname an Inselmanöver: Die kommunistische Führung des Landes kritisierte die USA für die Pläne zur Teilnahme an einer militärischen Übung, die in Zusammenarbeit mit den japanischen Selbstverteidigungsstreitkräften die Rückeroberung einer besetzten, unbewohnten Insel trainieren soll.

Die Übung soll auf der Insel Irisunijima stattfinden und Schiffe sowie Helikoptereinsätze umfassen.

China warnt USA vor Einmischung: Nachdem die USA zuvor  mehrfach bestätigt hatten, dass die Senkaku-Inseln durch ein Sicherheitsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Japan gedeckt sind, das Japan militärische Unterstützung im Fall eines bewaffneten Angriffs zusichert, reagiert die chinesische Führung scharf und warnte Washington davor, einseitig Stellung zu beziehen.

Japan Airlines fürchtet künftige Auswirkungen: Yoshiharu Ueki, Präsident der Japan Airlines erklärte gestern in einem Interview, noch hätten die stark gesunkenen Fluggastzahlen für China-Flüge keine Auswirkungen. Da etwa drei bis vier Prozent der JAL-Gesamteinnahmen auf dieser Reisestrecke beruhe, behalte man jedoch die Lage im Auge.

Toyota beschränkt Herstellung in China: Toyota Motors wird ab kommendem Monat zwei der drei Bänder in einer Fabrik in Tianjin für zunächst fünf Tage lang anhalten und reagiert damit auf die steigende Boykotte japanischer Waren in China. Zu Beginn des Monats hatte man bereits die Arbeitszeiten in vier Werken verkürzt und wird voraussichtlich nur die Hälfte der geplanten Wagen produzieren.

Südkorea bringt erneut Trostfrauen-Frage in die UN: Südkoreas stellvertretender Repräsentant bei den Vereinten Nationen, wiederholte bei einem Treffen eines UN-Komitees seine Forderungen, Japan müsse juristische Verantwortung für die Zwangsprostitution während des Zweiten Weltkriegs übernehmen.  Es habe sich um Kriegsverbrechen, oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit gehandelt.

Japans UN-Vizebotschafter Kazuo Kodama nutzte das Recht zum Gegenargument für die Aussage, auch wenn Japan das Problem der Würde der Frauen und der Ehrverlust bewusst sei, so sei der rechtliche Anspruch auf Entschädigungszahlungen bereits in der Vergangenheit geklärt worden. Auf den Vorwurf des Kriegsverbrechens antwortete Kodama, er werde seine Erklärung nicht wiederholen.

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