Start Aktuelles Japan aktuell: Ölaustritt an schwerem Räumgerät am AKW Fukushima

Japan aktuell: Ölaustritt an schwerem Räumgerät am AKW Fukushima

1366
0
TEILEN
Fukushima-Reaktor 3: Öllache am Hydraulikarm des Räumgeräts am 18. Mai 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Öllache am Hydraulikarm des Räumgeräts am 18. Mai 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Ölleck am Hydraulikarm des Räumgeräts am 18. Mai 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Ölleck am Hydraulikarm des Räumgeräts am 18. Mai 2013 (Foto: TEPCO)

Nachdem Pfingsten uns ein verlängertes Wochenende bescherte, das mit einem Artikel über das Sanja Matsuri einherging, folgen nun die Informationen darüber, was sich am AKW Fukushima heute und in den vergangenen Tagen ereignete.

Tatsächlich bringen die Fukushima News eine ganze Reihe von Neuigkeiten, die sich im Zusammenhang mit der Anlage in Fukushima aktuell ergaben.

So behandeln sie unter anderem ein Ölleck, sowie die Verklappung von Wasser. Einzelheiten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. Mai 2013.

Unsere Themen zum verspäteten Wochenbeginn:

  • Ölaustritt an schwerem Räumgerät am AKW Fukushima
  • IAEA befürwortet Plan zur Verklappung von Fukushima-Grundwasser
  • IAEA unterstützt ab Juli die Fukushima-Dekontamination
  • Probefang nahe AKW Fukushima durchgeführt
  • Territorialfragen und Trostrfrauen bleiben Thema
    • U-Boot in Grenzgewässern identifiziert
    • U-Boote mehrfach in Grenzgebiet
    • Hashimoto in Kneifzange
    • Festnahme bei Anti-Korea-Demonstration

Ölaustritt an schwerem Räumgerät am AKW Fukushima: Am Samstag entdeckte ein Angestellter von TEPCO, der in einem Fernsteuerungs-Kontrollraum tätig war, gegen 14:08 Uhr ein Ölleck. Das Öl stammt aus dem Kontrollstück für das hydraulische Schneidewerkzeug,  das am ferngesteuerten Arm des schweren Räumgeräts befestigt ist und zur Trümmerräumung aus den oberen Stockwerken von Reaktor 3 genutzt wird.

Fukushima-Reaktor 3: Computersimulation mit markiertem Ölleck am 18. Mai 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 3: Computersimulation mit markiertem Ölleck am 18. Mai 2013 (Foto: TEPCO)

Gegen 14:33 Uhr wurde die Entdeckung an die Feuerwehr gemeldet. Mit der Aussetzung des Betriebs des Maschine stoppte auch der Austritt des Öls. Eine monitorgestützte Untersuchung vom Fernsteuerungs-Kontrollraum aus ergab, dass das Öl sich offenbar auf der südlichen Seite der Gerüstplattform für Räumgerät, auf einer Fläche von 4×5 Metern ausgebreitet hatte. Die Menge wird auf 20 Liter geschätzt.

Als Ursache wird vermutet, dass sich ein Kontrollschlauch am vorderen Teil des hydraulischen Schneidewerkzeugs gelöst hatte. Die genaue Umstände werden Betreiberangaben zufolge noch untersucht. Nach Angaben von TEPCO hat der Ölaustritt aufgrund der ausreichenden Entfernung keine Auswirkung auf das Abklingbecken des Reaktors. Was mit dem ausgetretenen Öl geschehen soll, wird derzeit besprochen.

IAEA befürwortet Plan zur Verklappung von Fukushima-Grundwasser: Juan Carlos Lentijo, Leiter eines dreizehnköpfigen Teams der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA erklärte, es sei sehr praktisch, wenn das Grundwasser entsorgt werden könnte, bevor es im Reaktor kontaminiert werde – auch das direkte Abpumpen ins Meer sei eine denkbare Option, da es sauberes Wasser sei.

Rundbehälter für schwach radioaktive Abwässer aus Reaktoren 5 und 6. Foto: Tepco
AKW Fukushima: Anfallendes Wasser weiterhin Problem (Foto: TEPCO)

TEPCO, Betreiber des AKW Fukushima Daiichi, hatte ein System gebaut, dass es ermöglicht, Grundwasser unter der Anlage hochzupumpen, bevor es durch das Eindringen in die Kellergeschosse der Reaktorgebäude stark radioaktiv kontaminiert wird. Bislang fallen durch das Eindringen von Wasser täglich 400 Tonnen an radioaktivem Wasser an.

Das Unternehmen benötigt jedoch noch die Genehmigung der örtlichen Fischereiverbände, um das Wasser wie geplant ins Meer leiten zu können. Durch die vorangegangene Reinigung in einem modernen Filtersystem weise das Grundwasser keine höhere Belastung auf, als das Wasser in den Flüssen der Umgebung. Das berichtet die Kyodo.

IAEA unterstützt ab Juli die Fukushima-Dekontamination:
Vom 22. Juli an besucht eine Expertengruppe der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA für fünf Tage das AKW Fukushima Daiichi, um die Dekontamination zu unterstützen.

Dekontamination mit Hochdruckreiniger in Fukushima am 15. Juni 2012 (Foto: TEPCO)
Dekontamination mit Hochdruckreiniger in Fukushima am 15. Juni 2012 (Foto: symbolisch, TEPCO)

Wie ein Sprecher der IAEA mitteilte, würden die Teammitglieder mit Daten zur Strahlung versorgt und die Zusammenstellung von Karten zur Strahlungsverbreitung ebenso unterstützen, wie die Entsorgung von Abfällen. Diese Anstrengungen beruhen auf einer im Dezember gemachten Zusage, deren Inhalte im Februar 2013 vor Ort geprüft und im April als Drei-Jahres-Plan unterschrieben wurden.

Zu den Experten, die im Rahmen des Plans tätig sind, gehören auch Personen, die bereits mit dem Vorgehen bei der Tschernobyl-Katastrophe 1986 haben. Im Plan enthalten sind unter anderem die gemeinsame Untersuchung der Verbreitung radioaktiven Materials und das Teilen von Wissen und Technologie zur Dekontamination.

Keine Entscheidung gibt es dagegen in der schwierigen Frage, wie bei der Dekontamination der Wälder, die etwa 70 Prozent der Präfektur bedecken, vorzugehen ist. Sowohl die Einschätzung zum Ausmaß der radioaktiven Belastung, als auch deren Beiseitigung sind unter diesen Umständen schwierig, meldet die Kyodo unter Berufung auf Aussagen der IAEA.

Um die Sicherheit der Einwohner der Präfektur zu gewährleisten, wollen die IAEA-Experten nicht nur die sichere Verbrennung kontaminierter Abfälle und Trümmer mit den Verantwortlichen besprechen, sondern die gesammelten Strahlungsdaten auch online veröffentlichen.

Probefang nahe AKW Fukushima durchgeführt: Ein am Montag durchgeführter Fang eines Schiffes der Fischereikooperative Iwaraki, brachte den Fischern große Mengen an Flundern und anderen Meerestieren ein. Das Besondere daran ist der Umstand, dass der Fischzug in Gewässern südlich des AKW Fukushima stattfand, wie die Asahi Shimbun berichtete.

Offizielles Standardfoto des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Kommerzieller Fischfang in Gewässer um AKW Fukushima geplant (Foto: TEPCO)

Da aufgrund von Meeresströmungen die Konzentration an radioaktivem Material dort höher ist, als im nördlichen Bereich, ist dieser Probefang, der Auskunft über die radioaktive Belastung von Fischen aus dem Gebiet geben soll, von besonderer Bedeutung für die Fischereikooperativen – hoffen diese doch, bald wieder regulären Fischfang in dem Gebiet durchführen zu können.

Vor der Reaktorkatastrophe war das Gebiet als artenreicher und ergiebiger Fischgrund bekannt. Bei der Probefischung blieb den Fischern dagegen nicht mehr zu tun, als insgesamt neun Fischsorten zu fangen und jeweils zehn Kilogramm jeder Sorte auf Strahlungsbelastung zu testen, bevor der Rest wieder zurück ins Meer geworfen wurde.

Territorialfragen und Trostfrauen bleiben Thema: Neben den jüngsten Entdeckungen im Grenzgebiet zu Japan und der Trostfrauenfrage, sind aus aktuellem Anlass auch antikoreanische Proteste zum Teil der heutigen Berichterstattung geworden. Die heutigen Meldungen für Sie zusammengefasst:

JS Kurama: Zerstörer der Shirane-Klasse (Foto: pd)
Neue Aktivitäten im Grenzgebiet zu Japan (Foto: symbolisch, pd)

U-Boot in Grenzgewässern identifiziert: Am Sonntag wurde ein zunächst unbekanntes U-Boot im Grenzgebiet nahe der Präfektur Okinawa gesichtet. Mittlerweile habe man die Nationalität ermitteln können, gebe diese jedoch nicht bekannt. Zuvor war bereits spekuliert worden, es gehöre zur chinesischen Marine.

U-Boote mehrfach in Grenzgebiet: Auf einer Pressekonferenz am heutigen Dienstag wurde erörtert, dass bereits drei mal im Verlauf des Monats ausländische U-Boote im Grenzgebiet zu Japan aktiv waren. Die Absicht der Nation, die hinter den Aktionen stecke, sei unklar. Man gebe diese Informationen bekannt, damit die betreffende Nation Zurückhaltung übe.

Hashimoto in Kneifzange: Toru Hashimoto erklärte, die Trostfrauen seien keine Sexsklavinnen gewesen, wirft Südkorea vor, im Vietnamkrieg selbst Armeeprostituierte genutzt zu haben, behauptet, sein Rotlichtangebot halte die US-Soldaten aufgrund der Angst vor Skandalen von sexuellen Übergriffen ab, und klagt, die ausländische Presse habe ihn falsch zitiert.

Festnahme bei Anti-Korea-Demonstration: Bei einer regelmäßig stattfindenden Demonstration rechter Gruppierungen ist erstmals ein Teilnehmer festgenommen worden, da er einen Demonstrationsgegner angegriffen habe. Der Verdächtige war früher Mitglied der Selbstverteidigungsstreitkräfte, ist jedoch derzeit arbeitslos. Er selbst spricht davon, die Person unbeabsichtigt angerempelt zu haben.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here