Start Aktuelles Japan aktuell: Pegelanstieg von radioaktivem Wasser durch Regenfälle in Fukushima befürchtet

Japan aktuell: Pegelanstieg von radioaktivem Wasser durch Regenfälle in Fukushima befürchtet

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Tepco - Dekontaminationsanlage am 31-05-2011. Foto: TEPCO
Dekontaminationsanlage am 31.05.2011
Tepco - Dekontaminationseinheit am 31-05-2011. Foto: TEPCO
Dekontaminationseinheit am 31.05.2011. Foto: TEPCO

Der Großteil der heutigen Meldungen gehört nach dem Erdbeben nun wieder zu den Fukushima News, doch neben Rückschlägen und Problemen, gibt es zumindest auch einige neutralere Ereignisse. Daneben ist heute erneut die radioaktive Belastung des grünen Tees ein Thema und auch aus den Naturkatastrophengebieten gibt es Meldungen.

 

Nun nachzulesen im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. Juni 2011

00:00 Bereits morgen finden Sie auf dieser Seite Neues zur Lage in den japanischen Krisengebieten. Kommen Sie gut durch die Nacht.

Fukui-Gouverneur gegen AKW-Neustarts: Der Gouverneur der Präfektur Fukui, Issei Nishikawa, wiederholte seine Absicht, sich der Bitte der Regierung, zur Zeit ruhende Nuklearanlagen wieder in Betrieb zu nehmen,  zu widersetzen, meldet die Nachrichtenagentur Kyodo. Fukui ist die Präfektur mit der größten Zahl an Atomkraftwerken.

Gesundheitsministerium fordert Berichte: Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales fordert nun von allen Unternehmen die Arbeiter auf dem Gebiet das AKW Fukushima Daiichi beschäftigen, monatliche Berichte über ihre Angestellten. wie Teamänderungen, Zeitarbeiter und gesundheitliche und sicherheitstechnische Aufklärung

Die Anfrage richtet sich an 654 Unternehmen, darunter 22 Hauptunternehmen, welche Veträge mit 632 Subunternehmen haben, so dass dort insgesamt 5178 Beschäftige arbeiten. Die Mehrheit sind dabei Angestellte von Subunternehmen (4091 Arbeiter). Das meldet die Asahi Shimbun.

Die Maßnahme ist eine Folge der nachlässigen Dokumentation des Kraftwerkbetreibers TEPCO, dem Informationen über den Verbleib und Status von 69 Arbeitern fehlen.

Ventilproblem an Dekontaminationsanlage gefunden: Der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi teilte mit, nachdem festgestellt worden war, dass die Cäsium-Filtereinheit nicht ausreichend Cäsium filterte, sei man auf ein geschlossenes Ventil gestoßen, das eigentlich offen sein sollte. Nun habe man entdeckt, dass beim Einbau offenbar ein Fehler unterlaufen war:

Die farblichen Kennzeichnungen für „rot“ als geschlossen und „grün“ für offen waren vertauscht worden, so dass das Ventil vermutlich von einem Arbeiter geschlossen wurde. Das meldet die Nachrichtenagentur Jiji.

Belasteter Grüntee in Frankreich ist Grüner Tee: Einem Bericht der Asahi Shimbun zufolge handelt es sich bei dem am französischen Flughafen Charles de Gaulle aus dem Verkehr gezogenen Grüntee, anders als zunächst berichtet, nicht um Genmaicha – eine Mischung aus grünem Tee und geröstetem braunen Reis – sondern vielmehr um handelsüblichen Grüntee.

Das Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Forsten übernahm die Verantwortung für den Fehler, man habe die Führung der Präfektur versehentlich falsch informiert, da man verschiedene Sorten des selben Herstellers in der Stadt Omoezaki verwechselt habe.

Der beanstandete Grüntee hatte mit werten von 1038 Bq/kg den EU-Höchstwert von 500 Bq/kg an radioaktivem Cäsium überschritten – bei dem versehentlich beanstandeten Genmaicha habe die Belastung nur 66 Bq/kg Tee betragen.

TEPCO drosselt Wasser wegen Regenfällen: Aufgrund der Wetterprognosen für die nächsten Tage, versucht TEPCO die Menge an Kühlwasser zu reduzieren, um so einen Anstieg des Wasserstands im Keller der Reaktorgebäude zu verhindern. Zusätzlich sollen Sandsäcke um die Anlage herum und das Abdecken von Dachruinen und Türen mit Stahlblechen vor heftigen Regenfällen schützen, so ein Artikel der Yomiuri Shimbun.

Wasser in Reaktor 3 könnte durch Regenfälle überlaufen: Während die schrittweise Verringerung des zugeführten Kühlwassers in den Reaktoren 1 und 2 bislang problemlos zu funktionieren scheint, sind die Temperaturen in Reaktor 3 leicht gestiegen, so dass dort intensiver gekühlt werden muss. Falls die Dekontamination nicht wie geplant laufen sollte, könnte dort bereits nächsten Mittwoch das radioaktive Wasser überlaufen – im Fall heftiger Regenschauer sogar früher.

Schwierigkeiten mit Übergangshäusern: Bewohner von Übergangshäusern sehen sich weiterhin mit Problemen konfrontiert und beschweren sich über die teils unhaltbaren Zustände. Bislang sind bei den Führungen der Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi insgesamt 583 Beschwerden über die Lebensumstände eingegangen.

Eines der in einem Bericht der Yomiuri Shimbun genannten Probleme ist etwa die Lage der Übergangshäuser in der Stadt Higashimatsushima (Präf. Miyagi). Diese wurden aufgrund von Platzmangel ohne Schallschutz in direkter Nähe zu einer Autobahn erreichtet.

Dekontaminationsversuch erfolgreich: Noch ein bis  zwei Tage sollen die Tests dauern, bevor erneut versucht werden wird, die Dekontaminationsanlage in vollen Betrieb zu nehmen, meldet die Asahi Shimbun.

Zwischen dem 17. Juni bis zur Störung am 22. Juni konnten insgesamt 1825 Tonnen Wasser dekontaminiert und die vorläufigen Messungen des nun in einem Behälter aufgefangenen Wassers ergaben eine Senkung der Radioaktivität um das 100.000-fache des Ursprungswerts gesenkt werden.

Dekontamination verläuft nicht so effektiv wie erwartet: Einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge, erbringt die Dekontaminationsanlage gegenwärtig nur zehn Prozent ihrer Leistung. Bei Tests konnte der Gehalt an radioaktivem Cäsium lediglich auf ein Hundertstel gesenkt werden und nicht wie erzielt auf ein Tausendstel. Die Probleme des Cäsium-Filters der US-Firma Kurion werden untersucht.

Ishihara wirbt weiter für Olympia: Trotz der Kosten, die beim Wiederaufbau zerstörter Städte im ganzen Land entstehen werden, wirbt Tokyos Gouverneur Shintaro Ishihara nach seiner jüngsten Wiederwahl auch im Juni nach wie vor weiter für Tokyo als Austragungsort der olympischen Sommerspiele 2020.

Ishihara ist eine Art japanischer Berlusconi und war in der Vergangenheit mehrfach durch Äußerungen gegen Ausländer und Homosexuelle aufgefallen. Zuletzt hatte er den Tsunami des Tohoku-Erdbebens am 11. März 2011 als „Strafe des Himmels“ für Japans Gier bezeichnet, sich später jedoch durch Proteste gegen die Behauptung einer „göttlichen Strafe“ zu einer seiner seltenen Entschuldigungen durchgerungen.

1 KOMMENTAR

  1. Entweder musste Tepco milliarden für die Filtertechnologie ausgeben, weil dies Atomexperten umbekannt war das sowas möglich sein soll. Oder die ‚Filter’sind nur zum Schein und zur Beruhigung. Wenn das wasser sagen wir mal um die 6000-27000 msv /Std hat, wieviel hat dan das ‚Konzentrat aus tausenden Tonnen wasser. Millionen und mehr?

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