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Japan aktuell: Plötzlicher Tod eines Arbeiters und erneutes Erdbeben in Fukushima

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Der überraschende Tod eines älteren Arbeiters in der größtenteils zerstörten Anlage des AKW Fukushima Daiichi und die Meldung eines Erdbebens der Stärke 6,2 sind nicht die einzigen Nachrichten, die den verhalten optimistischen Schilderungen des Betreibers TEPCO, der seit einigen Tagen fast ausschließlich von Erfolgen bei der Installation des Luftkühlsystems spricht, einen Dämpfer verpassen.

Daher an dieser Stelle der Spreadnews Japan-Ticker vom 14. Mai 2011

00:00 Der heutige Japan-Ticker endet an dieser Stelle, doch Spreadnews informiert sie weiterhin über das aktuelle Geschehen. Kommen Sie gut durch die Nacht.

Roboter messen hohe Radioaktivität in Reaktor 3: Bereits am Dienstag hat ein ferngesteuerter Roboter im nordwestlichen Bereich des Gebäude von Reaktor 3 Werte zwischen 49 und 120 Milisievert pro Stunde gemessen, die Gesundheit von Arbeitern wäre dort ernsthaft gefährdet. Das meldet die Yomiuri Shimbun.

Atomkraftwerk Hamaoka vom Netz: Nach japanischen Medienberichten, ist nun auch der letzte aktive Reaktor des Kernkraftwerks Hamaoka heruntergefahren worden. Zwar werden Energieengpässe befürchtet, jedoch ordnete die Regierung die Zwangspause an, bis geeignete Sicherheitsmaßnahmen gegen Naturkatastrophen an der Anlage fertiggestellt sind.

Erdbeben von 6,2 in Präfektur Fukushima: Ein Erdbeben der Stärke 6,2 hat einen Teil der Präfektur Fukushima, in der auch das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi liegt, erschüttert. Das Epizentrum habe 60km nordwestlich der Stadt Iwaki gelegen. Über Schäden oder Verletzte gibt es bislang keine Angaben.

TEPCO bestätigt Ursache für Lecks am Druckbehälter von Reaktor 1: Nun hat auch die Betreiberfirma zugegeben, dass ein Leck im  Boden des Druckbehälters durch Teile einer Kernschmelze entstand. Zuvor war die Kernschmelze lange klein geredet worden.  TEPCO wiederholte jedoch, dass keine unmittelbare Gefahr bestünde, solange die Kühlung erfolge.

10:00 Arbeiter müssen mit mangelnder Dekontamination arbeiten: Einem Bericht der Mainichi Shimbun zufolge ist nun herausgekommen, dass besonders Arbeiter von Subunternehmen am AKW Fukushima Daiichi wieder zur Arbeit gedrängt wurden, obwohl sie noch nicht gänzlich dekontaminiert waren. Damit werden die Arbeiter höherer Radioaktivität und langfristigen gesundheitsgefahren ausgesetzt.

04:43 Zusammenbruch und Tod eines Fukushima-Arbeiters: Während eines Transports in der Atomruine Fukushima sei der etwa 60-Jährige Arbeiter an seinem zweiten Arbeitstag nach Beschwerden über Übelkeit bewusstlos zusammengebrochen. Nach der Überführung in ein Krankenhaus, konnte nur noch der Tod festgestellt werden. Erste Untersuchungen haben ergeben, dass weder der Arbeitsplatz noch der Körper erhöhte Radioaktivität aufwiesen. Die Todesursache ist unklar

2 KOMMENTARE

  1. Hallo,
    Können Sie einige meiner Fragen beantworten?
    Wie hoch sind die augenblicklichen Strahlenwerte?
    Wie sieht es mit der Kernschmelze in den übrigen Reaktoren bzw. Abklingbecken aus?
    Bereits 16 Stunden nach Unterbrechung der Kühlung kam es zur Kernschmelze. Dann muss es doch in jedem Reaktor zu einer Kernschmelze gekommen sein.
    Wird weiterhin von außen gekühlt? Wohin fließt das Kühlwasser?
    Wie sind die momentanen Mess-Werte im Meer?
    Warum kümmert sich die deutsche Regierung nicht um mehr, bessere und glaubwürdige Informationen?
    Die ersten Tage nach der Katastrophe wurden wir mit Nachrichten überflutet, aber immer nur Halbwahrheiten. Jetzt hat die Presse anscheinend das Interesse verloren, dabei ist das Thema noch immer aktuell.
    Mit strahlungsarmen Grüßen

  2. Wie hoch die augenblickliche Strahlung ist, lässt sich
    pauschal nicht sagen, da die Werte je nach Standort (Reaktor, 20km Sperrzone, Küsten) stark variieren.

    Was Kernschmelze und Schäden in den übrigen Reaktoren angeht, so ist es wahrscheinlich, das TEPCO hier in Zukunft ebenfalls Eingeständnisse machen wird.

    Wie in mehreren Artikeln auf Spreadnews.de zu lesen, wird eine externe Kühlung vermutlich so lange weitergeführt, bis das neue Luftkühlungssystem nach französischem Vorbild erfolgreich in Betrieb genommen wurde,

    Das Kühlwasser wird, je nach Temperatur, bei der versuchten Kühlung entweder den Reaktorbehälter füllen oder verdampfen. Zu den Werten im Meer haben wir derzeit keine neuen Angaben.

    Die Frage welche Schritte die Regierung der Bundesrepublik Deutschland für richtig hält und diese durchführt bzw. unterlässt, gilt es an die Regierung zu richten.

    Leider sind wir auf die Berichterstattung von Nachrichtendiensten angewiesen und haben keine eigenen Mitarbeiter vor Ort. Wir versuchen dennoch nach bestem Wissen über den aktuellen Stand in Japan regelmäßig zu berichten.

    – Die Redaktion –

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