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Japan aktuell: Plutonium im Urin von Arbeitern des Forschungszentrums Oarai

Nach Zwischenfall in Ibaraki: Inkorporation von Plutonium bestätigt

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Artikelbild - Plutonium (Foto: pd)
Plutoniumnachweis bei kontaminierten Arbeitern (Symbolfoto: pd)

Nachdem aus Fukushima aktuell keine besonderen Meldungen vorliegen, richtet sich das Augenmerk in Japan gegenwärtig auf die Folgen des Zwischenfalls an einem Nuklearforschungszentrum in der Präfektur Ibaraki.

Die heutigen Meldungen sind von besonderem Interesse, da sie erneut einen Widerspruch zu bisherigen Aussagen darstellen.

Unsere heutigen Meldungen zum Ibaraki-Zwischenfall:

  • Plutonium im Urin der fünf Angestellten in Oarai nachgewiesen
  • JAEA-Präsident äußert sich zum Kontaminations-Zwischenfall von Oarai
Plutonium im Urin der fünf Angestellten in Oarai nachgewiesen

Nach dem Zwischenfall am Nuklearforschungszentrum Oarai (Präf. Ibaraki) anfang des Monats, gab es zunächst widersprüchliche Angaben zur Strahlungsbelastung der Arbeiter. Diese hatten nach dem Platzen des Innenbeutels eines Behälters ein radioaktives Pulver eingeatmet.

War zunächst von Plutonium-Rekordwerten eines Arbeiters die Rede, wurde das später durch das Nationale Institut für Strahlungswissenschaften (NIRS) dementiert. Man habe bei weiteren Kontrollen lediglich das Plutonium-Abbauprodukt Americium nachgewiesen.

Zudem sei externe Belastung der Arbeiter an der Gesichtshaut bei diesen ersten Angaben mitgemessen worden, was irrtümlich zu den hohen Werten geführt habe. Jetzt gibt es Neuigkeiten, nachdem die Arbeiter in medizinischer Behandlung sind.

Bei einem wiederholten Besuch einer Klinik, die vom Nationalen Institut für Quanten- und Strahlungswissenschaften und Technologie (QST) betrieben wird, habe man jetzt geringe Spuren von Plutonium im Urin der fünf Arbeiter nachgewiesen.

Damit gilt die Aufnahme von  Plutonium in den Körper bei allen fünf Fällen als bestätigt.

Bislang zeige keiner der kontaminierten Angestellten irgendwelche Auffälligkeiten oder gesundheitliche Probleme. Die wiederholten Klinikbesuche dienen lediglich einer Therapie, die eine Ausscheidung des radioaktiven Materials unterstützen soll.

Die medikamentöse Therapie soll zunächst fünf Tage weitergeführt werden, bevor entschieden werden soll, ob eine weitere Anwendung notwendig ist.

Dies habe vermutlich auch zum aktuellen Nachweis von Plutonium im Urin geführt. Über den Nachweis berichteten Kyodo, NHK und Präfekturmedien

JAEA-Präsident äußert sich zum Kontaminations-Zwischenfall von Oarai

Auf einer Pressekonferenz am heutigen Montag entschuldigte sich Toshio Kodama, Präsident der japanischen Atombehörde JAEA, die das Forschungszentrum Oarai betreibt, für den Zwischenfall vom 6. Juni.

Die gesamte Behörde habe Schwierigkeiten bei der Prognose und der Einschätzung potentieller Sicherheitsrisiken gehabt, räumte er ein. Für diese Aussage spricht der Umstand dass das Sicherheitsrisiko der Behälter-Innenbeutel bereits bekannt war.

Auf die Frage, ob er einen Rücktritt in Betracht ziehe, erklärte Kodama, derzeit keine entsprechenden Absichten zu haben. Abhängig davon, was die Untersuchungen zu den Hintergründen zeigen werden, sei man durchaus bereit, angemessene Konsequenzen zu ziehen.

Seine Behörde, die JAEA, habe bereits einen ersten Zwischenbericht an die Atomaufsichtsbehörde NRA übermittelt.

Auch ermittele man selbst weiter, um Maßnahmen treffen zu können, die eine Wiederholung solcher Ereignisse verhindern. Dazu würden zB die Schulung von Mitarbeitern gehören. Das berichteten Kyodo, NHK und Präfekturmedien.

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