Start Aktuelles Japan aktuell: Präfektur Fukushima soll Atomsicherheitszentrum werden

Japan aktuell: Präfektur Fukushima soll Atomsicherheitszentrum werden

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Krisenminister Goshi Hosono am 15. April 2011 (Foto: TEPCO)
Krisenminister Goshi Hosono am 15. April 2011 (Foto: TEPCO)
Krisenminister Goshi Hosono am 15. April 2011 (Foto: TEPCO)
Krisenminister Goshi Hosono am 15. April 2011 (Foto: TEPCO)

„Jeder Krise wohnt eine Chance inne…“ dieses abgewandelte Zitat von Hermann Hesse mag Japans Minister für die Bewältigung der Atomkrise im Hinterkopf gehabt haben, als er nun die Pläne seiner Behörde vorstellte, welche Rolle die Präfektur Fukushima aktuell und in Zukunft spielen werde. Ob die gesteckten Ziele dabei tatsächlich so geradlinig erreicht werden können, wie es die Pfeile beim traditionellen Neujahrs-Bogenschießen in der Präfektur Shiga, oder dem Neujahrsritual in Nikko schafften, bleibt abzuwarten.

Nicht warten muss man dagegen auf Fukushima News und sonstige Nachrichten im Spreadnews Japan-Ticker vom 04. Januar 2011.

Fukushima soll Zentrum für Atomsicherheit werden: Wenn es nach dem Willen von Goshi Hosono, Minister für das Krisenmanagement, geht, wird aus der Präfektur Fukushima ein internationales Zentrum zur Ausbildung von Spezialisten in Atomsicherheit, sowie der Erforschung fortschrittlicher Strahlungsmedizin werden. In einem Gespräch mit der NHK betonte er auch, die Erfahrungen die im Zuge der Fukushima-Krise gemacht wurden, wie etwa bei der Behandlung von Personen die Strahlung ausgesetzt worden waren, müssten weltweit Verbreitung finden.

Im Bezug auf konkrete Maßnahmen erklärte Hosono, sein Ministerium werde sich auf die Entwicklung von Robotern konzentrieren, die dann Arbeiten bei der Demontage und Stilllegung des Kraftwerks, etwa bei der Handhabung der  abgebrannten Brennelemente und anderer stark radioaktiver Komponenten durchführen könnten. Zudem würde als Resultat auch die japanische Industrie ihre Wettbewerbsfähigkeit durch die neuen Technologien, die für die Stilllegung des Kraftwerks entwickelt würden, verbessern.

Umweltministerium nun mit Zweigstelle in Fukushima: Wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet, hat das japanische Umweltministerium heute ein Büro in der Stadt Fukushima eröffnet. Die Zweigstelle mit 70 Beschäftigten soll als Verbindungsglied zwischen der Regierung in Tokyo und den Gemeinden, in denen Aufräumarbeiten erforderlich sind, dienen. Der Hauptzweck soll dabei das Anleiten und Vorantreiben der Dekontamination von Gebäuden, Erdreich und Abfällen, die mit radioaktivem Material belastet sind, dienen.

Der Start des neuen Büros erfolgte unmittelbar, nachdem seit Sonntag ein Gesetz zur Dekontamination nuklearer Belastungen, das im August zunächst teilweise in Kraft gesetzt worden war,  nun gänzlich Anwendung findet.

Atomkritischer Stadtrat erschossen im Auto aufgefunden: Yasuhiro Uemura, (64), Mitglied der Ortsversammlung des Dorfes Minamiise (Präf. Mie) war gestern von seiner Ehefrau blutend in seinem Wagen aufgefunden worden. Nach seiner Verbringung in ein Krankenhaus wurde er jedoch für tot erklärt. Angaben der Polizei zufolge wies Uemura mehrere Schussverletzungen in der Brust auf, eine Schrotflinte habe außerhalb des Wagens auf der Fahrerseite gelegen.

Das Gewehr habe er an diesem Tag mit sich geführt, um sein Grundstück vor Krähen zu schützen, daher ermittelt die Polizei nun, ob es sich um einen Unfall, oder einen Suizid gehandelt hat, berichtet die Mainichi Shimbun.
Im Jahr 1993 hatte er mit einem Volksentscheid erfolgreich den Bau eines Atomkraftwerks durch die Chubu Electric Power verhindert.

Hiroshima Mahnmal - Geschändete Inschrift am 1. August 2005 (Foto: pd)
Hiroshima Mahnmal: Verunstaltete Inschrift im August 2005 (Foto: pd)

Mahnmal für Atombombenopfer in Hiroshima geschändet:  Einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge, haben unbekannte Täter das Mahnmal für die Opfer der Atombombe im Friedenspark Hiroshima mit einer Substanz, bei der es sich offenbar um goldene Farbe handelt, verunstaltet. Gegen ein Uhr Morgens war ein Wachmann zu der Stelle geeilt, nachdem ein Unbekannter das Gelände betreten und einen Alarm ausgelöst hatte.

Die Inschrift des Mahnmals, dass sich in der Mitte des Friedensparks befindet,  „Mögen alle Seelen hier in Frieden ruhen, dieser Fehler wird sich nicht wiederholen„. war mit der Farbe besprüht worden, doe Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung.

Bereits 2005 war das Mahnmal durch einen 27 Jahre alten Mann verunstaltet worden, der den politischen Ultrarechten zugerechnet wird. Diese sehen einen Teil der Inschrift, der auch als „wir werden diesen Fehler nicht wiederholen“ gelesen werden kann, als Selbstanklage Japans an.

Tokyo Sky Tree im Bau am 4. August 2011 (Foto: pd)
Tokyo Sky Tree im Bau am 4. August 2011 (Foto: pd)

Eröffnung des Tokyo Sky Tree im Mai: Der Tokyo Sky Tree, mit 634 Metern der größte Fernsehturm der Welt, soll am 22. Mai für die Allgemeinheit geöffnet werden. Bereits seit November vergangenen Jahres war es möglich, sich Tickets zu reservieren.  Neben dem eigentlichen Turm soll im Bereich des Bauwerks auch ein Geschäftskomplex mit 310 unterschiedlichen Läden und Geschäften entstehen, darunter auch Restaurants und Geschenkläden, sowie ein Planetarium und ein Aquarium. Das berichtet die NHK.

Besucher werden in der Lage sein, auf zwei Beobachtungsplattformen in 350 bzw. 450 Metern Höhe, über die Stadt zu blicken. Bis zu 15.000 Besucher täglich werden erwartet, alleine 5,4 Millionen im ersten Jahr.

Neue Informationen um gefasstes Sektenmitglied: Makoto Hirata, ein wichtiges Mitglied der Gruppierung Ōmu Shinrikyō, die für verschiedene Verbrechen, wie die Ermordung eines Rechtsanwalts, einen Gasangriff auf einen Wohnkomplex, sowie den Anschlag auf die U-Bahn von Tokyo verantwortlich ist, stellte sich jüngst der Polizei – nun kommen weitere Informationen ans Tageslicht.

Hirata, der laut Angaben der Mainichi Shimbun, fast ausschließlich seineAnwälte für ihn sprechen lässt,  liess über seinen Anwalt Taro Takimoto erklären, er habe sich während der gesamten Dauer seiner fast 17 Jahre währenden Flucht in Japan aufgehalten, dabei jedoch keinen Kontakt zu den weiterhin gesuchten Sektenmitgliedern Naoko Kikuchi und Katsuya Takahashi gehabt.

Anscheinend hatte Makoto Hirata Zugang zum Internet, da er den Blog des Rechtsanwalts Takimoto, der dafür bekannt ist, Ex-Mitgliedern religiöser Kulte zu helfen, gelesen habe. Auf diesem wendet sich der Jurist in einem Blogeintrag an Hirata und forderte ihn auf, sich der Polizei zu stellen – was dieser schließlich tat und umgehend den Rechtsanwalt sprechen wollte. Über seinen Verbleib während seiner Flucht schweigt der Inhaftierte jedoch weiterhin, die Polizei vermutet laut Mainichi Shimbun, er wolle damit mögliche Unterstützer schützen.

Demonstration gegen die Omu Shinrikyo im Jahr 2009 (Foto: pd)
Proteste gegen die Omu Shinrikyo im Jahr 2009 (Foto: pd)

Nach Angaben der Yomiuri Shimbun habe Hirata während des Verhörs verlangt sich mit Taro Takihana zu treffen, einem Rechtsanwalt der sowohl selbst Opfer eines Anschlags mit dem Nervengas Sarin durch die Sekte war, als auch einer Gruppe von Anwälter angehört, die Opfern helfen, die Schäden durch die Sekte Ōmu Shinrikyō erlitten hatten. Auch gegenüber diesem Anwalt wiederholte er seine Entschuldigungen und die Begründung, dass er sich aufgrund einer Sinnkrise angesichts des Tohoku-Erdbebens den Behörden gestellt habe.

Auch juristisch könnte die Geschichte noch werden, da es eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit bestehe, dass der „Fall Hirata“ der erste Prozess um den Kult Ōmu Shinrikyō werden könnte, bei dem Laienrichter das Urteil fällen. Lediglich wenn Anklage oder Verteidigung argumentieren würden, dass die Richter oder ihre Angehörigen hierdurch in Gefahr gebracht werden könnten, würde der Fall von einem üblichen Gericht verhandelt.

Aussagen früherer Sektenmitglieder zufolge, bei denen vermutet wird, es könne sich um Komplizen von Hirata handeln, war ursprünglich geplant, dass Hirata der als sehr guter Schütze galt, den Bodyguard des Rechtsanwalts mit einer von der Sekte gefertigten Laser-Waffe blenden sollte. Jedoch sei der Plan geändert worden, so dass er stattdessen als Fluchtwagenfahrer eingesetzt wurde.

Bereits gestern berichtete die Zeitung über die Hoffnung überlebender Opfer und den Hinterbliebenen der Todesopfern, nach der Festnahme jetzt mehr über die verbrechen der Sekte zu erfahren. Auch diese vermuten allerdings, Hirata habe Unterstützung durch andere Sektenmitglieder gehabt und werde sich nicht zu den Taten äußern.

Unterdessen rief die Sekte „Hikari no Wa“, eine Splittergruppe der Ōmu Shinrikyō (die sich seit 2000 selbst „Aleph“ nennt) ihre Anhänger auf, in vollem Umfang mit den Behörden bei der Aufklärung zu kooperieren. Beide Organisationen stehen weiterhin unter Beobachtung durch den Staat.

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