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Japan aktuell: Radioaktive Hot Spots im Meeresboden vor Fukushima

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Verstrahltes Meer (Originalfoto: jaybergsan cc-by)
AKW Fukushima: Cäsiumbelastung zu niedrig ausgewiesen (Originalfoto: jaybergsan cc-by)
Verstrahltes Meer (Originalfoto: jaybergsan cc-by)
AKW Fukushima: Radioaktive Hotspots in Meeresboden nachgewiesen (Originalfoto: jaybergsan cc-by)

Radioaktives Material im Pazifik, das im Zusammenhang mit dem AKW Fukushima aktuell von besonderem Interesse ist, hat eine weitaus länger zurückreichende Geschichte, als die jetzt bekannt gewordene Freisetzung von kontaminiertem Grundwasser.

Bereits zuvor gab es Ereignisse, die zu stark radioaktiven Bereichen im Meeresboden führten.

Diese Meldung bestimmt die heutigen Fukushima News, doch befassen wir uns neben der Katastrophe von Fukushima heute auch mit weiteren Themen – im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. August 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Radioaktive Hot Spots vor Fukushima-Küste
  • TEPCO bereitet das Abpumpen des Grundwassers vor
  • Starkes Erdbeben nahe Osaka und Nara offenbar Fehlarm

Radioaktive Hot  Spots vor Fukushima-Küste: Erstmals seit der Fukushima-Katastrophe im März 2011 haben Wissenschaftler den Meeresboden vor der Küste des AKW Fukushima Daiichi untersucht und sind dabei auf radioaktive Hot Spots mit teilweise extrem hohen Strahlungswerten gestoßen.

Trefoil: Radioaktivitäts-Warnsymbol
Stark radioaktives Material im Meeresboden nachgewiesen (Grafik: pd)

Das Team von Wissenschaftlern unter der Leitung des Instituts für Industriewissenschaft an der Universität Tokyo, untersuchte zwischen August 2012 und Juli 2013 die Konzentration von radioaktivem Cäsium-137 im Schlamm des Meeresbodens von bis zu 400 Kilometern auf See und wiesen dabei hohe Strahlungsbelastungen nach.

Die Wissenschaftler entwickelten Geräte, mit denen eine Messung der Gammastrahlung des Meeresbodens von einem Schiff aus möglich ist. So gelang es, die Verbreitung und örtliche Konzentration des radioaktiven Materials fortlaufend zu kontrollieren und zuverlässige Angaben zu machen.

Langfristig können so Muster bei der Ausbreitung von Cäsium und der Vorgänge während einer radioaktiven Kontamination nachvollzogen werden.

Der Kraftwerksbetreiber TEPCO hatte Untersuchungen bislang nur durch die Entnahme von Proben unmittelbar vor dem Hafenbereich der Kraftwerksanlage durchgeführt und damit vergleichsweise statische Ergebnisse erzielt.

Innerhalb eines 20-Kilometer-Bereichs vor dem Kernkraftwerk wurden an 40 Stellen des Meeresbodens so genannte Hot Spots entdeckt – Bereiche mit erhöhter Radioaktivität im Vergleich zur Umgebung. Die ausnahmslos in Senken des Meeresbodens gefundenen Stellen wiesen in einer Distanz von 3,2 sowie 5.9 Metern vor der Küste das zehnfache an Cäsium-137 im Vergleich zur üblichen Hintergrundstrahlung auf.

Die jetzt von den Wissenschaftlern nachgewiesene stärkste Belastung wurde im zerklüfteten Gestein etwa 1,6 Kilometer vor der Küste gemessen.

Betrug die durchschnittliche Belastung in diesem Gebiet bereits 500 Becquerel, so wurden an einzelnen Stellen über 5.000 nachgewiesen. Der höchste gemessene Wert lag bei 40.000 Becquerel pro Kilogramm Meeresbodenschlamm.

Da zudem die radioaktive Belastung an der Mündung des Flusses Abukuma (Präf. Fukushima) mehr als doppelt so hohe Cäsiumkonzentrationen aufwies wie die Umgebung, nehmen die Wissenschaftler an, dass das radioaktive Material nach der Katastrophe über den Fluss, der mehr als 70 Kilometer vom AKW entfernt verläuft, ins Meer gelangt sein könnte.

Die Wissenschaftler betonen jedoch, die Ablagerungen hätten sich bereits nach dem Ausbruch der Krise dort angesammelt. Die gegenwärtigen Entdeckungen über das einströmende Wasser vom Reaktorgelände habe keinen kausalen Zusammenhang.

Auch sei eine Gesundheitsgefährdung durch den Verzehr von Fisch zumindest unwahrscheinlich, da dieser über Sandwürmer aufgenommenes Cäsium zum großen Teil wieder ausscheide.

Über die Funde berichteten mehrere Medien, darunter die Asahi Shimbun und die NHK.

TEPCO bereitet das Abpumpen von Grundwasser vor: Wie bereits angekündigt, erklärte Kraftwerksbetreibers TEPCO heute, man bereite sich auf das Abpumpen von radioaktivem Grundwasser vor. Nun lieferte das Unternehmen erste Erklärungen für die entsprechenden Arbeiten, mit denen morgen begonnen werden soll.

AKW Fukushima: Grundwasser-Kontrollpunkt am 9. Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Grundwasser-Kontrollpunkt am 9. Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Wie die NHK meldet, werde TEPCO zunächst in der Nähe der bisherigen Grundwasserbefestigung, die bereits überspült worden sein soll, ein Bohrloch mittlerer Größe schaffen um dort zu beginnen.

Zudem werde man annähernd 30 Rohre von jeweils fünf Metern Länge neben der Barriere herablassen um dort kommende Woche mit den Pumparbeiten beginnen zu können.

Das Unternehmen hofft mit dieser Pumpe täglich etwa 100 Tonnen an kontaminiertem Wasser abpumpen zu können, hatte jedoch bereits zuvor eingeräumt, dass dies als alleinige Maßnahme voraussichtlich nicht ausreichend sein werde.

Schweres Erdbeben nahe Osaka und Nara offenbar Fehlarm: Gegen 16:55 Uhr erließ die japanische Wetterbehörde eine Erdbebenwarnung für den Westen Japans. Ersten Angaben zufolge habe sich ein Erdbeben mit einer Magnitude von 7,8 ereignet. Tatsächlich wurde zu diesem Zeitpunkt keine einzige Erschütterung festgestellt.

Erst eine Minute später registrierte die Behörde ein Beben der Stärke 2,3, das sich in der Präfektur Wakayama ereignet hatte und im Rahmen des japanischen Messsystems aufgrund der geringen Erschütterung kaum nachweisbar gewesen sei. Neben der offiziellen Stelle selbst, berichtete auch die Mainichi Shimbun über das Ereignis.

Eine Untersuchung des Fehlalarms habe ergeben, das elektrische Störungen an einem Seismographen südöstlich vor Mie ursächlich gewesen seien. Obwohl der Messposten sich am wahrscheinlichen Epizentrum des erwarteten Nankai-Großbebens befindet, werde man nun auf die Daten des Geräts verzichten, um derartige Fehlalarme auszuschließen.

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