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Japan aktuell: Radioaktiver Hotspot nun auch in Chiba gefunden

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Chiba Stadt am 11. März 2011
Chiba Stadt am 11. März 2011
Chiba Stadt am 11. März 2011
Chiba Stadt am 11. März 2011

Waren es zu Beginn der Fukushima-Krise vor allem Meldungen aus dem Umkreis des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi die beunruhigten, sind es in jüngster Vergangenheit die Funde von radioaktivem Material in Gegenden, die ursprünglich nicht als riskant eingestuft worden waren.

Die langfristigen Folgen von Fukushima aktuell einzuschätzen ist daher schwierig. Dennoch berichten wir weiterhin und so finden sich die Fukushima News auch heute als Teil des Spreadnews Japan-Tickers vom 21. Oktober 2011.

Hotspot in Chiba Stadt: In einer weiteren Stadt im Großraum Tokyo wurde ein radioaktiver Hotspot festgestellt. Mitglieder der kommunistischen Partei Japans entdeckten bei der Überprüfung der örtlichen Strahlung in der Stadt Chiba (Präf. Chiba) einen Bereich mit einer Emission von 7,0 Mikrosievert pro Stunde.

Die Stelle befinde sich in der Nähe eines Gewächshauses, allerdings erklärte die Gruppe, man gebe weder den genauen Ort noch die von der Stadt geplanten Maßnahmen an, um keine Gerüchte zu schüren.

Die von den Kommunisten organisierte und mittlerweile 1830 Mitglieder umfassende Gruppe  berichtete, man habe an 37 von 144 überprüften Stellen eine Belastung von einem Mikrosievert oder mehr pro Stunde gemessen. Zu den getesteten Bereichen gehörten sowohl Privathäuser als auch öffentliche Parks und Kindertagesstätten. Der Höchstwert der zwischen dem 7. September und 17. Oktober gemessenen Punkte in einem einzelnen Bereich habe 25 Punkte betragen. Die Messungen erfolgten jeweils 5 Zentimeter über dem Erdboden.

Nach Angaben der Mainichi Shimbun seien die Mitglieder über die hohen Messwerte an Stellen erstaunt, die als vergleichsweise sicher betrachtet worden waren. Hier wären genauere Überprüfungen notwendig, erklärte die Gruppe.

Bei der Überprüfung der Parkanlagen die von den Mitgliedern getestet worden waren, fand sich im Nishinoshita Park ein Bereich mit einer Belastung von 3,42 Mikrosievert pro Stunde – in einem Sandkasten, das die Stadtverwaltung zur Durchführung von Dekontaminationsmaßnahmen veranlasste, um die Strahlung auf 0,3 Mikrosievert zu senken. Die Stadt überprüfte Bereiche die zuvor nur von Anwohnern aufgefunden und gemeldet worden waren, um dann an insgesamt 10 Stellen sofortige Dekontaminationsmaßnahmen durchzuführen.

Ausweitung des Zonenkonzepts bei Reaktorunglücken: Eine Atomsicherheitskommission kommt nicht nur zu dem Schluss, der bisherige Radius der kritischen Zone um ein Kernkraftwerk herum sei bei Reaktorunglücken zu klein und müsse auf 30 Kilometer vergrößert werden, sondern hat zudem ein bisheriges Zonenkonzept überarbeitet. Die angeregte Maßnahme, mit der die Zahl der betroffenen Städte und Gemeinden sich verdreifachen würde, ist jedoch nicht unumstritten. Die jeweiligen Präfekturverwaltungen werden die Umsetzung mit den Betroffenen Städten und Ortschaften diskutieren. Das berichtet die Yomiuri Shimbun.

Das neu angepasste Zonenkonzept, bestehend aus den folgenden Bereichen:

  • Plume Protection Planning Zone (PPZ) mit 50km Radius.
  • Urgent Protective Action Planing Zone (UPZ) mit einem 30km Radius
  • Precautionary Action Zone (PAZ) mit einem 5km Radius
  • Emergency Planing Zone bisher 8-10km muss angepasst werden

Mit dem neuen Schema wird die bisherige EPZ sowohl ausgeweitet, als auch in drei verschiedene Zonen aufgeteilt. Die Zahl der Gemeinden die als Teil der UPZ bzw. PAZ gelten werden, wird 135 betragen.

PPZ: Im 50 Kilometer- Bereich um das Kraftwerk sollen bei einem Notfall Jodtabletten ausgegeben werden, um Gesundheitsschäden vorzubeugen. Diese Zone wurde eingeführt, nachdem beim Fukushima-Unglück radioaktives Cäsium so weit durch den Wind transportiert worden war.

UPZ: Hier soll bereits wenige Stunden nach einem schweren Reaktorzwischenfall radioaktive Strahlungslevel überwacht und besonders stark kontaminierte Bereiche innerhalb weniger Tage festgestellt werden können. Dadurch soll das Risiko von stärkeren Unglücken und Todesfällen signifikant verringert werden.  Die Maße der Zone wurden aufgrund der Kriterien der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), die einen Bereich zwischen fünf und 3o Kilometern vorsehen, getroffen.

PAZ: Anwohner die im Bereich der Zone von 5 Kilometer um das Kraftwerk wohnen oder arbeiten müssen nach einem Reaktorzwischenfall sofort evakuiert werden.

Verwaltung von Fukushima  für Abschaltung der AKW: Die Versammlung der Präfekturleitung von Fukushima hat mit Mehrheit die Petition einer Bürgerinitiative gebilligt, in der die Abschaltung aller 10 Atomreaktoren in der Präfektur gefordert wird. Alle zehn Reaktoren gehören zu Kernkraftwerken der TEPCO – sechs im schwer beschädigten AKW Fukushima Daiichi (Fukushima 1) und vier im AKW Fukushima Daini (Fukushima 2).  Es ist das erste Mal in der Geschichte Japans, dass die Führung einer Präfektur in der Atomkraftwerke stehen, eine derartige  Petition gebilligt hat. Das berichtet die NHK.

Japanische Teehändler visieren US-Markt an:  Bei einer Werbeveranstaltung in Chicago am gestrigen Donnerstag stellten japanische Grünteeproduzenten ihre Ware der US-Lebensmittelindustrie vor. Dabei handelt es sich um den Versuch eine Tür zum amerikanischen Markt zu bekommen, nachdem innerhalb Japans der Vertrieb von Tee aufgrund diverser Beschränkungen und Verbraucherängsten immer schwieriger wird.

Das hauptsächlich vom japanischen Generalkonsulat ausgerichtete Ereignis soll daher den Export japanischer Grüntees auf den US-Markt fördern, wo die Nachfrage der Kunden größer ist und man hofft dort auf langfristige Exportgeschäfte. Das berichtet die Nachrichtenagentur jiji.

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