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Japan aktuell: Radioaktives Cäsium erreicht Nordjapan

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Karte: Cäsium-137 vom 20-03-2011 bis 20-04-2011
Karte zur Verbreitung von Cäsium in Japan März/April 2011
Karte: Cäsium-137 vom 20-03-2011 bis 20-04-2011
Karte zur Verbreitung von Cäsium in Japan März/April 2011

Regierung und TEPCO gewährten der Presse jüngst einen Einblick, damit sich diese einen Eindruck davon verschaffen konnte, wie die Situation am AKW Fukushima aktuell aussieht und der Energiekonzern veröffentlichte ein Video mit Aufnahmen vom 7. November auf dem der Alltag der Fukushima-Arbeiter gezeigt wird – oder zumindest wie er aussehen soll.

Interessanter sind da schon Aufnahmen die bei einer Simulation der Verteilung radioaktiver Partikel in Japan am Computer erstellt wurden.

Weitere Fukushima News nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. November 2011.

Radioaktives Cäsium erreicht Nordjapan: Ein internationales Forscherteam hat, basierend auf einer Vielzahl unterschiedlicher Quellen eine Simulation erstellt, deren Karte die Verbreitung von radioaktivem Cäsium-137 zwischen dem 30. März und dem 20. April über Japan darstellt. Ausgehend von den Berechnungen hat sich das radioaktive Material weiter ausgebreitet als vielfach vermutet.

Tatsächlich ist eine Belastung des Bodens in über 800 Kilometer Entfernung im Nordosten von Japans nördlichster Hauptinsel Hokkaido sehr wahrscheinlich. Auch in den westlichen Bergregionen sowie im Nordosten der Region Tohoku, sowie den östlichen Bereichen der Kanto-Region seien Ablagerungen von Cäsium-137 vorhanden. Als Ursache für die Belastung des Erdreichs wird Regen verantwortlich gemacht.

In den meisten Gebieten sei die Belastung jedoch zu gering um eine Gesundheitsgefahr darzustellen, die geringen Werte rechtfertigten keine Dekontamination. Dennoch sind weitere Forschungen und Untersuchungen notwendig, da es möglicherweise durch das Cäsium-137 verursachte Hotspots geben könne.  Die Strahlungdichte erreiche im Osten von Hokkaido 250 Becquerel pro Kilogramm, im gebirgigen Teil Westjapans betrage sie bis zu 25 Becquerel. Allerdings muss möglicherweise berücksichtigt werden, dass die Simulation nicht mit dem Zeitpunkt des Zwischenfalls, dem 11. März beginnt, sondern deutlich später.

Diese Zusammenfassungen berichten die NHK sowie die Nachrichtenagentur jiji. Das Material selbst wurde in der Ausgabe vom 14. Novemer 2011 der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS)“ publiziert.

Zulässige Strahlungsdosis für Fukushima-Arbeiter gesenkt: Japans Gesundheitsministerin Yoko Komiyama erklärte am gestrigen Montag, sollte die Stabilisierung des Reaktors vor Jahresende gelingen, werde die Regierung eine Senkung des zulässigen Höchstwertes veranlassen. Im Zuge der Fukushima-Krise war die maximale Strahlendosis von bislang 50 Millisievert pro Jahr auf 250 Millisievert erhöht worden, berichtet die Nachrichtenagentur jiji. Ein Wert von 250 stelle keine dauerhafte Lösung dar, so Komiyama. Als ersten Schritt wolle man zu Beginn nächsten Monats den Strahlungshöchstwert auf 100 Millisievert senken – die Menge, der im Normalfall ein Arbeiter über einen Fünf-Jahres-Zeitraum ausgesetzt sein darf.

Hohe Nachfrage bei Schilddrüsenuntersuchungen von Kindern: Während das Angebot normaler Gesundheits-Checks  in der Vergangenheit eine Nachfragequote von weniger als 30 Prozent aufweist, ist die Nachfrage beim ersten Schilddrüsentest für Kinder unter 18 Jahren, der zwischen dem 9. Oktober und 13. November angeboten wurde, überdurchschnittlich hoch.

Die Überprüfungen auf mögliche Anomalien der Schilddrüsen durch Radioaktivität wurden in jenen Gebieten der Präfektur Fukushima begonnen, die am stärksten von der Krise betroffen sind, darunter die Ortschaften Namie und Iitate. 25 Prozent der Eltern die den Dienst in Anspruch nahmen, hatten die Präfektur Fukushima  bereits verlassen und waren ausschließlich wegen der Untersuchungen zurückgekommen.

Seit dem 14. November wurden die Schilddrüsentests auf alle Bereiche der Präfektur ausgedehnt. Bereits am ersten Tag der Untersuchungen in Kawamata erschienen 250 Personen. Die Ergebnisse werden nach sorgfältiger Überprüfung durch mehrere Mediziner jeweils etwa einen Monat nach den Tests an die einzelnen Teilnehmer übermittelt.

Insgesamt werden etwa 360.000 Kinder, die am 1. April 2011 und damit 20 Tage nach dem Unglück unter 18 Jahre alt waren, den Tests unterzogen. Bis März 2014 sollen alle Bereiche der Präfektur vollständig getestet worden sein. Im Anschluss werden die Kinder bis zu ihrem zwanzigsten Lebensjahr jeweils alle zwei Jahre und im weiteren Verlauf des Lebens alle fünf Jahre untersucht werden, berichten Mainichi Shimbun und NHK

Radioaktives Material von neuem Setagaya-Hotspot entfernt: Eine in Tokyo entdeckte radioaktive Substanz auf einem Supermarktparkplatz im Bezirk Setagaya wurde am heutigen Dienstag vollständig entfernt, berichtet die NHK. Auch in diesem Fall sei ein flaschenartiger Behälter gefunden worden. Bereits letzten Monat hatte ein derartiger Fund die Bürger verängstigt. Neben der Entfernung hatte man auch die komplette Dekontamination des Bereichs angeordnet.

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