Start Aktuelles Japan aktuell: Radioaktives Jod in Tang vor Küste der USA entdeckt

Japan aktuell: Radioaktives Jod in Tang vor Küste der USA entdeckt

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Riesenkelp/Riesentang
Riesenkelp/Riesentang (Foto: pd)
Riesenkelp/Riesentang
Riesenkelp/Riesentang (Foto: pd)

Auch heute sind die Folgen für die Umwelt, die sich aus der Katastrophe am AKW Fukushima aktuell weiterhin ergeben ein Thema, doch neben Berichten zur Kontamination von Lebensmitteln in Japan, finden sich auch die globalen Auswirkungen in den Fukushima News wieder. Auch AKW Neustarts bleiben weiterhin ein Thema der Berichterstattung. Mehr hierzu und zu anderen Themen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. April 2012

Unsere heutigen Themen:

  • Radioaktives Jod in Kelp an US-Küste
  • Radioaktiv belastete Shiitake in Chiba und Tochigi
  • Regierung will mehr Verantwortung bei Atomkrisen übernehmen
  • Acht Bedingungen für Neustart des AKW Oi gefordert
  • Tenno nimmt Pflichten wieder auf

Radioaktives Jod in Kelp an US-Küste: Nach Berichten über japanische Geisterschiffe und Trümmer, werden an den Küsten der USA auch Folgen der mit den Naturkatastrophen verbundenen Fukushima-Krise angespült. Einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge, entdeckte ein Forscherteam der California State University hohe Werte an radioaktivem Jod-131 in Kelp an der kalifornischen Küste.

Den Ergebnissen der Studie zufolge, die in der US-Fachzeitschrift „Environmental Science and Technology“ veröffentlicht wurde, wurden vergangenen April mehrere Proben von Riesentang an verschiedenen Stellen der Küstenregion untersucht. Dabei  wurde in dem getrockneten Tang ein Höchstwert von 2.500 Becquerel pro Kilogramm gemessen. Ähnliche Werte habe es an der US-Westküste nach dem  Reaktorunglück von Tschernobyl im Jahr 1986 gegeben. Der Verzehr stelle jedoch keine Gefahr für die menschliche Gesundheit dar, so die Berichterstattung einiger US-Medien.

Radioaktiv belastete Shiitake in Chiba und Tochigi: Die Präfektur Chiba gab am gestrigen Montag bekannt, das man bei Shiitake die in Shiroi unter freiem Himmel gezüchtet wurden, Belastungen mit radioaktivem Cäsium von 740 Becquerel pro Kilogramm festgestellt hatte.   Als Reaktion wies die Präfekturleitung die Gemeindeverwaltung von Shiroi an, Züchtern den Vertrieb von Pilzen zu untersagen.

Ein Landwirt hatte zwischen dem 20. und 25. März etwa 4 Kilo Pilze verkauft. Nachdem er später bedenken bekam, bat er die Stadtverwaltung, die Pilze am 30. März zu kontrolllieren. Dabei war die Überschreitung des Höchstwerts entdeckt worden. Bei einem weiteren Landwirt der vermutlich etwa fünf Kilo Shiitake verkauft hatte, scheint eine Überschreitung ebenfalls wahrscheinlich. In beiden Fällen sei der Stadtverwaltung nicht bekannt gewesen, dass beide Pilze züchten.

Auch in sieben Gemeinden der Präfektur Tochigi, darunter Utsunomiya und Shioya wurde radioaktives Cäsium in unerlaubter Höhe festgestellt. Der Höchstwert wurde dabei in Shioya gemessen, wo 950 Becquerel pro Kilogramm nachgewiesen werden konnten. Nachdem bereits fünf Gemeinden der Präfektur aufgefordert worden waren, den Vertrieb von Pilzen einzustellen, ist die gleiche Order nun auch für Haga und Nasu erlassen worden. Das berichtet die Mainichi Shimbun.

Regierung will mehr Verantwortung bei Atomkrisen übernehmen: Auf einer Pressekonferenz am heutigen Dienstag erklärte Yukio Edano, Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie, die japanische Regierung werde im Fall künftiger Atomkatastrophen wie jener am AKW Fukushima Daiichi, mehr Verantwortung übernehmen. So sei due Regierung darauf vorbereitet und bereit, nach dem Neustart von Reaktoren und einem möglichen Störfall eine aktivere Rolle bei der Bewältigung der Krise und der Leistung von Entschädigungszahlungen zu leisten, berichtet die Nachrichtenagentur jiji.

Industriminister Edano kündigte an, die Regierung werde in Kürze Richtlinien zu Maßnahmen vorstellen, denen Regierung und Energieanbieter im Falle eines Atomunfalls folgen müssten. Auf diese Weise wolle man mögliche Verwirrungen verhindern. Fehler im Krisenmanagement und Kommunikationspannen waren zwei der Hauptkritikpunkte die im Zuge der Fukushima-Krise aufkamen.

Edano betonte, die Genehmigung von Neustarts habe keinen großen Einfluss auf die Entscheidung, die Abhängigkeit des Landes von Atomkraft zu verringern. Über diese Äußerungen berichtete auch die Kyodo.

Acht Bedingungen für Neustart des AKW Oi gefordert: Während für die Regierung in Tokyo der Neustart des AKW Oi (Präf.  Fukui) praktisch in trockenen Tüchern zu sein scheint, da bei einem Treffen von Premierminister Yasuhiko Noda und Ministern die vom Betreiber Kansai Electric in einem Zeitplan genannten Sicherheitsvorkehrungen als ausreichend angesehen werden, gibt es aus den angrenzenden Präfekturen weiterhin Vorbehalte.

So ist etwa der Energiekonzepteausschuss der Präfektur Osaka und der Ortsverwaltungen dabei, acht Bedingungen auszuarbeiten, die vor einem Neustart als notwendig erachtet werden.

  • Zu den Bedingungen gehört die Schließung eines Sicherheitsabkommens zwischen Regierung/Betreibern und allen Ortsverwaltungen die innerhalb einer  100-Kilometer-Zone um das AKW Oi liegten. Neben der Präfektur Fukui, dem Standort des Kraftwerks wären auch die Präfekturen Osaka, Shiga und Kyoto in diesem Rahmen eingeschlossen. Auch die AKW Takahama und Mihama befänden sich in der Zone.
  • Weitere Forderungen sind die Einführung einer absolut unabhängigen Instanz zur Atomkontrolle, eine drastische Überarbeitung der bestehenden Sicherheitsstandards und strikte Durchführung von Stresstests anhand der neuen Richtlinien.  Darüber hinaus soll das Bankrottierungsrisiko durch Entschädigungszahlungen und andere Kosten einer Katastrophe minimiert und ein festes Endlagerungskonzept eingeführt werden.

Die Forderungen waren unter anderem eines der Themen bei der Asahi Shimbun und der Nachrichtenagentur jiji.

Tenno nimmt Pflichten wieder auf: Wie das kaiserliche Hofamt mitteilte, wird der Tenno ab heute wieder seinen repräsentativen Aufgaben und Pflichten nachgehen. Nachdem Flüssigkeitsansammlungen im Brustraum nach einer Bypass-Operation im Februar den Genesungsprozess behinderten, hatte Kronprinz Naruhito die Aufgaben seines Vaters übernommen.

Heisei Tenno Akihito am 17. April 2011 (Foto: pd)
Der Tenno am 17. April 2011 (Foto: pd)

Der Tenno hatte sich dann gemeinsam mit seiner Gemahlin in die kaiserliche Villa in Hayama (Präf. Kanagawa) zur Erholung zurückgezogen. Nach seiner Rückkehr nach Tokyo zeigten sich die Ärzte zufrieden mit dem Gesundheitszustand, so dass er am heutigen Dienstag nach 53 Tagen seine Pflichten wieder aufnahm.

So traf er sich heute bereits mit Großbritanniens Premierminister David Cameron und plant, anlässlich des 60. Thronjubiläums von Queen Elizabeth am 18. Mai im kommenden Monat nach London zu reisen. Das berichten Kyodo, jiji sowie die NHK.

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