Start Aktuelles Japan aktuell: Radioaktives Plutonium in Präfektur Fukushima nachgewiesen

Japan aktuell: Radioaktives Plutonium in Präfektur Fukushima nachgewiesen

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Japan-Karte: Radioaktivität in Japan (Foto:pd)
Fukushima-Sperrzone: Langzeitbetroffene planen erstmals Klage (Symbolfoto: pd)
Japan-Karte: Präfektur-Fukushima radioaktiv (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Meldung über Neue Plutoniumfunde und Herzstillstand am AKW (Foto: pd)

Auch wenn der Fund von Plutonium in der Präfektur Fukushima heute als unbedeutend dargestellt wird, so trägt diese Meldung sicher nicht zur Beruhigung bei.

Dies gilt insbesondere dann, wenn man weitere Faktoren, wie etwa die ebenfalls aus Fukushima aktuell gemeldete Belastung von Bürgern dort, hinzuzieht.

Zu den Fukushima News zählt jedoch auch der Herzstillstand eines Arbeiters und die Situation von Rettungskräften.

Einzelheiten zu diesen Themen und weitere Meldungen, etwa zu den Paralympics jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. August 2012.

Unsere heutigen Themen:

  • Plutoniumfunde in Präfektur Fukushima
  • Erneut Herzstillstand eines Fukushima-Arbeiters
  • Zwei Fukushima-Bürger mit erhöhter interner Strahlungsbelastung
  • Japans Feuerwehrleute sollen sich besser selbst schützen
  • Forderungen nach besseren Lebensumständen in Evakuierungslagern
  • Keine Einigung bei Treffen von Premierminister Noda und Atomkraftgegnern
  • Erste Japanische Athleten auf dem Weg zu den Paralympics
  • Japans diplomatische Bemühungen um Takeshima-Konflikt dauern an
    • Korea schickt Antrag auf Klärung vor Internationalem Gerichtshof zurück
    • Japans Außenminister nennt Koreas Ansprüche illegal
    • Japan kritisiert Entschuldigungsforderung von Korea

Plutoniumfunde in Präfektur Fukushima: Wie das Wissenschaftsministerium am gestrigen Dienstag erklärte, wurde an insgesamt zehn Stellen innerhalb der Präfektur Fukushima radioaktives Plutonium nachgewiesen. Die höchsten Werte an Plutonium-238betrugen  11 Becquerel pro Quadratmeter und wurden in der Ortschaft Namie nachgewiesen.

Weitere Fundstellen befanden sich in der Stadt Minamisoma, dem Dorf Iitate und der Ortschaft Okuma. Das Wissenschaftsministerium veröffentlichte diesbezüglich gestern eine Karte, auf der die von Plutoniumfunden betroffenen Gebiete markiert sind.

Das klingt zunächst dramatisch, doch tatsächlich will die Regierung mit diesen Daten beruhigen, sollen diese doch belegen, dass sich das radioaktive Material nicht über die im September 2011 festgestellten Bereiche hinaus verbreitet hat. Insgesamt waren für die aktuellen Untersuchungen Erdproben von 62 Stellen in 23 Gemeinden der Präfekturen Fukushima, Ibaraki, Miyagi und Tochigi untersucht worden – zusätzlich zu den 100 Proben vom vergangenen Jahr.

An den genannten zehn Stellen konnte ein unmittelbarer Zusammenhang mit der Fukushima-Katastrophe hergestellt werden. Während die Nachrichtenagentur jiji berichtet, der Fund in Namie liege 1,4 mal höher als beim radioaktiven Niederschlag von Atomwaffen im Ausland, liest sich ein Vergleich der Asahi Shimbun deutlich harmloser.

Dieser Wert sei im Vergleich mit den 41 Becquerel pro Quadratmeter, die 1978 in der Präfektur Fukui gemessen wurde, gering. Bei dem Fukui-Wert handelt es sich um den höchsten in Japan gemessenen Wert, vor dem Beginn der Atombombentests der USA und Sowjetunion in den nach-1980ern.

Der Bereich in Namie überschreitet den bisherigen Höchstwert der Elf-Jahres-Periode von 1999 bis 2009. Damals waren 2001 in der Präfektur Kumamoto acht Becquerel pro Quadratmeter nachgewiesen worden. Allerdings, so beruhigt das Wissenschaftsministerium, handele es sich um den einzigen Fundort mit einer derartig hohen Belastung.

Erneut Herzstillstand eines Fukushima-Arbeiters: Wie der Betreiberkonzern TEPCO in seiner Presseerklärung mitteilte, wurde gegen 10:35 Uhr der Angestellte eines Partnerunternehmmens im Ruhebereich des Aufenthaltsgebäudes für Partnerunternehmen bewusstlos aufgefunden.

Nachdem ein Arzt einen Herzstillstand diagnostiziert hatte, wurde der Angestellte gegen 11:34 Uhr in das Krankenhaus von Iwaki eingewiesen. An seinem Körper wurde kein radioaktives Material festgestellt.

Die Nachrichtenagentur jiji berichtet dagegen, der Angestellte des Subunternehmens Hitachi-GE Nuclear Energy Ltd. sei mit Arbeiten beim Aufbau eines weiteren Tanks für radioaktiv kontaminiertes Wasser beschäftigt gewesen, als er aus bislang unbekannter Ursache zusammenbrach.

Der Arbeiter, der seit August vergangenen Jahres and der Anlage arbeitete, wies eine Gesamtbelastung von 25,24 Millisievert auf. Die Strahlungsbelastung am Mittwoch habe 0,03 Millisievert betragen.

Zwei Fukushima-Bürger mit erhöhter interner Strahlungsbelastung: Wie eine Untersuchung des Tokyoter Instituts für Medizinwissenschaft ermittelt hat, habe man bei zwei Senioren aus den Ortschaft Kawamata und Nihonmatsu vergleichsweise hohe Werte an inkorporierter Strahlung festgestellt.

Zwischen Juli und August waren in beiden Ortschaften Ganzkörperzähler eingesetzt worden, um die Belastung mit radioaktivem Cäsium-134 und Cäsium-137 nachzuweisen.

Der Mann aus Kawamata wies einen Wert von 19.507 Becquerel auf, während bei seiner Ehefrau 7.724 Becquerel nachgewiesen wurde. Bei dem Mann aus Nihonmatsu wurden 11.191 Becquerel nachgewiesen. Bei seiner Frau lag der ermittelte Wert bei 6.771 Becquerel.

Selbst der Wert höchste Wert werde lediglich zu einer jährlichen Belastung von 0,85 Millisievert führen und damit unter dem zulässigen Jahreshöchstwert  für Nahrungsmittelaufnahme von einem Millisievert pro Jahr liegen.

Die Strahlungswerte haben sich im Fall von Kawamata offenbar vor allem durch die tägliche Ernährung von Shiitake, die auf Holz aus Namie gezüchtet worden waren, sowie Bambussprossen aus der Nähe der Häuser und getrockneter Persimonen ergeben. Anschliessende Tests ergaben eine Belastung von 140.000 Becquerel in den Pilzen.

Bei dem Fall in Nihonmatsu stammten die Gemüse von einem anderen Ehepaar, das sie mitversorgt habe.

Doktor Masahari Tsubokura, der die Tests durchgeführt hatte erklärte, es handele sich zwar nicht um Werte die eine Auswirkung auf die Gesundheit hätten, dennoch wäre man interessiert, wenn sich Personen die Produkte wie selbst angebautes Gemüse äßen, sich kontrollieren und auf Strahlungsbelastung testen lassen würden, berichtet die Mainichi Shimbun.

Japans Feuerwehrleute sollen sich besser selbst schützen: Während der schweren Naturkatastrophen vom März 2011 im Nordosten Japans starben insgesamt 252 Feuerwehrleute, zwei weitere gelten bis heute als vermisst. Untersuchungen eines Ausschusses der Feuerwehrbehörde haben sich mit den Umständen dieser tragischen Fälle befasst.

Feuerwehrfahrzeuge in den Ruinen von Sukuiso am 18. März 2011 (Foto: pd)
Feuerwehrfahrzeuge in den Ruinen von Sukuiso am 18. März 2011 (Foto: pd)

Das Ergebnis: Den Feuerwehrleuten wurde ihr bewundernswertes Pflichtbewusstsein und ihre Menschlichkeit zum Verhängnis.

Viele von ihnen hatten versucht Schleusen zu schließen, oder Menschen während der Katastrophe zu evakuieren. Das geht aus dem heute vorgestellten Abschlussbericht des Ausschusses hervor.

Der Bericht gibt die Empfehlung, dass alle Personen im Fall eines Tsunami ihren Schwerpunkt auf den Eigenschutz durch Evakuierung legen müssen. Die überlebenden Rettungskräfte könnten dann vielen Menschen helfen und diese retten.

Zusätzlich empfiehlt der Bericht, dass Gemeinden Pläne aufstellen, die es ihren Einwohner ermöglichen, im Falle einer Katastropheselbst die Initiative zu ergreifen und durch das Schließen von Schleusen und die Einleitung der Evakuierung die Belastung der Feuerwehrleute in diesen Bereichen zu minimieren.

Zuletzt fügte die Untersuchungsruppe hinzu, gelte es die Behandlung und die Ausrüstung der Feuerwehrleute zu verbessern, um den Beruf für junge Menschen attraktiver zu machen und für die Sache gewinnen zu können.

Forderungen nach besseren Lebensumständen in Evakuierungslagern: Ein bereits gestern vorgelegter Bericht eines Regierungsausschusses fordert Gesetzesänderungen um Maßnahmen, welche die Lebensbedingungen in Evakukierungslagern verbessern, durchzusetzen.

Die Sicherstellung von Nahrungsmitteln und der Schutz vor Witterungsbedingungen müssten ebenso durch ein Gesetz geregelt werden, wie die gesundheitliche und medizinische Betreuung in den Auffanglagern.

Dies ist sicher eine Folge des Umstands, das fast die Hälfte aller Todesfälle in Evakuierungszentren auf Erschöpfung zurückzuführen sind. Auf einer anschließenden Pressekonferenz sagte der stellvertretende Minister für den Wiederaufbau, Yoshinori Suematsu, die Regierung müsse maßnahmen treffen, um Evakuierte gesund zu erhalten.

Dies gelte um so mehr, da nun bereits mehrere ernsthafte Naturkatastrophen vorhergesagt werden, so Suematsu, laut Meldung der jiji.

Keine Einigung bei Treffen von Premierminister Noda und Atomkraftgegnern: Nachdem Japans Premierminister Yoshihiko Noda das Gespräch mit Atomkraftgegnern aus politischen Gründen aufgedrückt und dann verschoben worden war, fand es nun am heutigen Mittwoch statt.

Bei dem Treffen war anders als sonst bei Gesprächen mit dem Premierminister üblich, die Anwesenheit von Pressevertretern während der Diskussionsrunde erlaubt.

Die Organisatoren der Freitagsproteste vor dem Büro des Premierministers forderten sowohl die Abschaltung der neugestarteten Reaktoren am AKW, als auch den Rückzug der Nominierung von Shunichi Tanaka als Leiter der geplanten neuen Atomkontrollbehörde, da dieser nicht neutral sei.

Erwartungsgemäß machte der Premie jedoch keinerlei Zusagen gegenüber den Aktivisten. Er übte sich in höflichem Zuhören und versprach lediglich die Sicherheit der Reaktoren dort zu verbessern, sowie die allgemeine Abhängigkeit Japans von der Atomenergie schrittweise zu senken..

Die Aktivisten liessen sich ihrerseits nicht auf die Argumentation von Noda ein, der erklärte, er habe durch den Neustart die Arbeitsplätze und die allgemeine Notwendigkeiten gesichert. So endete das halbstündige Treffen ohne jedes Ergebnis, über das etwa Kyodo, Asahi Shimbun, NHK und jiji berichteten.

Erste japanische Athleten auf dem Weg zu den Paralympics: Am  heutigen Mittwoch reisten die ersten Athleten gegen Abend vom Flughafen Tokyo-Narita ab, um sich ab kommenden Mittwoch mit Sportlern aus aller Welt zu messen. Als erste machten sich nun Rollstuhl-Tennisspieler, Sitzvolleyballer und andere Athleten auf weg.

Insgesamt 135 japanische Sportler wollen sich im Rahmenn der zwölf Tage dauernden Paralympischen Spiele in 17 Disziplinen durchsetzen. Als Ziel gilt es die 27 Medaillen von Peking zu übertreffen. Über den Aufbruch nach London berichtete die NHK.

Japan und Korea im Dispit um Takeshima-Inseln (Grafik: spreadnews.de)
Weiterhin Ärger um Inseln (Grafik: spreadnews.de)

Japans diplomatische Bemühungen um Takeshima-Konflikt dauern an: An dieser Stelle zunächst ein Hinweis in eigener Sache: Auch wenn wir uns selbst als unpolitisch verstehen, so war das Feedback auf unseren ersten Takeshima-Artikel derart positiv, dass wir die Berichterstattung über den, in deutschen Tagesmedien unterrepräsentierten „Inselkonflikt“ weiterführen würden.

Was halten unsere Leser davon? Kommentare sind willkommen.

Korea schickt Antrag auf Klärung vor Internationalem Gerichtshof zurück: Vertretern des südkoreanischen Außenministerium teilten am Mittwoch mit, dass das offizielle Schreiben von Japans Premierminister Yoshihiko Noda and Koreas Präsidenten Lee Myung Bak zurückgesandt werde.

In dem Schriftstück bittet Japan um die benötigte Zustimmung, den Inseldisput vor dem Internationalen Gerichtshof klären zu lassen. Zuvor hatte Korea bereits erklärt, einen solchen Antrag nicht zu unterschreiben. Außerdem bezeichnet Noda in dem Schreiben Lees Besuch der Inselkette Takeshima und dessen Kommentare über den Tenno als bedauerlich.

Japans Außenminister nennt Koreas Ansprüche illegal: Während einer Parlamentsdiskussion griff Außenminister Koichiro Gemba auf eine äußerst harte doch wenig genutzte Formulierung zurück, indem er erklärte, die Situation entspräche einer illegalen Besetzung.

Das letzte Mal, dass die Formulierung einer „illegalen Besetzung“ verwendet wurde, war 2006, während die Liberaldemokraten an der Macht waren. Seit der Machtübergabe an die Demokraten im Jahr 2009 hatte man diese Ausdrucksweise im Bezug auf das Verhältnis beider Länder vermieden.

Japan kritisiert Entschuldigungsforderung von Korea: Nach der gestrigen Forderung von Kim Sung Hwan, Minister für Außenpolitik und Handel, legte Japan auf diplomatischem Wege Protest gegen die Äußerung ein. Diese sei nach Ansicht Gembas unproduktiv und werde Südkorea nicht zum Vorteil gereichen.

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