Start Aktuelles Japan aktuell: Radioaktives Tritium in Grundwasser am AKW Fukushima nachgewiesen

Japan aktuell: Radioaktives Tritium in Grundwasser am AKW Fukushima nachgewiesen

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AKW Fukushima: Lecksuchmessung an einem unterirdischen Lagertank (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Leckmessung an einem unterirdischen Lagertank im April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Lecksuchmessung an einem unterirdischen Lagertank (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Kontrollen an und um Lagertanks werden dringlicher (Foto: TEPCO)

Noch vor dem Wochenende weiss der Betreiber des AKW Fukushima heute noch einmal für ungewollte Aufmerksamkeit zu sorgen, gibt es doch Berichte über den Nachweis einer radioaktiven Substanz im Wasser unterhalb der Anlage in Fukushima.

Wasser bleibt an der Anlage von Fukushima aktuell auch eines der dringlichsten Probleme, dem TEPCO nun mit weiteren Baumaßnahmen begegnen will.

Einzelheiten zu diesen Fukushima News, sowie weitere Neuigkeiten aus Japan, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. Mai 2013.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Radioaktives Tritium in Grundwasser des AKW Fukushima nachgewiesen
  • TEPCO baut weitere Fukushima-Wassertanks
  • Getöte japanische Journalistin mit Preis geehrt

Radioaktives Tritium in Grundwasser des AKW Fukushima nachgewiesen: Bei Analysen von Wasserproben zwischen dem 22. und 24. April 2013, die an den Kontrollmesspunkten auf der Küstenseite der Kraftwerksanlage entnommen worden waren, wurde an zwei Messpunkten – Nordöstlich der unterirdischen Lagertanks Nummer 4 bzw. Nummer 6 – radioaktives Tritium nachgewiesen.

Die Proben an weiteren Messstellen wiesen keine Besonderheiten auf. Es bestehe keine Gefahr durch das Tritium, da die Konzentration 3,8 Becquerel pro Kubikzentimeter betrage, was etwa einem Zwanzigstel des offiziellen Sicherheitsstandards darstelle. Auch wurden keine weiteren kritischen Substanzen festgestellt.

Obwohl die in den Boden gebohrten Messposten für Wasserproben explizit dazu geschaffen worden waren, um eine mögliche Kontamination der Umgebung durch die leckgeschlagenen unterirdischen Lagertanks zu beobachten, geht TEPCO aufgrund des Fehlens anderer Substanzen davon aus, dass die Tritiumkonzentration nicht durch Wasser aus den Tanks entstanden sei.

Es sei vielmehr davon auszugehen, dass die Kontamination durch eine Reihe anderer Lecks hervorgerufen wurde, die sich bereits im März und April vergangenen Jahres ereignet hatten. Als Reaktion auf die jüngste Entdeckung wolle man nun mehr Kontrollmesspunkte einrichten und versuchen, die Quelle der Belastung auszumachen.

Es ist nicht das erste Mal, dass radioaktive Substanzen außerhalb von Lagerbehältern nachgewiesen werden, denn bereits im April hatte es an anderer Stelle Messergebnisse an Tritium gegeben, was jedoch weniger öffentliches Interesse fand. Auch andere radioaktive Substanzen waren zuvor außerhalb der unterirdischen Tanks nachgewiesen worden (Spreadnews berichtete am 29. April 2013).

TEPCO baut weitere Fukushima-Wassertanks: Wie der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi mitteilte, plane man ab Dienstag kommender Woche mit dem Aufbau von 120 Lagertanks, um insgesamt 4.000 Tonnen an radioaktiv kontaminiertem Wasser aufzunehmen. Die verfügbare Gesamtkapazität von 5.000 Tonnen wolle man aufgrund von Sicherheitsbedenken bewusst nicht nutzen

AKW Fukushima: Behälter für aufbereitetes Wasser. (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Weitere Wasserbehälter benötigt (Foto: TEPCO)

Bei dem Wasser, dass in den Behältern, von denen sechs Tanks eine Kapazität von 110 Tonnen haben, 57 jeweils bis zu 42 Tonnen und 57 weitere bis zu 35 Tonnen aufnehmen können, gelagert werden soll, handelt es sich voraussichtlich um Salzwasser, dass bei der Kühlung des Reaktors anfällt. Die ersten Behälter sollen bereits Mitte Mai fertiggestellt sein, berichtet die NHK.

Was sich zunächst beeindruckend anhört, relativiert sich durch die bisher gemachten Angaben des Unternehmens, hatte TEPCO doch in der Vergangenheit angegeben, täglich würden bis zu 400 Kubikmeter an Grundwasser auf immer noch nicht gänzlich nachvollziehbare Weise in die Gebäude dringen und müssten abgepumpt werden.

Allein bei diesen Mengen, ohne Berücksichtigung sonstiger Faktoren, wäre die Kapazität der neuen Tanks innerhalb von weniger als zwei Wochen ausgeschöpft.

Getöte japanische Journalistin mit Preis geehrt: Einen Tag vor dem heutigen internationalen Tag der Pressefreiheit ehrte das International Press Institute (IPI) gestern die japanische Journalistin Mika Yamamoto als eine von zwei Preisträgerinnen, posthum als „World Press Freedom Hero 2013„.

Frau Yamamoto war im August vergangenen Jahres bei ihrer Arbeit in Syrien ums Leben gekommen, als sie in ein Feuergefecht zwischen Regierungstruppen und Aufständischen geraten war. (Spreadnews berichtete am  21. August 2012). Die 45 Jahre alte Journalistin war seit 1990 tätig und hatte bereits Erfahrung als Kriegsberichterstatterin im Irak und Afghanistan.

Auch die US-amerikanische Reporterin Marie Colvin erhielt  den Preis posthum. Colvin starb ebenfalls in Syrien, beim Angriff auf ein behelfsmäßiges Pressezentrum in der Stadt Baba Amr in der umkämpften Provinz Homs. Über die Ehrungen berichteten eine Reihe von Medien, darunter auch die Kyodo.

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