Start Aktuelles Japan aktuell: Radioaktives Wasser aus Fukushima-Lagertanks abgepumpt

Japan aktuell: Radioaktives Wasser aus Fukushima-Lagertanks abgepumpt

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AKW Fukushima: Stahllagertanks bei IAEA-Besichtigung am 17. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Stahllagertanks bei IAEA-Besichtigung am 17. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf Stahllagertanks bei IAEA-Tour am 17. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf Stahllagertanks bei IAEA-Tour am 17. April 2013 (Foto: TEPCO)

Der aus Fukushima aktuell bekannt gegebene Abschluss der Pumparbeiten aus den unterirdischen Lagertanks scheint ein positives Zeichen zu sein, doch wie bereits bekannt, ist auch an mindestens einem neuen Behälter bereits ein Leck aufgetreten.

Weitere Meldungen die aus der Präfektur Fukushima heute veröffentlicht wurden, befassen sich mit den Brennstäben des AKW, sowie Testpflanzungen in der Sperrzone von Iitate.

Einzelheiten zu den Fukushima News sowie sonstige Nachrichten jetzt wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. Juni 2013.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • Wassertransfer aus unterirdischen Fukushima-Tanks abgeschlossen
  • Fukushima-Brennstäbe könnten früher geborgen werden
  • Testpflanzung in langfristiger Fukushima-Sperrzone
  • Missbrauch von Löschwasser für Reispflanzung
  • Anpassungen an Wunderkiefer abgeschlossen

Wassertransfer aus unterirdischen Fukushima-Tanks abgeschlossen: Am Sonntag meldete der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi, der Transfer von stark kontaminiertem Wasser aus den undichten unterirdischen Lagertanks in Stahlbehälter an der Oberfläche, sei am Wochenende erfolgreich abgeschlossen worden. Das berichten Kyodo, jiji, NHK, Asahi Shimbun.

Die am 16. April begonnenen Arbeiten waren erforderlich geworden, nachdem eine Reihe von Lecks an den Lagertanks festgestellt worden war. Da der Betreiber TEPCO aus Sicherheitsgründen alle Behälter leeren lässt und 24.000 Tonnen abpumpen ließ, stellt sich nun das Problem, die stark radioaktive Substanz dauerhaft und sicher zu lagern.

Örtliche Fischereiverbände lehnen bereits die von TEPCO angestrebte Lösung,  nur gering belastete Grundwasser, noch bevor es mit dem Reaktor in Kontakt kommt,in das Meer zu verklappen, bislang kategorisch ab und dürfte auch im Fall des Wassers aus den unterirdischen Lagertanks eine ähnliche Position vertreten.

Der Betreiber sucht fieberhaft nach einer Lösung – war doch zuletzt auch an einem der provisorischen oberirdischen Stahllagertanks Wasser ausgetreten (Spreadnews berichtete am 5. Juni 2013).

Fukushima-Brennstäbe könnten früher geborgen werden: Möglicherweise kann mit der Entfernung der geschmolzenen Brennelemente aus den Reaktoren des AKW Fukushima Daiichi, bereits in der ersten Hälfte des Fiskaljahrs 2020 begonnen werden. Das erklärten der Betreiber TEPCO sowie die japanische Regierung im Entwurf eines Zeitplans für die Stilllegung der Anlage.

Ursache für die mögliche Vorverlegung des Termins um etwa 18 Monate, ist die Einschätzung, durch die zeitliche Ersparnis eine Verbesserung der Effizienz der Arbeiten erreicht werden könne, berichtet die Kyodo. Wie realistisch diese Überlegungen sind,  ist jedoch fraglich, muss doch die Technologie für die Arbeitsabläufe teilweise erst noch entwickelt werden.

Missbrauch von Löschwasser für Reispflanzung: Nach Erdbeben sind Brände eine der größten Gefahren in bewohnten Gebieten. Umso wichtiger sind öffentliche Hydranten, die entweder fest installiert sind, oder sich in so genannte Unterflurhydranten unterirdisch hinter Abdeckungen verstecken, die an Kanaldeckel erinnern.

Deckel eines Unterflurhydranten in Tokyo (Copyright: KJ)
Deckel eines Unterflurhydranten in Tokyo (Copyright: KJ)

In Nirasaki (Präf. Yamanashi) ist nun ein Mitarbeiter der Verwaltung verwarnt und mit einer Geldstrafe belegt worden, nachdem er die Regelung der Stadtverordnung verletzt und aufgrund des gravierenden Regenmangels in den vergangenen Wochen, auf Wasser aus einem Hydranten zurückgegriffen hatte, um seine Reisfelder zu bewässern. Über den Verstoß berichtete die Mainichi Shimbun.

Neben einer Rüge wurde er angewiesen, eine Strafe von etwa 500.000 Yen zu zahlen, die dem fünffachen der üblichen Wasserkosten entspricht, was dieser auch umgehend tat und sich für sein Verhalten entschuldigte.

Testpflanzung in langfristiger Fukushima-Sperrzone: In der Ortschaft Iitate wurde heute auf einem Reisfeld mit einer Fläche von 500 Quadratmetern, das zuvor dekontaminiert worden war, versuchsweise Reis angepflanzt. Das Feld befindet sich im Ortsteil Nagadoro – dem einzigen Bereich der Ortschaft, der selbst nach dem Drei-Zonen-Modell als langfristig unbewohnbar eingestuft wird.

Eine Reis-Rispe
Testanbau von Reis in stark kontaminiertem Ortsteil geplant (Foto: pd)

Ziel der Pflanzung ist es festzustellen, ob es selbst in diesem Gebiet, in dem die jährliche Strahlungsbelastung über 50 Millisievert liegt, möglich ist, erneut Reis anzupflanzen.

Als Dekontaminationsmaßnahme war im vergangenen August eine fünf Zentimeter Dicke Erdschicht abgetragen worden und die Belastung von 20.000 auf 1.600 Becquerel pro Kilogramm gefallen.

Im September soll der Reis geerntet, auf den Gehalt an radioaktivem Cäsium analysiert und anschließend vernichtet werden, um einen versehentlichen Vertrieb der Ware gänzlich ausschließen zu können. Das berichtet die NHK.

Anpassungen an Wunderkiefer abgeschlossen: Nach neunmonatiger Arbeit ist die konservierte Kiefer, in Rikuzentakata (Präf. Iwate), die als einzige eines ganzen Waldes den Fluten des Tsunami standhielt, nun fertiggestellt.

Wundersame einsame Kiefer der Hoffnung (Foto: Jacob Ehnmark cc-by)
Denkmal der wundersamen Kiefer fertiggestellt (Foto: Jacob Ehnmark cc-by)

Die als Baum der Hoffnung bekannt gewordene Kiefer war schließlich aufgrund von Salzwasserschäden an den Wurzeln abgestorben – er soll jedoch als Denkmal konserviert werden.

Am Samstag war die Hülle, die den Baum während der Arbeiten umgeben hatte, entfernt worden, so dass er nach neunmonatiger Arbeit un wie zuvor an seinem Platz steht.

Die für den März geplante Fertigstellung hatte sich verschoben, nachdem festgestellt worden war, dass der Winkel der Äste nicht der ursprünglichen Position entsprach.

Nachdem es zuletzt Beschwerden gegeben hatte, die künstlichen Äste und Blätter, die an dem präparierten Stamm des Baumes angebracht wurden, hätten aufgrund eines abweichenden Winkels  zu wenig Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen Baum, waren die Arbeiten, deren Ende ursprünglich für den März 2013 geplant war, erneut begonnen worden. Nun jedoch sind die Arbeiten beendet.

Am 3. Juli soll die offizielle Zeremonie für den rekonstruierten Baum stattfinden und der Baum insgesamt ein Jahr lang jeden Abend angestrahlt werden. Über die Fertigstellung und die Pläne zur Anbringungen eines kleinen Gerüsts für Blumenopfer berichteten Mainichi Shimbun und Asahi Shimbun.

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