Start Aktuelles Japan aktuell: Radioaktivität an Fukushima-Tanks auch ohne Wasseraustritt vermutet

Japan aktuell: Radioaktivität an Fukushima-Tanks auch ohne Wasseraustritt vermutet

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Fukushima-Lagertank mit herausquellendem Dichtungsmaterial am 28. August 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Lagertank mit herausquellendem Dichtungsmaterial am 28. August 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Lagertank mit herausquellendem Dichtungsmaterial am 28. August 2013 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Lagertank mit herausquellendem Dichtungsmaterial am 28. August 2013 (Foto: TEPCO)

Nach der jüngsten Entdeckung weiterer Bereiche erhöhter Strahlung, kann der Betreiber des AKW Fukushima heute eine neue Erklärung präsentieren.

Demzufolge gab es zwar Strahlungslecks, diese seien jedoch nicht auf Wasserlecks zurückzuführen.

Ob diese Erkenntnisse die Arbeit der Regierung erleichtern wird, die im Fall der Krise von Fukushima aktuell 47 Milliarden Yen an Finanzmitteln mobilisiert, ist fraglich. Details der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. September 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO erklärt Strahlungslecks ohne Wasserlecks
  • Hohe Strahlung an weiterem Lagertank entdeckt
  • TEPCO zeigt Strahlungsrückgang in Tankarealen
  • Katastrophenprävention bleibt wichtig

TEPCO erklärt Strahlungslecks ohne Wasserlecks: Nachdem im Bodenbereich mehrerer Tanks starke Radioaktivität gemessen wurde, hat der Betreiber nun erklärt, es gebe Hinweise auf eine vermutliche Ursache, die auch ohne Wasserlecks plausibel wäre.

Alle radioaktiven Bereiche befinden sich demnach im Bereich von Bolzen, mit denen die Stahlplatten dieser Tanks zusammengehalten werden. Dort hätten Arbeiter nun Kunstharz nachgewiesen, dass an den Bolzen herausgepresst wird. Offenbar handelt es sich um Material, das als Teil einer Beschichtung im Inneren des Behälters diesen isolieren und dicht handeln soll.

Nun sei davon auszugehen, dass das Harz durch Abnutzung und Verschleiss dort an den Fugen der Bolzen hinaus dringe.

Da das Dichtungsmaterial sich im Regelfall ausdehnt, wenn es in Kontakt mit Wasser kommt, ist es wahrscheinlich, dass bereits dieses Material stark radioaktiv ist und daher zu den nachgewiesenen „Hot Spots“ an den Lagertanks führt, ohne das Wasser aus den Behältern hinaus gelangt sei und daher auch keine Pfützen entstanden sind.

Da jedoch ein weiterer Verschleiss tatsächlich zu Wasserlecks führen könnte, versprach TEPCO das Problem genauer zu untersuchen. Dies berichtet die NHK.

Hohe Strahlung an weiterem Lagertank entdeckt: Die Prognose der Atomaufsicht NRA, die verstärkten Kontrollen würden auch zu mehr Meldungen über Hot Spots und Wasserlecks führen, bewahrheitete sich bereits am gestrigen Montag.

Bei einem Kontrollgang hatten Arbeiter im Bereich H6 in der Nähe eines Wassertanks erhöhte Strahlung gemessen. Diese habe eine Mindesthöhe von 100 Millisievert, könne jedoch auch deutlich darüber liegen, da die Messgeräte der Kraftwerksarbeiter nur Strahlung bis zu dieser Höhe messen können.

Nach Angaben von TEPCO bestehe an der neuen Strahlungsstelle kein Hinweis auf ein Wasserleck. Bei dem Behälter an dessen unteren Bereich der Wert gemessen wurde, handelt es sich um einen Wassertank der durch Bolzen und Gummierung dicht gehalten wird.

Die Stelle werde nun untersucht und Arbeiter mit besseren Dosimetern entsandt, um die tatsächliche Strahlungshöhe zu erfassen.

Das Areal H6 befindet sich südlich des Bereichs H4, in dem am 19. August mit dem Austritt von 300 Tonnen radioaktiven Wassers die jetzige Krise um die Wassertanks auf dem Gelände des AKW Fukushima offiziell ihren Anfang genommen hatte. Die jetzige Fundstelle ist nur 100 Meter von diesem Standort entfernt. Hierüber berichteten Kyodo und Asahi Shimbun.

TEPCO zeigt Strahlungsrückgang in Tankarealen: Von TEPCO gestern veröffentlichtes Material soll sowohl den aktuellen Stand zeigen, als auch den Rückgang der Strahlung an den bisherigen Hot Spots der Tankanlagen belegen. Diese Zahlen räumen das Sicherheitsproblem der Lagertanks natürlich nicht aus.

  • Bereich H3: Am 31. August wurde eine Strahlung von etwa 220 Millisievert pro Stunde nachgewiesen. Bei einer zweiten Messung am 1. September betrug die nachgewiesene Strahlung noch 80 Millisievert pro Stunde. Beide Messungen erfolgten in einem Abstand von fünf Zentimetern.
  • Bereich H3: Am 31. August wurde eine  Strahlung von etwa 1800 Millisievert (1,8 Sievert) nachgewiesen. Bei einer zweiten Messung am 1. September betrug die nachgewiesene Strahlung noch 1100 Millisievert. Beide Messungen erfolgten in einem Abstand von fünf Zentimetern.
  • Bereich H3: Am 1. September wurde eine Strahlung von etwa 1700 Millisievert (1,7 Sievert) pro Stunde nachgewiesen. Messung ebenfalls in einem Abstand von fünf Zentimetern. Vergleichswerte hierzu liegen offenbar noch nicht vor. Approx.
  • Bereich H4: Am 31. August wurde eine Strahlung von etwa 70 Millisievert pro Stunde nachgewiesen. Bei einer zweiten Messung am 1. September betrug die nachgewiesene Strahlung weniger als 10 Millisievert pro Stunde und es wurde keine ungewöhnlich hohe Strahlung festgestellt. Diese zweite Messung erfolgte allerdings aus einem Abstand von 50 Zentimetern.
  • Bereich H5: Am 31 August wurde am Verbindungsrohr zwischen Tank 5 und Tank 6 der Gruppe IV tropfendes Wasser mit einer Geschwindigkeit von einem Tropfen pro  90 Sekunden, sowie Verfärbungen auf dem Boden unterhalb des äußeren Flansch des Ventils von Tank .5 entdeckt. Die Braunfärbung ist noch ungeklärt, da angeblich kein Wasser austrat.
  • Bereich H6: Am 2. September wurde eine Strahlung von mindestens 100 Millisievert entdeckt. Der Werte könnte höher sein, allerdings trugen die Arbeiter nur Messgeräte, die maximal diese Strahlungsdosis nachweisen können.

Katastrophenprävention bleibt wichtig: Der jährlich am 1. September durchgeführte Katastrophenschutztag und die bis 5. September laufenden Woche der Katastrophenverhütung ist auch jedes Mal eine Gelegenheit, auf die Fortschritte und Mängel in den Maßnahmen hinzuweisen.

Japanisches Mädchen bei Katastrophenübung (Foto: 星玉 cc-by)
Jährliche Katastrophenschutzübung in Japan (Symbolfoto: 星玉 cc-by)

So wurde etwa Masahide Matsumoto, Bürgermeister der Ortschaft Katsurao als erster Japaner überhaupt mit dem „Green Star“ ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wird von der Nichtregierung-Umweltorganisation Green Cross International für besonderes Krisenmanagement bei Naturkatastrophen oder Industrieunfällen verliehen.

Nach der ersten Explosion und trotz unklarer Medienberichte habe er durch die Evakuierung am 14. März 2011 die Einwohner vor hoher Strahlungsbelastung durch die Fukushima-Katastrophe bewahrt. Die Ortschaft ist bis auf weiteres nicht mehr bewohnbar. Hierüber berichteten jiji und NHK.

Andere Umstände dürften im Fall einer weiteren Naturkatastrophe eher für Probleme sorgen. Dazu zählt der Anstieg der Zahl von Pflegebedürftigen in den Katastrophenpräfekturen, die im Ernstfall evakuiert werden müssten. Nach Zahlen des Gesundheitsministeriums vom August 2013 stieg die Zahl von 2.872 (Januar 2011) auf 4.186 (April 2013). Dies berichtete die Mainichi Shimbun.

Eine Untersuchung die zum Katastrophenschutztag veröffentlicht wurde belegt zudem, dass im Fall von Tokyo und 20 weiteren Grosstädten in Japan nur fünf Städte sicher gestellt haben, dass öffentliche Notunterkünfte auch erdbebensicher sind.

Kyoto, Shizuoka und Yokohama räumten bei der Befragung der Mainichi Shimbun sogar ein, im Fall eines Grossbebens nicht über ausreichend Notunterkünfte zu verfügen.

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